Rheinbacher Kinderprinzenpaar wurde vorgestellt
„Ahoi ihr Jecken! Ran an die Knabbüß, die Piraten sind frei!“
Ab 19. November regieren Kinderprinz Justin II. (Wibier) und Kinderprinzessin Angelina I. (Wolf) die Nachwuchs-Karnevalisten in Rheinbach
Rheinbach. „Ahoi ihr Jecken! Ran an die Knabbüß, die Piraten sind frei!“ So lautet das Motto des künftigen Kinderprinzenpaares der Stadt Rheinbach. Die designierten Nachwuchs-Tolllitäten Justin II. (Wibier) und Angelina I. (Wolf) wurden im Festzelt der Rheinbacher Stadtsoldaten auf der Rheinbacher Kirmes offiziell vorgestellt. Proklamiert werden sie am Samstag, 19. November, um 14 Uhr in der Rheinbacher Stadthalle.
Session der gelungenen Integration
Doch vor der Vorstellung des Kinderprinzenpaares machte die zweite Vorsitzende Marion Möller klar, dass zu den Rheinbacher Stadtsoldaten untrennbar die Inklusion gehöre. „Inklusion bedeutet Zugehörigkeit – und das nicht beschränkt auf einen Lebensbereich, sondern überall.“ Normalerweise rede man bei den Stadtsoldaten nicht darüber, denn wo Inklusion gelinge, gebe es keinen Grund, über Andersartigkeit zu sprechen. „Getreu dem Motto: ‚Jeder Jeck is anders‘ findet bei uns jeder seinen Platz, wenn er das will.“ So wie der künftige Kinderprinz Justin II., der mit einer Autismus-Spektrum-Störung geboren wurde, einer tiefgreifenden Wahrnehmungs- und Entwicklungsstörung.
Es könne also sein, so Möller, dass der künftige Kinderprinz jemanden auch nach der dritten Begegnung noch nicht wiedererkenne, denn er könne sich eben schlecht Gesichter merken. Möglich sei auch, dass die Jecken einen Kinderprinzen mit Ohrenschützern auf der Bühne erlebten. „Dann wissen wir, heute ist ein Tag, an dem Geräusche lauter wahrgenommen werden und es schwerfällt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.“ Doch gleichzeitig werde man einen jungen Mann kennenlernen, der Karneval liebt und lebt und dessen Eltern sich sicher sind, dass es für ihren Sohn keine bessere Therapie geben könne. „Versuchen Sie, die Barrieren in Ihrem Kopf abzubauen und gemeinsam mit uns in eine schöne Session 2016/17 zu blicken“, schloss Möller ihre Ansprache und war selbst erstaunt über den ohrenbetäubenden Beifall, der danach durch das Festzelt brandete.
Karneval wurde in die Wiege gelegt
Justin Wibier erblickte am 6. Februar 2002, genau einen Tag vor Weiberfastnacht, im Eifelstädtchen Daun das Licht der Welt. Genau ein Jahr zuvor an Weiberfastnacht hatten sich seine Eltern kennengelernt. So gesehen ist ihm der Karneval quasi in die Wiege gelegt worden. Seit neun Jahren wohnt er mit seinen Eltern und zwei Katzen in Rheinbach. Hier tanzt er seit 2012 im Kindercorps der Rheinbacher Stadtsoldaten. Zudem tanzt er leidenschaftlich in der Tanzwelle und entwickelt Schlachtpläne am PC. Er mag Kirmes-Schießbuden und hat seine Mama schon oft mit einer geschossenen Rose überrascht. Justin besucht die achte Klasse der Sprachförderschule in Bornheim, er liebt Sport und nimmt an manchem Wettkampf als Läufer für die Schule teil. Außerdem liebt er Mathe und Physik.
Erst Prinzessin, dann Staatsanwältin?
Angelina Wolf ist elf Jahre alt und lebt in Rheinbach zusammen mit ihren Eltern und ihren zwei jüngeren Schwestern. Seit 2013 tanzt sie im Kindercorps der Stadtsoldaten. Seit ihrem fünften Lebensjahr lernt sie in der Musikschule Rheinbach Klavier und nimmt regelmäßig an Klavierwettbewerben teil, dort belegt sie immer den ersten Platz. 2011 wurde sie in die Gemeinschaftsgrundschule im Sürster Weg eingeschult, inzwischen besucht sie die siebte Klasse des Städtischen Gymnasiums. Sie ist in einer bilingualen Klasse, ihre Lieblingsfächer sind Englisch, Französisch, Deutsch, Mathe, Physik, Erdkunde, Biologie und Musik. Die künftige Kinderprinzessin ist im Leseclub der Rheinbacher Buchhandlung und bei der Jugendfeuerwehr Rheinbach aktiv. Pläne für die Zukunft hat sie auch schon: Sie träumt von einer Karriere als Staatsanwältin oder Rechtsmedizinerin. JOST
