Neujahrsempfang des Beirats für Migration und Integration
Aktuelle Situation stand im Mittelpunkt
Koblenz. Der Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration, Serkan Genc, konnte im fast voll besetzten Rathaussaal zahlreiche Gäste begrüßen. Darunter die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein, den Abgeordneten des Europaparlaments, Norbert Neuser, den Bundestagsabgeordneten Detlev Pilger, Staatssekretär David Langner, Dr. Anna Köbberling (MdL), Polizeipräsident Wolfgang Fromm, Baudezernent Bert Flöck und viele Stadtratsmitglieder.
Natürlich standen die Reden beim Empfang unter starkem Einfluss der aktuellen Situation in Koblenz zum Kongress der ENF in der Rhein-Mosel-Halle. „Es ist von hoher Bedeutung, heute ein Bündnis gegen den Rechtspopulismus in Europa hier von Koblenz aus zu schließen. Koblenz ist heute im Mittelpunkt der Diskussion über Europa wegen der Tagung der ENF“, so Genc in seiner Begrüßung. Es habe sich viel verändert in den vergangenen 30 Jahren. Zum Guten, aber auch zum Schlechten hin.
Generationen sind angekommen
Zum Guten, dass viele Generationen mit Migrationshintergrund in Deutschland wirklich angekommen sind. Zum Schlechten, dass aufgrund der Flüchtlingskrise das Misstrauen gegenüber anderen Kulturen, Nationalitäten und Religionen wieder wächst.
Auch der Oberbürgermeister ging in seinem Grußwort noch einmal auf das Thema zum Kongress und der Kundgebung dazu ein: „Wir, die demokratischen Parteien von CDU bis Linke, stellen mindestens 90 Prozent. Und das haben wir heute sichtbar gemacht, mit - nach meiner Erinnerung - der größten friedlichen politischen Kundgebung, die Koblenz seit Jahrzehnten erlebt hat, mit weit über 3000 Menschen. Alles verlief unglaublich friedlich.“
Zum Thema Flüchtlingskrise sprach der OB von einer besonderen Herausforderung, die es in den vergangenen eineinhalb Jahren gab: „Gut 1400 Menschen sind in sehr kurzer Zeit zu uns gekommen. Es hinzukriegen, dass sie eine menschenwürdige Unterbringung bekommen, das war nicht einfach. Und dafür zu sorgen, dass diese Menschen auch akzeptiert werden, das war auch nichts, was sich von allein ergeben hat“, so Hofmann-Göttig. „Das alles haben wir hinbekommen, weil die politischen Kräfte in der Stadt zusammengehalten haben und weil es in dieser Stadt ein bürgerschaftliches Engagement gibt, für Humanität, das einfach vorbildlich ist“, fügte er an.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer bestätigte in ihrem Grußwort dem Beirat für Migration und Integration in Koblenz, dass er ein Beirat mit außerordentlichem Vorbildcharakter im ganzen Land Rheinland-Pfalz ist: „In diesem Beirat geht es nicht vorrangig um die Ausländer, sondern darum, den Auftrag als Beirat zu erfüllen. Dass wir dafür sorgen, dass Integration gelingt und dass wir uns mit der Migration positiv auseinandersetzen.“
Das Normalste der Welt
Wenn sie an Koblenz denke, sei zu merken, dass es das Normalste der Welt ist, dass Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen sehr positiv miteinander in einer großen Normalität leben, so die Ministerpräsidentin. „Die Menschen, die jetzt bei uns bleiben, müssen wir nun gut integrieren. Und wir müssen dafür sorgen, dass sie die Chance haben, hier auch wirklich ein gutes Leben zu leben. Das ist unsere nächste Aufgabe.“
Im Anschluss gab es noch den Jahresrückblick des Beirats für Migration und Integration sowie der Leitstelle Integration. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von Menna Mulugeta.
US
Ministerpräsidentin Malu Dreyer bestätigte in ihrem Grußwort dem Beirat für Migration und Integration in Koblenz einen außerordentlichen Vorbildcharakter im ganzen Land Rheinland-Pfalz.
Der Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration, Serkan Genc, kritisierte, dass aufgrund der Flüchtlingskrise das Misstrauen gegenüber anderen Kulturen, Nationalitäten und Religionen wieder angewachsen ist.
