Ahrweiler Martinsfest - Niddehöde und Ovvehöde Jonge feierten ausgelassen ihre Siege
Alle Jahre wieder eine einzigartige Tradition
Ahrweiler. Alle Jahre wieder ist die einzigartige Tradition des Ahrweiler Martinsfeuer- und Schaubilder-Wettkampfes der Junggesellenvereine der vier Ahrweiler „Huten“ zu erleben. Einheimische Zuschauer wie auch immer mehr Gäste von nah und fern werden angelockt, um dieses flammende Spektakel zu bestaunen.
In den vergangenen Wochen waren die Vorbereitungen für diesen Tag DAS Thema für viele in der Stadt, die Junggesellen hatten seit Wochen mit ihren Schanzenmännchen das Reisig für die Feuer gesammelt und gebunden, seit Anfang September wurde an den Holzgestellen für die Schriften und Bilder gesägt und geschraubt und am Mittwoch begannen die Aufbauarbeiten der Bilder und Schriften in den Weinbergen rund um Ahrweiler. Im Laufe des Samstags wanderten viele neugierige Bürger und Unterstützer zu den Feuerplätzen, um sich einen Eindruck von den Vorbereitungen zu machen und hier und da auch noch zu unterstützen.
Die Plätze im Stadtgebiet, von denen man alle Feuer und Schaubilder sehen kann, sind begrenzt. Die meisten Zuschauer sammeln sich seit Jahren auf dem für den Verkehr gesperrten Platz vor der Feuerwehr bis über die Ahrtorbrücke, daneben gibt es im Stadtgebiet auch einige Flachdächer und Hochbalkone, von denen man die Feuer und Schaubilder bestaunen kann. Scharen von geführten Besuchern und Ahrweiler Bürgern wanderten darüber hinaus am späten Nachmittag in die Weinberge, um von dort das Spektakel zu erleben. Überall wartete man mit Spannung auf das, was hoch oben in den Weinbergen der Rotweinmetropole geschehen sollte. Ein regelrechtes Knistern lag über Ahrweiler, als Punkt 17:30 Uhr mit dem Geläut der Stadtkirche „St. Laurentius“ die Feuer angezündet wurden.
Auf dem Kanonenturm im Kanonenwall hat man den besten Blick auf alle Feuer und Schaubilder, hier versammelten sich ab 17:15 Uhr der Martinsausschuss, um ihren Vorsitzenden Klaus Mührel sowie eine fachkundige Kommission, um gemeinsam zu bewerten, ob in den Weinbergen alles nach dem festgelegten Ritual abläuft. Von 17:30 bis 17:45 Uhr müssen die Feuer mindestens zehn Minuten gleichmäßig hell brennen.
Um 17:45 Uhr wurden von den vielen Helfern in den Weinbergen zigtausend Pechfackeln der Schaubilder angezündet. Die „Ahrhöde Jonge“ (Ahrhut) hatten wieder mit einem breiten Schriftzug „750 Jahre St. Laurentius im Herzen unserer Stadt“ und zwischen den beiden Teilen ihres Textes, direkt unter dem Feuer konnte man die Silhouette der St. Laurentiuskirche und dahinter die Figur von St. Laurentius erkennen. Die Junggesellen der „Ovvehöde Jonge“ (Oberhut) erinnerten an den Stadtbrand im Jahre 1689 mit ihrem Schriftzug „Oos Stadt wie Phönix ous de Ösch“ und „Ahrweiler Stadtbrand von 1689“ und zwischen diesen beiden Schriftbändern im Weinberg konnte man im Schaubild die Stadt Ahrweiler mit St. Laurentius und den vier Stadttürmen erkennen, und überall loderten Flammen in der Stadt. Die zahlenmäßig kleinste Hut der Stadt, die „Addemechshöde Jonge“ (Adenbachhut), hatte sich ebenfalls mit dem 750-Jahr-Jubiläum ihrer St. Laurentius-Kirche beschäftigt, und den Schriftzug „750 Jahre im Herzen der Stadt“ sowie die Silhouette von St. Laurentius, wie man sie aus der Adenbachhut sehen kann, in den Weinberg projiziert. Das Schaubild der „Niddehöde Jonge“ (Niederhut) beschäftigte sich in diesem Jahr mit zwei politischen Themen, zum einen mit dem Mauerfall vor auf den Tag genau 30 Jahren und zum anderen mit dem 70. „Geburtstag“ unseres Grundgesetzes mit den beiden Schriftzügen „30 Jahre Mauerfall“ und „70 Jahre in Demokratie und Frieden“, optisch unterstützt durch eine Mauer, aus denen Steine ausgebrochen sind und mit dem Buch des Grundgesetzes mit dem Bundesadler über den beiden Buchstaben „GG“.
Aber auch in der Stadt leuchtete es, ab 18:30 Uhr zog der lange Laternenumzug der Kindergarten- und Schulkinder mit ihren Eltern und Lehrern vorbei an vielen Zuschauern durch die festlich beleuchteten Straßen innerhalb der Stadtmauern. Drei Musikgruppen begleiteten den Zug, angeführt von St. Martin, hoch zu Ross, gefolgt von den Kindern mit ihren „Knolleköpp“ bis zur St. Laurentius-Bücherei, wo auf die Kinder der Martinsweck wartete. Im Anschuss wurden die traditionellen „Knolleköpp“ aus Rüben vom Heimatverein „Alt-Ahrweiler“ in den Räumen der Volksbank prämiert. Eine Kommission unter dem Vorsitzenden des Martinsausschusses, Rektor Klaus Mührel bewertete die „Kunststücke“ nach den Kriterien „Leuchtkraft, Sauberkeit der Ausführung sowie Idee und Umsetzung und nach dem Umzug erhielten alle teilnehmenden Kinder eine Medaille und die 6 Kinder mit den „schönsten“ Knolleköpp voller Stolz ihre Pokale.
Um kurz vor 20 Uhr waren auf dem Marktplatz die Gesänge und Sprüche der konkurrierenden Junggesellenzüge zu hören. Der „Chef“ des Martinsausschusses, Rektor Klaus Mührel verkündete die Sieger der beiden Wettbewerbe. Der Sieg beim Martinsfeuer ging dieses Mal an die „Niddehöde Jonge“ um ihren Schultes Fynn Terporten, der den Silberteller von Ortsvorsteher Peter Krämer überreicht bekam und sich auf den Schultern seiner Mitstreiter auf dem Balkon kräftig feiern ließ. Der zweite Platz ging an die „Ahrhödde Jonge“, die auch bei der Schaubildbewertung den zweiten Platz erringen konnten. Der Sieg in dieser Konkurrenz ging an die „Ovvehöde Jonge“. Pastor Jörg Meyrer übergab oben auf dem Balkon die Kupferplatte an den Schultes Lars Angsten und unten auf dem Marktplatz war die Freude schier grenzenlos. Es war für alle Beteiligten und Zuschauer wieder ein denkwürdiger Martinstag in der Rotweinmetropole.
Prämierung der Knolleköpp in der VoBa.
Vor der Siegerehrung füllte sich der Marktplatz.
Den zweiten Platz belegten mit diesem Schaubild die „Ahrhöde“.
Das Siegerschaubild der „Ovvehöde“.
Die „Niddehöde“ beschäftigten sich mit dem Thema Mauerfall.
Die zahlenmäßig kleinste Hut der Stadt, die „Addemechshöde Jonge“ (Adenbachhut), hatte sich ebenfalls mit dem 750-Jahr-Jubiläum ihrer St. Laurentius-Kirche beschäftigt, und den Schriftzug „750 Jahre im Herzen der Stadt“ sowie die Silhouette von St. Laurentius, wie man sie aus der Adenbachhut sehen kann, in den Weinberg projiziert.
Feuermeister 2019: Die „Niddehöde“.
