Allgemeine Berichte | 25.04.2016

St. Georg Kirmes in Urmitz-Rhein: Junggesellenverein gibt die traditionellen Bestandteile des Kirchweihfestes weiter

„Alle Wege führen nach Örms“

Der Kirmesbaum wurde mit Muskelkraft von den Mitgliedern des Komitees durch die Straßen von Urmitz getragen. GH

Urmitz. Es ist DAS große jährliche Geheimnis: Wie sieht wohl die Kirmeskrone aus, die seit 1949 den Kirmesbaum schmückt? Um es vorweg zu verraten: Es handelt sich um einen überdimensionalen Kompass mit der Aufschrift „Alle Wege führen nach Örms“. Am Samstagnachmittag wurde das Schmuckstück unter Mitwirkung der Gruppe „Tümpelkrähen“ in luftiger Höhe angebracht, nachdem der Kirmesbaum in Handarbeit (und nicht etwa maschinell) von den kräftigen Männern des Komitees des Junggesellenvereins durch den Ort getragen wurde. Begleitet wurden sie hier vom Musikverein Urmitz-Rhein. Beim Aufrichten des Baumes waren natürlich die Männer der Feuerwehr mit ihrem Wehrführer Norbert Oster behilflich. So sperrten diese einen Sicherheitsbereich ab und trugen durch ihre Anweisungen entscheidend dazu bei, dass der stattliche Baum auch in der richtigen Halterung seinen Platz fand.

Sichtbar stolz auf die Männer des Komitees war Peter Kirch, der seit sechs Jahren Vorsitzender des Junggesellenvereins ist. Gemeinsam mit Ortsbürgermeister Norbert Bahl, dessen Vorgängern Norbert Bahl und Erich Oden sowie den in gelb gekleideten Mitgliedern des Alt-Komitees (inaktive Mitglieder) überzeugten sie sich von der Muskelkraft der aktiven Mitglieder, die kräftig mit anpackten. Der kleine Schönheitsfehler des Baumes fiel kaum auf: Leider war beim Fällen des Baumes in Bassenheim die Spitze abgebrochen. Blickfang des Kirmesbaums, dessen Tradition seit 1920 belegt ist, war die anfangs erwähnte Kirmeskrone. Wie Alt-Komitee-Mitglied Christian Oster mitteilte, wurde das große Schmuckstück vom Schießjahrgang 95/96 in der Wagenbauhalle der KG Grün-Weiß Urmitz/Rhein angefertigt. Auch hier zeigt sich, dass sich die Vereine in der Rheingemeinde Urmitz gegenseitig unterstützen.

Lange und stolze Geschichte

Es gibt wenige Organisationen im Bereich der VG Weißenthurm, die auf eine so lange und stolze Geschichte zurückblicken können, wie der Urmitzer Junggesellenverein, der für die Ausrichtung der Kirmes verantwortlich ist. Die erste schriftliche Erwähnung findet sich in einer Kleinchronik von 1723 des damaligen Pastors Georg Roth. Dort heißt es: „Aus althergebrachter Gewohnheit ist die Kirche verpflichtet, den Junggesellen, die die St.-Georg-Statue bei der Prozession tragen, und den Jungfrauen, die den Reliquienschrein tragen, Wein zu spendieren. Ingesamt erhalten sie zwei Quadranten Wein oder acht Amphoren. Diese Portionen pflegen sie aufzuteilen, damit auch die Kaltenengerser ihren Anteil erhalten.“

Natürlich waren auch in diesem Jahr viele Gäste aus den umliegenden Orten zur Kirmes nach Urmitz gekommen. Die Mitglieder des Schorschjahrgangs, die - ebenfalls wie der Schießjahrgang - am Festumzug teilnahmen, schenkten den am Straßenrand stehenden Zuschauern gerne ein Gläschen Wein aus.

Feierliche Prozession

Besonders viele Menschen standen am Sonntag in den Straßen der Rheingemeinde. Zu Ehren des Urmitzer Schutzpatrons St. Georg wurde dessen Statue am Vormittag in einer feierlichen Prozession durch den Ort getragen. Sehr groß war die Beteiligung auch am Festumzug mit allen Ortsvereinen am Sonntagnachmittag. Auch mit der Kranzniederlegung und dem Junggesellenamt am Montagmorgen erinnerten die Urmitzer an die christlichen Ursprünge des Kirchweihfestes, das in Urmitz zweifelsfrei zu den Höhepunkten des Jahres gezählt werden darf. Die Gäste aus nah und fern schätzen auch das Rahmenprogramm des Junggesellenvereins, zu welchem in diesem Jahr unter anderem ein Kirmeseröffnungsball mit der hörenswerten Live Cover-Rockband „Claires Kitchen“ gehört. Im Gegensatz zu vielen benachbarten Gemeinden, wo sich zwischenzeitlich kaum jemand mehr eigens für das Kirmesfest Urlaub nimmt, wird in Urmitz auch der Kirmesfrühschoppen am Montagmittag gepflegt. Hier gab es in diesem Jahr Musik mit DJ Volker und weitere musikalische Unterstützung durch den „Männerchor 1887 Urmitz“. Traditioneller Bestandteil der Kirmes sind natürlich auch die Tombola des Schießjahrgangs sowie der Kirmesabschlussball am Dienstagabend. GH

Die Freiwillige Feuerwehr Urmitz beteiligte sich ebenfalls an der traditionellen Baum-Aufstellung.

Die Freiwillige Feuerwehr Urmitz beteiligte sich ebenfalls an der traditionellen Baum-Aufstellung.

Die Mitglieder des Schorschjahrgangs erfreuten die Zuschauer am Straßenrand mit einer Erfrischung; hier: die Urmitzer Vereinsringvorsitzende Juliane Nieland mit ihrem Ehemann Wolfgang Nieland.

Die Mitglieder des Schorschjahrgangs erfreuten die Zuschauer am Straßenrand mit einer Erfrischung; hier: die Urmitzer Vereinsringvorsitzende Juliane Nieland mit ihrem Ehemann Wolfgang Nieland.

Die Mitglieder der „Tümpelkrähen“ waren bei der Befestigung der Kirmeskrone behilflich und hatten sichtbar viel Spaß.

Die Mitglieder der „Tümpelkrähen“ waren bei der Befestigung der Kirmeskrone behilflich und hatten sichtbar viel Spaß.

Die Kirmeskrone hat in diesem Jahr besonders beeindruckende Ausmaße.

Die Kirmeskrone hat in diesem Jahr besonders beeindruckende Ausmaße.

Der Kirmesbaum wurde mit Muskelkraft von den Mitgliedern des Komitees durch die Straßen von Urmitz getragen. Fotos: GH

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