Allgemeine Berichte | 11.10.2016

Ahrtal-Werke machten 2015 erstmals Gewinn

Allen Grund, positiv in die Zukunft zu blicken

– Mit 12 Millionen Euro Umsatz in Strom, Gas und Fernwärme wurden 87.000 Euro Gewinn erzielt – – Ahrtal-Werke GmbH wächst kontinuierlich weiter –

Die Ahrtalwerke konnten im vergangenenen Jahr das Geschäftsjahr mit einem Gewinn abschließen Foto: Ahrtalwerke /Dominik Ketz

Kreisstadt. In ihrem fünften Geschäftsjahr schreiben die Ahrtal-Werke erstmals einen Jahresgewinn. Das erfuhr der Stadtrat der Kreisstadt in seiner jüngsten Sitzung. Demnach machte die GmbH, die zu 51 Prozent der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und zu 49 Prozent den Stadtwerken Schwäbisch Hall gehört, im Jahr 2015 einen Gewinn in Höhe von knapp 87.000 Euro. Gegenüber dem Vorjahr, das man noch mit einem Minus von 430.000 Euro abschloss, habe sich das Ergebnis um mehr als eine halbe Million Euro verbessert, berichtete Geschäftsführerin Susanne Strauch.

Der Jahresgewinn soll auf neue Rechnung vorgetragen werden, beschloss der Stadtrat einstimmig. Allerdings beträgt der Verlustvortrag aus den ersten vier Jahren noch immer knapp 1,4 Millionen Euro. Der Geschäftsleitung und dem Aufsichtsrat, dem auch fünf Stadtratsmitglieder angehören (die allerdings während der Abstimmung den Saal verließen), wurde einstimmig die Entlastung erteilt.

Der Umsatz wurde im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht

Seinen Umsatz konnte das Unternehmen von 8 Millionen Euro in 2014 auf 12 Millionen Euro in 2015 deutlich erhöhen, was unter Beweis stelle, dass das Unternehmen kontinuierlich wächst, so Strauch. Die Schulden lagen Ende 2015 noch bei 16 Millionen Euro, was vor allem den Anfangsinvestitionen in das Blockheizkraftwerk und dem Ausbau des Fernwärmenetzes geschuldet sei. Das Eigenkapital betrage mittlerweile knapp 5,2 Millionen Euro. Der Jahresabschluss 2014 zeige, dass die Gesellschaft sich nach einer anstrengenden Aufbauphase stabilisiert habe und die Ergebnisse in den einzelnen Sparten zunehmend planbarer würden. Man blicke trotz der unsicheren Rahmenbedingungen der ins Stocken geratenen Energiewende und der „Schieflagen der deutschen Energiepolitik“ positiv in die Zukunft.

Im Geschäftsbereich Vertrieb von Strom und Gas sei das Geschäftsjahr 2015 durch schwierige energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen geprägt gewesen, was die Betriebsergebnisse in der ganzen Branche getroffen habe. Doch entgegen dem bundesweiten Negativtrend hätten die Ahrtal-Werke auch 2015 einen stetigen Kundenzuwachs im Energievertrieb generieren können. „Mit günstigen Preisen, einem kompetenten und freundlichen Service sowie einer starken lokalen Verbindung wurden Neukunden gewonnen, so wurden knapp 500 Zählpunkte mehr abgerechnet als im Vorjahr“, freute sich Strauch.

Das Stromnetz ist gekauft, das Gasnetz noch nicht

2015 hatte man nach langen Verhandlungen das Stromnetz von der RWE AG kaufen können. Das Netz wurde dann für vier Jahre an die RWE-Tochter Westnetz GmbH verpachtet, die es zur Zeit als Unterpächter der Stadtwerke Schwäbisch Hall betreibe. Sämtliche Entflechtungsmaßnahmen habe man bereits 2015 integriert und somit sehr kostengünstig abgeschlossen. Wegen des veralteten Zustands der Umspannanlage Bad Neuenahr müsse man jedoch für die Folgejahre eine Investition in Höhe von 2 Millionen Euro für ein neues Schalthaus einplanen. Das stelle eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und der Netzeffizienz dar. Die Verhandlungen zur Übernahme des Gasnetzes seien noch nicht abgeschlossen.

Die Sparte „Fernwärme“ entwickele sich kontinuierlich positiv, der Wärmeabsatz habe mit beträchtlichen Steigerungsraten erhöht werden können. Doch die weitere Entwicklung, insbesondere im Bereich des Kraftwerks und der Wärmeerzeugungsanlagen, werde stark von den politischen Rahmenbedingungen der Zukunft abhängen. Dennoch schauten die Ahrtal-Werke positiv in die Zukunft. Alle Geschäftsfelder zeigen kontinuierliches Wachstum. Insbesondere solle der bereits kurzfristig erfolgversprechende Bereich der Wärmeversorgung weiter ausgebaut werden. Die anstehende Übernahme des Stromverteilnetzbetriebes werde zur Stabilisierung des Geschäftsbetriebes beitragen.

Grundstück für Unternehmenszentrale soll gekauft werden

Für 2016 will man unter anderem in eine Erweiterung der Fernwärmetrasse investieren, und für eine künftige Unternehmenszentrale soll zumindest ein Grundstück gekauft werden. Die Ahrtal-Werke belieferten 2015 nach eigenen Angaben 2.607 Stromkunden, 2014 waren es noch 2.175. Eine Steigerung gab es auch im Gasgeschäft: Statt 484 Abnahmestellen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 bereits 530 Kunden mit Gas der Ahrtal-Werke beliefert.

CDU-Fraktionsvorsitzender Christoph Kniel wies darauf hin, dass die Ahrtal-Werke in den Jahren seit 2009 bereits mehr als 20 Millionen Euro investiert und dementsprechend auch hohe Abschreibungen auf diese Anlagegüter vorzunehmen hätten. Mit einem Jahresüberschuss von 86.000 Euro habe man die Abschreibungen 2015 erstmals auch tatsächlich verdienen können. „Und wenn man den Jahresüberschuss, die Abschreibungen und die gezahlten Zinsen addiert, so weisen die Ahrtal-Werke einen erweiterten Cashflow von fast 2,3 Millionen Euro aus. Diese Kennzahl gibt Auskunft über die Kapitaldienstfähigkeit des Unternehmens, diese ist wiederum ausschlaggebend für die Bonität. Und die ist bei den Ahrtal-Werken durchaus positiv zu bewerten“, so der Finanzexperte. Die Vorschau bis 2020 zeige weiterhin steigende positive Ergebnisse, was in einer durchaus schwierigen Branche nicht selbstverständlich sei. Doch auch weiterhin müsse die Geschäftsleitung die zukunftsgerichteten energiewirtschaftlichen Themen besetzen und das Fernwärmenetz gezielt ausbauen. Im Übrigen bleibe es spannend, welche Auswirkungen geplante oder geforderte gesetzliche Änderungen zu Strom und Gas in der nächsten Zeit auf die Ahrtal-Werke haben werden.

Guter und interessanter Partner in der Region

SPD-Fraktionschef Fritz Langenhorst freute sich, dass die Kundenzahlen 2015 stetig gewachsen sein. „Durch die breite Aufstellung mit Strom, Gas und Fernwärme sind wir mit den Ahrtal-Werken ein guter und interessanter Partner in unserer Region geworden“, war er überzeugt. Der Eigenkapitalanteil sei in diesem Geschäftsjahr immerhin um zwölf Prozent gestiegen, mit dem neuen Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz stünden den Ahrtal-Werken noch bessere Konditionen zur Verfügung. Er wünsche dem städtischen Tochterunternehmen weiterhin eine glückliche Hand, „und dass die kommenden Jahre von schwarzen Zahlen in den Abschlüssen geprägt sein mögen.“

Grünen-Fraktionssprecher Wolfgang Schlagwein stellte fest: „Klimaschutz zahlt sich aus!“ In den vergangenen sechs Jahren hätten die Ahrtal-Werke in der Kreisstadt Aufbauarbeit für eine klimaschützende Energieversorgung geleistet. Mit der Inbetriebnahme der Nahwärmeversorgung mit der Kraft-Wärme-Kopplung habe man eine hocheffiziente Strom- und Wärmeversorgung aufgebaut, die erheblich Treibhausgasemissionen vermieden. „Damit zahlen die Ahrtal-Werke ihre Klimaschutz-Dividende an uns alle bereits aus.“ Sie sei der Beitrag, die Folgen des Klimawandels und damit auch von Hochwasser und anderen Wetterextremen wenigstens in Grenzen zu halten. Und mit dem Jahresabschluss 2015 zeigten die Ahrtal-Werke, dass sich Klimaschutz auch ökonomisch rechne. Nach den Anschubinvestitionen der ersten Aufbaujahre drehe sich das wirtschaftliche Ergebnis ins Positive. Daher dankte er allen, die vor sechs Jahren den Aufbau dieses Querverbundunternehmen mitgetragen hätten und dies bis heute – allen Anfallswidrigkeiten zum Trotz – auch weiterhin täten.

JOST

Die Ahrtalwerke konnten im vergangenenen Jahr das Geschäftsjahr mit einem Gewinn abschließen Foto: Ahrtalwerke /Dominik Ketz

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