Andernach hat jetzt eine besondere Beratungsstelle für Jugendliche
Aller Anfang ist schwer
Erste Jugendarbeitsagentur wurde im Jugendzentrum eröffnet
Andernach. Die Agenturen für Arbeit, die Jobcenter und die Träger der Jugendhilfe bemühen sich um die Beratung und Integration junger Menschen. In den sogenannten Jugendberufsagenturen arbeiten diese drei Kerninstitutionen zusammen. So erhalten Jugendliche eine abgestimmte und individuelle Unterstützung beim Übergang in Ausbildung und Arbeit. Die erste Jugendberufsagentur im Kreis Mayen-Koblenz wurde in der vergangenen Woche im Jugendzentrum (JUZ) Andernach eröffnet. Die jungen Menschen sollen hier „aus einer Hand“ Beistand erfahren. Mit dieser engen Verzahnung der jeweiligen Fachkompetenzen werden Integrationschancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Arbeitswelt und Gesellschaft verbessert.
Vernetzung ist für beide Seiten zielführend
JUZ-Leiterin und Stadt-Jugendpflegerin Janine Müller begrüßte zur Auftaktveranstaltung zahlreiche Gäste aus den Bereichen Arbeit und Soziales, dem Schulwesen und der Kommunalpolitik. Arno Breitbach Jobcenter Mayen-Koblenz, der die Eröffnungsstunde moderierte, stellte eingangs fest, dass der Übergang von der Schule ins Erwerbsleben, also von der Jugendzeit zum Erwachsensein – für junge Menschen alles andere als einfach sei. „Wir möchten, dass der Jugendliche sich hier gut aufgehoben fühlt und seinen weiteren Lebensweg beschreiten kann. Wir wollen weder jemanden alleine lassen noch verlieren“, versprach Andernachs Bürgermeister, Claus Peitz, in einem kurzen Grußwort. Der Geschäftsführer des Jobcenters Mayen-Koblenz, Rolf Koch, berichtete von den Anfängen dieser Art der Vernetzung im Landkreis und würdigte ihren Wert, der nun mit der Jugendberufsagentur in Andernach eine weitere Ausprägung erfährt. Peter Hahn, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen: „Ich kenne schon Berufsagenturen, aber keine, die in den Räumen eines Jugendzentrums zu finden ist. Das ist schon was Besonderes.“ Er bedankte sich bei den Partnern, die diese Form der Kooperation ermöglichen und bei der die jungen Menschen im Mittelpunkt stehen.
Die Jugendarbeitsagentur hilft auch in schwierigen Fällen
Im Fokus der Herzblut-Bemühungen der Jugendberufsagentur stehen auch junge Menschen, die im Rahmen der Jugendhilfe Begleitung erfahren haben (Care leaver). Aktuelle Studienergebnisse belegen, dass in Deutschland etwa 37.000 junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren als Straßenjugendliche und meist ohne festen Wohnsitz leben. Die Hilfemaßnahmen greifen langfristig nur bei jedem zweiten Betroffenen. Genau hier setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Praxis-Forschungsprojekt „Gesundheits- und Lebensorientierung für Jugendliche aus der Jugendhilfe“ des Instituts für Forschung und Weiterbildung (IFW) der Hochschule Koblenz an. Die Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Robert Frietsch und Dirk Holbach (Hochschule Koblenz) präsentierten im Rahmen der Auftaktveranstaltung ihre Analysen und Erkenntnisse, aus denen sie Handlungsempfehlungen entwickeln. Ziel dieses Projekts sei es, so Prof. Dr. Frietsch, die psychosoziale Gesundheits- und Lebenssituation dieser „schwer zu erreichenden Menschen“ zu verbessern und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Im Anschluss an das Referat hatten die Gäste an Thementischen Gelegenheit, mit den Verantwortlichen der Jugendberufsagentur über konkrete Schritte der Zusammenarbeit zu sprechen. Die Jugendberufsagentur kann dienstags zwischen 13 und 16 Uhr im Jugendzentrum besucht werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, individuelle Termine zu vereinbaren. Kontakt: Jugendzentrum, Tel. (0 26 32) 47 58 7; juz@andernach oder Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz, Tel. (0 26 32) 94 24 0; jc-andernach@kvmyk.de oder Berufsberatung der Arbeitsagentur, Tel. (0 800) 45 55 50 0; mayen.252-U25@arbeitagentur.de.
Jeweils am Dienstag, in der Zeit von 13 bis 16 Uhr, öffnet die Jugendarbeitsagentur Im Andernacher Jugendzentrum (Stadionstraße 88).
Prof. Dr. Robert Frietsch (Hochschule Koblenz) hat mit seinem Kollegen Dirk Holbach junge Menschen in komplexen Problemlagen im Blick.
Rolf Koch, Geschäftsführer des Jobcenters Mayen-Koblenz, bei seinem Grußwort.
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