Begeisterndes Konzert in der Remagener Kulturwerkstatt
Als sei Mick Jagger auf der Bühne
Mit den „Sticky Fingers“ trat eine der besten Rolling-Stones-Tribute-Bands im Alten Jugendheim auf
Remagen. Damit hatten die Mitglieder des Fördervereins Altes Jugendheim auch nicht gerechnet: Nur wenige Stunden nach dem Tag der Demokratie in Remagen, an dem in Remagen wirklich der Ausnahmezustand herrschte, angesichts der vielen Verkehrssperrungen aufgrund der „rechten“ und „linken“ Demonstration ging in der Kulturwerkstatt tatsächlich der Punk ab.
Weit über 80 Fans hatten sich eingefunden, um den „Sticky Fingers“ aus Bonn zu lauschen, den Klängen der Rolling Stones von vor zum Teil über 50 Jahren. Die Bonner Musiker mit Günther Grothaus (Vocals und Bluesharp), Volker Hovestadt (Guitar und Vocals), Dirk Eckel (Guitar), Dietmar Berteld (Bass) und Wolfgang Pitzen (Drums) brachten den Saal zum Toben, Erinnerungen wurden wach, stillstehen ging gar nicht. Die „Sticky Fingers“ hielten, was sie versprachen: „Wir sind die Nachfolger der „Rolling Stones.“ Mehr als zwei Stunden hallten die Klassiker der 70er- und auch früherer Jahre durch den Saal, brachten das Publikum auf Touren.
Günther Grothaus sieht nicht nur aus wie Mick Jagger, er bewegt sich so, singt und gibt sich so: ausgelassen, überzeugt, eine musikalische Stones-Legende. Nur sein Hemd flog dieses Mal nicht. Neben den Bonner Musikern ging auch wieder „Cleanhead Kiki“, der Remagener Saxophonist, der in der Kulturwerkstatt ein Heimspiel hatte, mit auf die Bühne und begleitete vier Stücke der „Sticky Fingers“ mit Soli. Und er fühlte sich sichtlich wohl im Umfeld der Bonner Band, die bereits zum zweiten Mal in Remagen spielte. Sein Saxophon schien zu leben, seine Interpretationen verführten das Publikum zu ständigen Beifallsstürmen.
Die „Sticky Fingers“ zählen für viele Fans zu den besten Rolling-Stones-Tribute-Bands. Und das stellten sie eindrucksvoll unter Beweis, so bei „Ruby Tuesday“, „Dead Flowers“, „Carol“, „May be the last time“, „Under my thumb“ oder auch „Get off of my cloud“. Da konnte so mancher Fan natürlich auch in den Gesang einstimmen. Textsicher waren zahlreiche Gäste. Da erinnerten sich die Fans gerne an das Hippie- und Revoluzzer-Feeling von damals. Die Band, die versprach wiederzukommen, war eine echte Bereicherung der musikalisch-kulturellen Landschaft in Remagens Kulturszene. Das fanden auch die Fans der Rolling Stones und der „Sticky Fingers“. AB
