Vortrag im Bad Bodendorfer Winzerverein stieß auf riesiges Interesse

Als vor 75 Jahren die Bomben fielen

Wolfgang Gückelhorn ließ den Angriff auf einen Flak- und einen Lazarettzug im Januar 1945 lebendig werden

21.01.2020 - 14:52

von Bernd Linnarz

Bad Bodendorf. Vor 75 Jahren, genau am 23. Januar, griffen neun amerikanische Lightning-Jagdbomber einen Flakzug und einen

Lazarettzug auf den Gleisen der Ahrtalbahn in der Nähe des Reisbergs an. Die tragischen Ereignisse forderten insgesamt 17 Todesopfer. Wie lebendig die Erinnerungen und das Interesse an diesem schwärzesten Tag der Dorfgeschichte in Bad Bodendorf sind, wurde am vergangenen Freitag im Winzerverein deutlich. Der kleine Saal war restlos überfüllt.

Ganz wichtig für die, die keinen Platz mehr ergattern konnten: Der veranstaltende Ortsbeirat entschloss sich spontan, die Veranstaltung mit dem Militärhistoriker Wolfgang Gückelhorn aus Bad Breisig am Freitag, 31. Januar, um 18 Uhr an gleicher Stelle zu wiederholen.


Vortrag diente auch dem Gedenken


Bereits vor geraumer Zeit hatte sich der Bad Bodendorfer Ortsbeirat für die Durchführung dieses Vortrags auch als Gedenkveranstaltung für die tragischen Ereignisse entschlossen. Referent Gückelhorn, ein ausgewiesener Kenner der Militärgeschichte in der Region, hatte intensiv in rund zwei Dutzend Archiven recherchiert, darunter die Stadtarchive in Sinzig, Ahrweiler, Andernach, das Militärarchiv des Bundes in Freiburg bis hin zum Archiv der US Airforce auf der anderen Seite des Atlantik. In Bad Bodendorf hat es immer wieder ganz unterschiedliche Interpretationen und Opferzahlen gegeben. Der Vortrag am Freitag brachten nun Klarheit in die historischen Gegebenheiten. Zugegen waren auch zwei prominente Bad Bodendorfer Zeitzeugen. Pitt-Jupp Bauer und Dieter Ameln erlebten als Pänz den Angriff der amerikanischen Jagdbomber mit.


Kein Verstoß gegen Genfer Konvention


In seinem Vortrag machte Gückelhorn deutlich, dass es sich nach seinen Erkenntnissen beim Angriff nicht um einen Verstoß gegen die Genfer Konvention gehandelt hat, sondern eher um eine Verkettung sehr ungünstiger Umstände. Die deutsche Wehrmacht hatte an jenem schicksalsschweren Tag in der Nähe des Reisbergs auf der Ahrtalstrecke eine Eisenbahnflak in Stellung gebracht. Die sollte die Ludendorff-Brücke in Remagen und die linksrheinische Ahrbrücke schützen. Die Flak war im gesamten Gleisbett der Ahrtalstrecke verankert, und so musste ein aus Richtung Bad Neuenahr kommender Lazarettzug wegen der unpassierbaren Gleise warten. Die amerikanischen Jagdbomber waren nach den Recherchen des Militärhistorikers um 14.28 Uhr in Belgien gestartet und begannen nach dem Überflug Bad Bodendorfs um 15.10 Uhr mit den Angriffen. Zunächst wurde die Flak bombardiert und nach einer langen Wende auf der anderen Rheinseite über Datenberg gab es einen zweiten Angriff mit den Bordkanonen. Dabei wurde einer der neun Bomber abgeschossen und stürzte östlich von Lohrsdorf brennend auf den Boden. Die Bilanz liest sich aber heute auch noch tragisch. Unter den 17 Toten waren zwei Wehrmachtssoldaten der Flakbatterie, elf Verwundete aus dem Lazarettzug, ein amerikanischer Pilot und auch drei Bad Bodendorfer. Unter ihnen Landwirt Johannes Michael Mies, der mit dem französischen Kriegsgefangenen Jules Paul Aubard ebenso auf den Reisberg zum Holz machen war wie der Buchdrucker Johannes Karl Schöler.

Eine weitere Tragik in der Historie: Es gab keine Kennzeichnung des Lazarettzugs etwa durch Rote Kreuze auf den Zugdächern. Nach dem Vortrag haben die Bad Bodendorfer aber wesentlich mehr Klarheit über den schwärzesten Tag ihrer Dorfgeschichte. Und wie gesagt: Am Freitag, 31. Januar, gibt es um 18 Uhr ja noch einmal eine Wiederholung. BL

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Kommentare
Harald Zobel:
Gute Ideen und Lösungsvorschläge, die in der Pandemie dienlich wären, interessieren viele Menschen nicht. Auch nicht wenn es um Kinder geht. Die physischen und psychischen Spätfolgen, die unsere Kinder durch das Tragen einer "Schutzmaske" erleiden, sind noch garnicht abschätzbar. Die Kritiker des Kommentars von Herrn Dr. Bollinger, glänzen vor allem durch Desinteresse und Halbwissen. Sie leisten hier keinen positiven Beitrag. Es geht wie immer nur um das diskreditieren der AfD, aufgebaut auf abgedroschenen Phrasen. Herr Dr. Bollinger und Herr Bleck sind hervorragende Politiker in Kommunal-, Landes-, und Bundespolitik. Sie interessieren sich noch für die Probleme der Bevölkerung. Was die Politiker der anderen Parteien in den letzten Jahren mit oder ohne "Abschluss" zustande gebracht haben, liest sich wie ein "Schwarzbuch der Politik" !
Patrick Baum:
@Antje Schulz, es ist völlig richtig, daß in der AfD Rheinland-Pfalz das Chaos herrscht. Nicht ohne Grund liegt die AfD in Rheinland-Pfalz in den aktuellen Umfragen zur Landtagswahl zum Glück deutlich unter ihrem Wahlergebnis von 2016. Der Grund dafür liegt in der katastrophalen Arbeit des AfD-Landesvorstands um die Führungspersonen Michael Frisch und Jan Bollinger. Inhaltlich hat die AfD Rheinland-Pfalz außer abstrusen Forderungen nichts zu bieten. Zum Leserkommentar von Natalie Bleck ist zu schreiben, daß diese auch eine AfD-Funktionärin ist. Sie ist auch die Ehefrau des AfD-Abgeordneten Andreas Bleck, der fast 20 Semester Semester erfolglos auf Lehramt studiert hat und jetzt ohne jeglichen Berufs- oder Studienabschluß im Bundestag sitzt.
Natalie Bleck:
Es nicht richtig, dass Herr Frisch die Maskenpflicht in Schulen befürwortet hat. Er sprach sich Ende April - als es noch deutlich weniger Daten zu Covid-19 gab - für eine Maskenpflicht im ÖPNV und beim Einkaufen aus. Und er hat kritisiert, dass die Landesregierung es versäumt hat, flächendeckend professionelle Schutzmasken für die Bevölkerung zu beschaffen. Und damit hat er Recht! Denn diese sind nun mal besser als selbstgenähte Baumwollmasken, wie erste Studien zeigen. Im Übrigen hatte die Regierung in den letzten Monaten ausreichend Zeit, Masken zu beschaffen und hat es wieder einmal versäumt.

Auf nach Bayern

juergen mueller:
Was heißt vor Kurzem? Eine mehrtägige Reise ausgerechnet nach Bayern, unter anderem nach Berchtesgaden. Interessant wäre zu erfahren, WER von den durchweg älteren Teilnehmern mittlerweile positiv getestet wurde bzw. entsprechende Symptome aufweist. Nicht immer auf den "Jungen" herumhacken - den "Alten" fehlt es ebenso an Vernunft, Einsicht und Rücksichtnahme. KEINER dieser Unvernünftigen trägt eine Maske, geschweige denn Abstand wird eingehalten. Wenn infiziert - dann bloß nicht jammern.
Baruch Zuckerfeld :
Faktisch haben selbst die Unprofessionelln Ermittlungen seitens der Polizei den Verdacht auf Kindesmissbrauch erhärtet männliche DNA wurde definitiv laut Kriminalbericht und des Arzt Berichts der mir auch vorliegt gefunden so wurden auch Rötungen und Hämatome gefunden fest gestellt zudem sind die Erlebnisse und Schilderungen der kleinen zu Detailgetreu als das man das erfinden würde
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