Letzte „Lindemann-Führung“ im Jahr 2017 begeisterte die Teilnehmer
Als zwischen Mülheimern und Rübenachern die Fäuste flogen
Neue Stadtführungen im nächsten Jahr
Mülheim-Kärlich. „Doresch Ketsch ohne Neid, doresch Kärlesch ohne Streit, doresch Müllem ohne duut jeschloon, kann en Boohm von Jelöck soon“, so lautet ein altes Mundart-Gedicht, welches im Rahmen der „Lindemann-Führung“ vorgetragen wurde. Die VHS der Verbandsgemeinde Weißenthurm hatte zu der Wanderung durch den Stadtteil Mülheim eingeladen. Die 25 teilnehmenden Gäste erlebten zwei Stunden voller Überraschungen. Ausgangspunkt der Wanderung war das „Lindemann-Denkmal“, welches im Jahre 2002 auf Initiative des Möhnen-Clubs vor dem Rathaus errichtet wurde. Es erinnert an den vorletzten Ausscheller der ehemals selbstständigen Gemeinde Mülheim Peter Linden, der von der Bevölkerung häufig nur „Lindemann“ genannt wurde. Sozusagen als Nachfolger und „lebendiges Denkmal“ begrüßte Gästeführer Horst Hohn die Anwesenden mit einer historischen Bekanntmachung.
„Gesicht einer Stadt wird nicht nur von Gebäuden bestimmt“
Im Rahmen des zweistündigen Spaziergangs durch den Stadtteil Mülheim erläuterte er nicht nur Interessantes zu Gebäuden und Plätzen, sondern vor allem auch zu Mülheim-Kärlicher Persönlichkeiten. „Das Gesicht einer Stadt wird nicht nur durch Gebäude bestimmt, es sind vor allem die Menschen, die einen Ort mit Leben füllen. Deshalb lernen Sie im Rahmen der Führung auch einige Originale kennen“, so Horst Hohn. Eines dieser Originale war Peter Linden. Er verrichtete bis 1961 seinen Dienst als Ausscheller und ist den Menschen insbesondere aufgrund seines eigensinnigen Humors in guter Erinnerung geblieben.
Während der Stadtführung wurde auch erklärt, welche Speisen und Getränke man in Mülheim-Kärlich bevorzugt, welchen Dialekt man spricht und welche unterschiedlichen Eigenheiten auch heute noch den Mülheimern und den Kärlichern nachsagt werden.
Besonders letztgenannte Informationen wurden von Gästeführer Horst Hohn mit einer guten Portion Humor serviert. Dorothea Kalus, stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats des Landkreises Mayen-Koblenz, war zum Abschluss sichtbar begeistert: „Auch als Mülheim-Kärlicherin habe ich viel Neues gelernt. Wir haben manche Besonderheiten gesehen, die man im Alltag wenig beachtet“, so die Teilnehmerin der Erlebnis-Führung.
Auch ein Rübenacher Ehepaar war erfreut: „Wir finden es toll, dass so etwas in Mülheim-Kärlich angeboten wird. Schade, dass es eine vergleichbare Führung in unserem Stadtteil nicht gibt.“ Bezugnehmend auf das Anfangs erwähnte Mundart-Gedicht bestätigte das Ehepaar, dass die älteren Einwohner von Rübenach auch heute noch gelegentlich von den „Müllemer Duutschlägern“ sprechen. Dies ist auf manche Schlägerei zwischen Rübenachern und Mülheimern in früheren Jahren zurückzuführen. Glücklicherweise sind diese Zeiten jedoch vorbei. Gerne kehrte das Rübenacher Ehepaar daher nach der Stadtführung in die Mülheim-Kärlicher Gastronomie ein.
Mit der VHS-Veranstaltung endete die diesjährige Saison der Lindemann-Führungen. In der kalten Jahreszeit werden diese leider nicht mehr angeboten, da die aufgesuchten Stationen sich fast ausschließlich im Außenbereich befinden. Neue Termine für die Führung werden wieder ab dem Frühjahr 2018 angeboten. GH
Im Mittelpunkt der Stadtführung standen nicht nur Gebäude und Plätze, sondern insbesondere auch Mülheim-Kärlicher „Originale“, wie der vorletzte Ausscheller Peter Linden.
Die Teilnehmer wurden m it einer historischen Bekanntmachung durch0 das „lebendige Bronze-Denkmal“ am Rathaus begrüßt.
