Allgemeine Berichte | 07.12.2016

Ehemaliger Verwaltungssitz bietet jetzt mitten in Treis zwölf Behinderten ein Zuhause

Altes Rathaus mit neuem Leben erfüllt

Altes Rathaus mit neuem Leben erfüllt

Treis-Karden. Nur strahlende Gesichter gab es in der Hauptstraße, als das „Haus Elisabeth“, ehemals Rathaus der VG Treis-Karden, seiner neuen Bestimmung übergeben wurde. Das Kloster Ebernach hatte zum Jahresbeginn das alte Rathaus gekauft, um dort eine neue Bleibe für 12 Menschen mit Handicap einzurichten. Die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz, die in Ebernach 280 behinderte Menschen betreuen, haben bereits vier solcher Einrichtungen im Kreisgebiet in Betrieb und besitzen mit „Haus Elisabeth“ nun die zweite Wohngruppe in Treis. Das behindertengerecht und barrierefrei eingerichtete vierstöckige Gebäude liegt zentral im Ort und ist am 21. Januar gekauft worden.

„Hier bietet sich die einmalige Chance, dass unsere Betreuten direkt am Arbeitsplatz (Moselland-Werkstätten) wohnen und leben können“, bemerkte Verwaltungschef Werner Schaub bei der Begrüßung. Er dankte schon jetzt den Bürgern von Treis für die Toleranz und die Bereitschaft, im Zeichen der Inklusion Menschen mit Behinderung aufzunehmen.

Zusammen mit MdL Anke Beilstein, Landrat Manfred Schnur, Bürgermeister Helmut Probst, Beigeordnetem Jürgen Claßen und vielen Ehrengästen aus Wirtschaft, Handel und Gesellschaft drängten sich rund 60 Gäste im Treppenhaus, denn die vielen Bürozimmer sind samt Sitzungssaal in moderne Appartements im Dachgeschoss und in helle Wohn- und Schlafräume umgebaut worden. Ein Aufzug wurde ebenso eingebaut, wie die sanitären und heizungstechnischen Einrichtungen erneuert wurden. Zwölf stationäre Wohnplätze und vier ambulante Wohnangebote bietet jetzt „Haus Elisabeth“ und die Freude der neuen Bewohner war ihnen anzusehen. Ungeduldig warteten sie auf die Eröffnung, die nach der Einsegnung durch Pastor Hermann-Josef Floeck vorgenommen wurde. Landrat Schnur lobte ebenso wie Bürgermeister Helmut Probst das Engagement des Klosters Ebernach. „Treis ist ein gutes Beispiel für Inklusion, denn schon 20 Menschen mit Handicap leben bereits seit Jahren in der Dorfgemeinschaft“, sagte Beigeordneter Jürgen Claßen. Während einige Ehrengäste als Gastgeschenk ein Briefkuvert dabei hatten, will Landrat Schnur die Bewohner demnächst zu einem Pizzaessen einladen.

Die Tag-und Nachtbetreuung ist durch ein multiprofessionelles Team unter Leitung von Sandra Müntnich gewährleistet. Für sie und einige andere Mitarbeiter gab es einen dicken Blumenstrauß, ehe die Musikgruppe Ebernach die feierliche Einweihung musikalisch verschönerte. Architekt Klaus Zimmer aus Neuwied überreichte den obligatorischen Schlüssel an die neuen Bewohner, die als Zeichen der Verbundenheit das alte Wappen und die Schrift „Rathaus“ außen am ehemaligen Verwaltungssitz behalten werden. TT

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