„Rummele gestalten“ in Boden
Altes Westerwälder Brauchtum erfreut sich großer Beliebtheit
Boden. Sommer-Temperaturen, der Drang nach kreativem Gestalten und nicht zuletzt die Bereitschaft zur Unterstützung eines alten Westerwälder Brauchtums lockte Erwachsene und Kinder zum Bauhof der Gemeinde Boden. Nicht nur Kinder, Bodenerinnen und Bodener sind der Einladung gefolgt; es konnten Gäste von Wallmerod über Wirges, Montabaur bis nach Höhr-Grenzhausen begrüßt werden.
Selbstgezogene Rummele mussten noch kurz vorher durch den Kauf einiger besonders dicker Exemplare ergänzt werden, um allen Kindern eine ansehnliche Auswahl an Rummele zu bieten. Somit hatten alle die Gelegenheit, ihre Wunsch-Rummel auf dem bereitstehenden PKW-Anhänger zu ordern. Tische und Bänke vor dem Bauhofgebäude boten jetzt in der angenehmen Abendsonne die Basis für den Umgang mit Messer, Säge, Löffel, Draht und Nägel. Nicht jede Rummel überlebte die mit ihr angestellten Prozeduren – kein Problem, es war ja noch genügend Vorrat vorhanden.
Eltern, Opas und Omas halfen bei der „Projektgestaltung“ des Kindes oder Enkels kräftig mit. Teilweise vorgefräste Rummele ersparten einen Teil der Aushöhle-Arbeit, Erfolge des Schaffens waren bald zu sehen. Zur Ausschmückung der Gruselgesichter stand eine Menge Deko-Material bereit, das mit Drahtkrampen und Drahtstückchen platziert wurde; abgebrochene Streichhölzer brachten lückenhafte Gebisse besonders zur Geltung!
Der fertig dekorierte Bollerwagen zeigte auf der einen Seite aus Zucchini und kleinen Rummele gefertigte „Gnome aus dem Brinkenwald“ und auf der anderen Seite einen Elefanten, der ebenfalls aus den „Ernteergebnissen“ des Gartens gefertigt war. Eine Sprühdose mit „Elefantengrau“ gab dem Ganzen den gewünschten, einheitlichen tierischen Glanz.
Bei Einbruch der Dunkelheit begann der Dorfumzug. Der mit Fackeln beleuchtete Bollerwagen machte den Anfang des Zuges gefolgt von den modulierten, beleuchteten Gruselgesichtern, die von Erwachsenen und Kindern getragen wurden.
Zurück am Bauhof war nun Pizza-Essen angesagt, was von Groß und Klein bei immer noch angenehmen Temperaturen freudig angenommen wurde. Ein gelungener Abend für Kinder und Erwachsene aus nah und fern mit viel Lob für die Akteure machte die Runde. Das „Gemeinsame Aufräumen“ war für alle Beteiligten eine gern gemachte Pflicht-Aufgabe.
Auch über Boden hinaus erfreute sich das Rummele gestalten großer Beliebtheit.
Die Teilnehmer waren mit großem Eifer bei der Sache.
Rummele gestalten – ein altes Westerwälder Brauchtum.
Der Elefant war ebenfalls aus „Ernteergebnissen“ des Gartens gefertigt.
