Allgemeine Berichte | 03.09.2018

Großes Interesse an Wasserwanderung des Westerwald-Vereins Buchfinkenland

Am Abend dem Abwasser vom Vormittag wiederbegegnet

Florian Benten und Siegbert Herbst erläutern im Gruppenwasserwerk Buchfinkenland hinter dem Horbacher Waldstadion dessen Funktion.privat

Buchfinkenland. Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen: Ausreichend verfügbares und unbedenkliches Wasser ist von elementarer Bedeutung für die Gesundheit Ernährung und auch für die Umwelt. Die Wasserver- und Entsorgung nachhaltig und zu tragbaren Kosten zu sichern, ist deshalb eine der anspruchsvollsten kommunalen Aufgaben. Davon konnte sich eine große Gruppe interessierter Bürgerinnen und Bürger auf Einladung des Westerwald-Vereins im Buchfinkenland einen ganzen Abend lang bei einer „Wasserwanderung“ überzeugen.

Dazu begrüßte Vorstandsmitglied Uli Schmidt im 1966 gebauten Gruppenwasserwerk Buchfinkenland hinter dem Waldstadion in Horbach die Teilnehmenden. Er stellte den Leiter der Verbandsgemeindewerke Montabaur, Florian Benten, vor, der die Gruppe auf der gesamten Wanderung fachlich begleitete. Gemeinsam mit Was-sermeister Siegbert Herbst führte er zunächst durch das Wasserwerk und zeigte den Gästen auch die zwei je 175 Kubikmeter fassenden Wasserbecken. Zum Beweis für die hohe Qualität des Produktes bot Herbst allen ein Glas gutes „Buchfinkenwasser“ aus dem 120 Meter tiefen Brunnen an.

Zweite Station war das alte Gackenbacher Wasserwerk vor dem Seniorenzentrum Ignatius-Lötschert-Haus. Dort informierte der Werkleiter darüber, dass dieses noch genutzt wird und hier das Quellwasser der Umgebung gesammelt und an den eben besichtigten Hochbehälter gepumpt wird. Davon, dass auch dieses alte „Wasserhäuschen“ noch eine wichtige Funktion hat, zeugte eine Antenne auf dem Dach, mit deren Hilfe die aktuellen Daten immer an die Zentrale übermittelt werden. Daneben wird von hier auch im Bedarfsfalle das Altenheim mit Löschwasser versorgt.

Wasserverbrauch auf dem Niveau von 1993

Bei der dritten Station im Gemeindehaus Gackenbach stand ein Vortrag von Florian Benten zum Thema „Zahlen, Daten, Fakten zur Wasserver- und Entsorgung in der VG Montabaur“ auf dem Programm. „Wir wirtschaften gut mit dem Geld der Bürger und belasten diese moderat mit 600 Euro im Jahr pro durchschnittlichem Haushalt“, so der Werkleiter, der auch alle Fragen beantworten konnte. In einer anschaulichen Präsentation stellte er einige der vielen Quellen, Tiefbrunnen und Kläranlagen vor und erläuterte deren Funktion im Wasserkreislauf der VG. Über ein Leitungsnetz von 334 Kilometern werden fast 14.000 Haushalte versorgt. An diese werden aktuell im Jahr etwa zwei Millionen Kubikmeter Wasser abgegeben, was der Menge von 1993 entspricht. In dieser Zeit ist die VG allerdings um 7.000 Einwohner gewachsen, was nicht auf einen verschwenderischen Umgang mit dem kostbaren Nass schließen lässt.

Investitionen in Kanalsanierung notwendig

Nach dem Bezug von Fremdwasser von außerhalb der VG gefragt, bezifferte Benten diesen auf etwa zehn Prozent, die aber nötig seien. Davon komme der Großteil über eine Leitung von Vallendar in die Augst und werde dort über eine Ringleitung bei Bedarf in die gesamte VG eingespeist. Besorgt äußerte er sich zum fehlenden Fachkräftenachwuchs. Wichtig sei für eine nachhaltige Wasserversorgung, die Investitionen auf einem hohen Niveau zu halten: „Wir müssen in den kommenden 15 Jahren wohl etwa 40 Millionen Euro in die Kanalsanierung stecken“, so Benten.

Am Ortsausgang von Gackenbach ins Gelbachtal wurde vor drei Jahren ein Regenüberlaufbecken gebaut. An dieser vierten Station des Abends stellte der Werkleiter dessen Bedeutung im Wasserkreislauf vor. Es dient dazu, bei Starkregen das Niederschlagswasser aufzunehmen und verzögert an den Bach abzugeben. „Das Bauwerk hilft dabei, dass die Bewohner an Rhein und Mosel weniger Angst vor dem nächsten Hochwasser haben müssen“, meinte eine Teilnehmerin.

Ein besonderes Erlebnis bot als fünfte und letzte Station des Abends die mechanisch-biologische Kläranlage im Gelbachtal in der Nähe von Kirchähr. Dort begegneteden Wasser-Wandersleuten ihr Toilettenpapier vom Vormittag. Abwassermeister Alexander Göttert erläuterte hier den Weg des ankommenden Schmutzwassers bis zur Weiterleitung in den Gelbach. „Über Rechen werden in der mechanischen Vorreinigung grobe Verschmutzungen wie Laub, Steine und Hygieneartikel entfernt“, so Göttert. Nach dem Sandfang komme dann das Vorklär-, Belebungs- und Nachklärbecken. In einer chemischen Reinigungsstufe werde noch Phosphor entfernt. Als Abfallendprodukt fällt getrockneter Klärschlamm an, der einer thermischen Verwertung zugeführt wird.

Unfreiwillige Dusche

Auf die sechste unfreiwillige Wasserstation hätten die vielen Exkursionsteilnehmer und -teilnehmerinnen dann verzichten können: Aus dem Abendhimmel goss es in Strömen. Aber irgendwie gab es auch keinen passenderen Abschluss für eine informative Wasserwanderung, die allen Teilnehmenden nicht nur viele neue Erkenntnisse gebracht, sondern offensichtlich auch noch etwas Spaß gemacht hatte. Ein abschließendes (mit heimischem Wasser gebrautes) Getränk trug dazu bei.

Pressemitteilung Westerwald-Verein Buchfinkenland

Florian Benten und Siegbert Herbst erläutern im Gruppenwasserwerk Buchfinkenland hinter dem Horbacher Waldstadion dessen Funktion.Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Daueranzeige 2026
Maifest in Dedenbach
Minijob
Innovatives rund um Andernach
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 17
100 Jahre Eifelverein Dernau
Empfohlene Artikel
Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung.Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
342

Andernach. Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung. Gleichzeitig verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz in der Grünflächenpflege.

Weiterlesen

Die Kreisverwaltung in Koblenz. Foto: ROB
136

Kreis MYK. Im Mai 2026 findet im Kreis Mayen-Koblenz die Bundeswehrübung „Gelber Merkur 2026“ unter der Leitung der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum statt. Der Zeitraum dieser Übung erstreckt sich vom 8. bis 22. Mai, und die Aktivitäten sind nicht nur auf Standort- oder Truppenübungsplätze beschränkt. Die beteiligten Kräfte bewegen sich auch im öffentlichen Raum, was dazu führen kann, dass Schussgeräusche durch den Einsatz von Platzpatronen wahrnehmbar sind.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
49

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
42

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Ralf Schweiss
Hausmeister, bis auf Widerruf
Dienstleistungen
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Industriemechaniker
Gesundheit im Blick Lahnstein
Innovatives rund um Andernach
Gesundheit im Blick
Titelanzeige
Angebotsanzeige (April)
Gesundheit im Blick
Verwaltung Immobilien
SB Wahlen
Pädagogische Fachkraft (w/m/d)
Anzeige KW 17