Büchereiverbund Wachtberg hatte zu Lesung eingeladen
„Amerikanischer Weltstar“ in ausverkaufter Marktscheune
Die Niederbachemer Autorin Susanne Fuß stellt ihren Erstlingsroman „Driving Phil Clune“ vor
Wachtberg-Berkum. Wenn die Liedzeile stimmt, wonach es der Wunsch jedes Kölners ist, „eemol em Levve Prinz zo sinn“, dann will sicher auch jeder Berliner Taxifahrer einmal im Leben, ein einziges Mal nur, Angelina Jolie oder George Clooney vom „Adlon“ in die Filmstudios nach Babelsberg fahren. Darf aber bitte vielleicht auch Oscarpreisträger Tom Hanks sein? Warum nicht!
Und genau das ist der Plot, den die Niederbachemer Autorin Susanne Fuß ihrem Erstlingsroman „Driving Phil Clune“ zugrunde legt. Der Büchereiverbund Wachtberg hatte zu dieser Lesung in seiner Vorlesereihe „Literarische Marktscheune“ eingeladen, und viele Literaturfreunde kamen.
Angeregt durch einen Clip auf Youtube mit dem Weltstar Tom Hanks – der David Lettermann in dessen Talkshow euphorisch beichtete, dass er Deutschland vor allem wegen seiner tempolimitfreien Autobahnen liebe, auf denen man auch einmal 130 km/h fahren dürfte, ohne gleich eingesperrt zu werden – entwickelte die Lektorin und Übersetzerin englischsprachiger Literatur eine Kriminalkomödie mit irre komischen Dialogen und irrwitzigen Verwicklungen. In dieser übernimmt der sich selbst frisch aus der Psychiatrie entlassen habende Bruder des taxifahrenden Filmfreaks, um diesem wegen einer Notlüge aus der Patsche zu helfen, eben einmal für eine fingierte Taxifahrt die Rolle des Tom Hanks. Der muss im Roman natürlich aus justiziablen Gründen anders heißen, nämlich Phil Clune.
Die schauspielerische Leistung des Bruders ist dabei so überzeugend, dass es sich zwangsläufig dem Brüderpaar aufdrängt, eine solche Taxifahrt noch einmal gegen ein Entgelt eifersüchtigen Kollegen und Kolleginnen meistbietend zu offerieren. Als dann der falsche Phil Clune von einer etwas wenig professionell agierenden Bande in der irrigen Annahme, er sei der echte Filmstar, entführt wird, nimmt das Schicksal bis zum höchst skurrilen Showdown bei der Geiselübernahme einen höchst temporeichen, wahnsinnig komischen Verlauf.
Die Lachmuskeln des Publikums in der bis auf den letzten Platz besetzten Marktscheune in Berkum waren also gefordert, als Susanne Fuß die Figuren und die verzwickten Handlungsstränge ihres Romans entwickelte und bei ihren lebhaften Dialogen die einzelnen Figuren mit ihrer Stimme gekonnt und variationsreich zum Leben erweckte. Einem Drehbuch ähnlich sind die einzelnen Szenen angeordnet, die schnellen Orts- und Zeitsprünge erinnern an die Montagetechnik im Film, sodass man bei der lebendigen und anschaulichen Lesung immer wieder Filmbilder – mit seinen Lieblingsschauspielern? – vor Augen hatte.
Passend zum „Spielort“ Berlin servierte dann in der Pause das freundliche Team der Marktscheune um Marktleiterin Susanne Eisenberg dem Publikum Berliner Weiße und eine urtypische kulinarisch-lokale Spezialität: ne unjemeen läckerä Curryworsch! Und im Anschluss an die kurzweilige Lesung verriet die Autorin noch, dass ihr zweiter Band mit demselben Personal schon fertig in ihrer Schublade liegt und nur noch der Veröffentlichung durch eines Verlags bedarf. Lachen sicher wieder garantiert.
Pressemitteilung des
Büchereiverbunds Wachtberg
