Comedian Bernhard Hoëcker im Kapuzinerkloster zu Gast
Amüsante Zwerchfell-Attacken erfreuten das Publikum
Cochem. Energiegeladen, quirlig und überaus präsent, eroberte kürzlich der bekannte TV-Comedian Bernhard Hoëcker die Kulturbühne des Cochemer Kapuzinerklosters, auf der er im Rahmen seines neuen Programms „So liegen Sie richtig falsch“, erfolgreiche Angriffe auf die Lachmuskulatur seiner Zuhörer fuhr. Letztere hatten den Pater-Martin-Saal bis auf den letzten Platz besetzt und zeigten sich vom feinsinnigen oder groben, stets aber schlagfertigen Verbal-Elan des 1,59 Meter großen Hünen sehr angetan. So ging die Strategie von Hoëcker, das erwartungsfreudige Publikum in seine Show mit einzubinden, in der von ihm angestrebten Weise voll auf. Dabei gab der gebürtige Rheinland-Pfälzer (Neustadt a. d. Weinstraße) zunächst den ahnungslosen Großstädter aus Köln, der sich per kurzweiligem Frage- Antwortspiel über die Moselregion, Cochem und speziell seine Einwohner und Anrainer erkundigte und dabei seine direkten Ansprechpartner oft amüsant vorführte. Da Schadenfreude immer noch die schönste Freude ist, brach er damit schnell das Eis zum Publikum, das hiernach auch sofort seine anfängliche Zurückhaltung aufgab. So produzierte der Comedian, u.a. bekannt aus TV-Serien wie „Switch reloaded“, Comedy Arena“, „Genial daneben“ und Träger des Deutschen Fernsehpreises, in der Folge Gags am Fließband, die sich zunächst das ausgeprägte Musterdenken des Homo Sapiens als variantenreiche Plattform vornahmen. Hier konnte Bernhard Hoëcker unterhaltsame Überzeugungsarbeit leisten, was ihn unisono auf die nächste Stufe seiner Zwerchfell-Attacken brachte.
Die Technik macht es heute möglich; und wenn auch bei anderen Bühnengrößen jedweder Art der Handyeinsatz des Publikums während einer Show verpönt ist, so gehörte er bei Hoëcker dazu. In einem spontanen Umfragetool ließ sich der Comedian seine Fragen über die Smartphones seiner Zuhörer beantworten, deren Ergebnisse unmittelbar auf die Bühnenleinwand projiziert wurden. Nach einem amüsanten Angriff auf die Hompage eines Maifeldortes, wozu ihn ein Erste-Reihe-Besucher animiert hatte und sein Team-Techniker ihm hilfreich zur Hand ging, beschäftigte sich der Hauptdarsteller des Abends überdies mit der Definition multikultureller Finger- und Handzeichen, die unter dem Strich zu diversen Missverständnissen führen könnten, das Publikum aber zu Lachsalven animierte. Dabei ging er auch auf die berühmte Fingerhaltung von Angela Merkel bei ihren Auftritten ein, die sie laut ihm keineswegs als Mitglied der Illuminaten ausweisen würde. So zogen sich auch die bundesdeutschen Lehranstalten, deren Bedienstete, deren Schüler und das vermittelte Wissen wie ein roter Faden durch die Ulk-Interpretationen des Comedian. „Ich habe definitiv für´s Leben und nicht für die Pisa-Studie gelernt“, so Hoëcker. Auch aus der germanischen Geschichte weiß er vorzutragen und eklatante Fehleinschätzungen richtig zu stellen. Hier mussten die berühmten „Walküren“ herhalten, die tatsächlich elfenartige Himmelswesen und nicht Prachtweiber mit großer erotischer Nutzfläche waren, wie laut ihm in bekannten Wagner-Opern dargestellt. Für das junge Publikum wusste Hoëcker die Oper zeitgemäß als „Motto-Album“ zu erklären. Überhaupt waren Geschehnisse aus dem Alltag und deren amüsant erklärte Ursachen stets das Salz in einem schmackhaften Comedian-Eintopf, der sich bis zum letzten Löffel nicht nur als äußerst bekömmlich erwies, sondern definitiv auch Lust auf mehr machte. TE
