Freiwillige Feuerwehr der Stadt Rheinbach auf Problemsuche
An Engstellen kommen die Einsatzfahrzeuge nicht mehr durch
„Freie Fahrt der Feuerwehr“ hilft dabei, die Sicherheit in Rheinbach zu erhöhen
Rheinbach. „Das war eine sehr erfolgreiche Aktion, die einiges dazu beigetragen hat, die Sicherheit in Rheinbach zu erhöhen“, ist Wehrleiter Laurenz Kreuser überzeugt. Mit sämtlichen 13 Einsatzfahrzeugen und gut 100 Feuerwehrleuten beteiligte sich die Freiwillige Feuerwehr Rheinbach einschließlich aller Löschgruppen in den Ortschaften an der kreisweiten Aktion „Freie Fahrt der Feuerwehr“.
Zwei Stunden lang befuhren die Floriansjünger sämtliche Straßen der Kernstadt sowie der Ortschaften mit ihren großformatigen Einsatzfahrzeugen, immer auf der Suche nach Engstellen und nach Hindernissen, die im Ernstfall den schnellstmöglichen Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdiensten behindern könnten. Ziel war es, im gesamten Stadtgebiet nach Straßen zu suchen, in denen Autofahrer durch unbedachtes Parken dafür sorgen, dass ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr nicht mehr durchpasst und so ein eventueller Einsatz verzögert werden könnte. Zugleich wollte man die Bevölkerung für diese Problematik sensibilisieren. Es sei auch nicht daran gedacht, gleich mit Knöllchen um sich zu werfen, ergänzt Kurt Strang, der Leiter des Rheinbacher Ordnungsamtes, der die generalstabsmäßig geplante Aktion begleitete. Vielmehr wurden die betroffenen Autofahrer zunächst nur über ihr Fehlverhalten informiert und darum gebeten, dies künftig doch bleiben zu lassen. Für diejenigen, die nicht angetroffen werden konnten, hatte die Feuerwehr extra einen kleinen Handzettel vorbereitet, der unter den Scheibenwischer gesteckt wurde und darüber informierte, dass der Fahrzeugführer mit seinem ordnungswidrig abgestellten Fahrzeugen Rettungswege behindere.
Eine Reihe von Problemen habe man direkt vor Ort lösen können, wobei sich viele Autofahrer einsichtig zeigten und für die Zukunft Besserung gelobten. „Viele gaben zu, noch gar nicht darüber nachgedacht zu haben. Andere waren der Ansicht, dass ein Feuerwehrfahrzeug da noch durchkäme - was aber natürlich nicht der Fall ist, denn ein Einsatzfahrzeug ist nun mal kein Personenwagen“, so Kreuser. Leider seien aber auch einige Zeitgenossen darunter gewesen, die den Einsatzkräften den „Effe“ gezeigt und ihr Auto sofort wieder verkehrswidrig abgestellt hatten, sobald die Feuerwehr außer Sichtweite gewesen sei.
In solchen Fällen müsse wohl das Ordnungsamt eingreifen und die Übeltäter zur Räson ziehen: „Denen fehlt wohl der Weitblick, denn im Einsatzfall zählt jede Minute, und vielleicht sind diese Uneinsichtigen selbst irgendwann einmal davon betroffen.“ Alle kritischen Stellen sollen auf jeden Fall noch einmal mit dem Ordnungsamt zusammen befahren und diejenigen Autofahrer, die erneut verkehrswidrig parken, ein letztes Mal verwarnt werden.
Werde dann später noch einmal ein Verstoß festgestellt, würden die erforderlichen rechtlichen Konsequenzen gezogen. „Schließlich geht es hier um die Sicherheit und letztlich um Menschenleben“, erläuterte Kreuser. „Im großen Ganzen verlief die Sache aber sehr positiv, wir kamen mit vielen Anwohnern ins Gespräch und konnten auf die Problematik aufmerksam machen“, so der Wehrleiter. Dabei habe man gemeinsam mit dem Ordnungsamt auch festgestellt, dass an einigen Stellen wohl eine neue Beschilderung notwendig sei, was schnellstmöglich umgesetzt werden soll.
Sämtliche Problemstellen seien ohnehin genau dokumentiert worden und sollen demnächst zusammen mit dem Verkehrskommissariat bei einer Verkehrsschau noch einmal in Augenschein genommen werden. Gemeinsam suche man dann nach einer für alle Seiten befriedigenden Lösung: „Die ganze Sache geht dann ihren Weg.“
Gleichzeitig nutzte die Feuerwehr diese Aktion zur flächendeckenden Überprüfung der Belastbarkeit des neuen digitalen Funknetzes. Dafür wurde jedes der Einsatzfahrzeuge mit einem Handfunkgerät ausgerüstet, über das dann die Kommunikation mit der Leitstelle lief. Die Fahrzeuge selbst seien leider aus Kostengründen noch nicht alle mit Digitalfunk ausgerüstet, so Kreuser, doch das sei für die nächsten zwei Jahre geplant. Sein Fazit: „Der Test verlief zu unserer vollen Zufriedenheit, es gab keinerlei Probleme“, freute sich Kreuser.
