Rheinbacher Gymnasiasten folgten Einladung nach Bonn
An den positiven Wechsel denken
Schüler des Vinzenz-Pallotti-Kollegs trafen US-Botschafter Philip D. Murphy
Rheinbach/Bonn. Zu seinen Helden zählen Konrad Adenauer, der in der Zeit des Nationalsozialismus seiner Ämter enthoben und teilweise inhaftiert wurde, Rosa Parks, die die Initialzündung zur Durchsetzung der Bürgerrechte für Schwarze in den USA gab, und natürlich auch die Ikone des gewaltfreien Widerstands Martin Luther King Jr. Philip D. Murphy, US-Botschafter in Deutschland, besuchte anlässlich der Ausstellung „The American Way. Die USA in Deutschland“ das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und hatte das Vinzenz-Pallotti-Kolleg aus Rheinbach zu einem „Town Hall Meeting“ eingeladen, in dem er seine Ideen zum deutsch-amerikanischen Verhältnis vortrug und die Fragen der Schülerinnen und Schüler der 9a und des Leistungskurses Englisch der Jahrgangsstufe 11 von Bernhard Vogt beantwortete.
„Also auch Heldenstatus für diejenigen, die die Datensammelwut der National Security Agency und die dazu notwendigen Hilfsdienste der Internetfirmen wie Google, Facebook, Apple öffentlich gemacht haben?“, fragt Tim Lütz (Lk E 11) nach. Soweit mag der offizielle Vertreter der USA dann doch nicht gehen, für ihn sind diese Leute eindeutig „Diebe, die mit ihren Veröffentlichungen das Leben Unschuldiger gefährden.“
Keine vorschnellen Urteile fällen, den anderen mit Respekt annehmen und nicht nach seinem Äußerem beurteilen, nicht etwas machen, weil andere es machen, dafür wirbt Philip D. Murphy mit Verve und Engagement und lässt die Schüler dynamisch an seiner Selbstinszenierung mitwirken. Nichts für zementiert zu halten, an den positiven Wechsel zu glauben und dafür zu arbeiten, sind seine Zielvorgaben. Die Berliner Mauer dient ihm als Beleg: Was Generationen von Deutschen für schlecht, aber unverrückbar hielten, ließ sich auf friedlichem Wege beseitigen. Und so ist er sich sicher, dass die heutige Generation es erleben wird, dass die noch nicht gefallenen „Mauern“, wie die Spaltung Koreas, die explosive Situation im Nahen Osten in Syrien und die Problematik des Klimawandels vielleicht mit dem Engagement der heutigen Schüler fallen werden.
„Seine ‚Showmanship‘ ist so amerikanisch“, befand Daniel Zimmer (LK E 11), und auch Gina Hemmers (LK E 11) war beeindruckt vom Charisma des Botschafters: „Ein inspirierender Vertreter seines Landes, immer gut gelaunt, immer optimistisch, normal so wie du und ich, meine Nervosität bei meiner Frage war eigentlich unbegründet!“
Dass Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Güte des derzeitigen deutsch-amerikanischen Verhältnisses hervorhob und in Botschafter Murphy einen der Garanten der deutsch-amerikanischen Freundschaft ausmachte, schien der Delegation aus Rheinbach nach ihren eigenen Erfahrungen mit dem Botschafter fast eine nicht mehr betonenswerte Selbstverständlichkeit.
