Allgemeine Berichte | 28.12.2022

Aufsuchende Hilfe

An mehr als 13 000 Häusern geklingelt

Zweierteams vom Helfer-Stab und Maltesern gehen von Haus zu Haus und bieten Unterstützung an.  Foto: privat

Ahrtal. Der Beratungsbedarf bei Menschen, die von der Naturkatastrophe im Juli 2021 betroffen sind, ist auch zum Jahresende noch groß. Kann ich einen ISB-Antrag auf Hilfe aus dem Wiederaufbaufonds stellen? Wohin gehe ich mit meinen seelischen Nöten? Wo finde ich Handwerker, wer stellt mir ein Gutachten über meine Schäden an Haus und Einrichtung aus? Fragen, die die Mitarbeiter der „Aufsuchenden Hilfe“ immer noch gestellt bekommen. Seit dem 20. April ist die Aufsuchende Hilfe im Ahrtal unterwegs: Sieben Zweierteams vom Helfer-Stab und Maltesern gehen von Haus zu Haus und sprechen mit Bürgern der von der Flutkatastrophe betroffenen Städte und Gemeinden und bieten Unterstützung an.

An mehr als 13 000 Haustüren und Wohnungen haben die Teams mittlerweile geklingelt. Und die Erfahrung der Kümmerer an der Haustür ist: Das Angebot wird gebraucht und kommt bei den Menschen gut an. „Wir wollen allen betroffenen Menschen mit unseren Hilfsangeboten erreichen. Deshalb gehen wir von Haus zu Haus, um über die bestehenden Hilfs- und Fördermöglichkeiten zu informieren.“ So hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Start des Projekts „Aufsuchende Hilfe“ von Investitions- und Strukturbank (ISB), Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Helfer-Stab und Malteser Fluthilfe angekündigt. An rund 5000 Häusern öffnete sich bisher die Tür für ein Gespräch. Bei einer anonymisierten Befragung durch die Beraterteams gab rund 80 Prozent der Menschen an, dass sie selbst privat betroffen sind, fast jeder Zehnte auch gewerblich. Da, wo die Teams keinen Hauseigentümer oder Mieter antrafen, hinterließen sie Infomaterial und Postkarten mit Telefonnummern und versuchten so, einen Kontakt aufzunehmen.

Bei den Gesprächen geht es nicht nur um die Wiederaufbauhilfen für Private, die über die ISB organisiert sind. Auch Fragen zu Versicherungen, Handwerkern, Gutachtern oder auch zu psychologischen Hilfestellungen werden den Teams immer wieder gestellt. Und auch der generelle Austausch über den Wiederaufbau und die Fortschritte der vergangenen Monate steht bei den Hausbesuchen auf dem Gesprächszettel. Das ist ein ganz wichtiger Punkt für die Aufsuchende Hilfe. „

Immer wieder treffen wir bei Gesprächen auf Menschen, die sich scheuen zu sagen, was sie nicht alleine schaffen. Diese Hürde können wir mit ihnen gemeinsam nehmen“, weiß Anika Schilling vom Helfer-Stab. Nach wie vor die größten Schwierigkeiten macht den Befragten das ISB-Antragsverfahren für die Wiederaufbauhilfe bei Gebäudeschäden. Nur 29 Prozent der angetroffenen Bürger hatten einen ISB-Antrag gestellt, 800 Personen gaben an, dass sie Hilfe beim Ausfüllen der Anträge brauchen. Was die Hausbesuche aber auch zeigen: „Deutlich mehr Menschen als erwartet bauen ohne die finanzielle Unterstützung der ISB wieder auf“, sagt Schilling.

Problem Handwerkermangel

Zu den am häufigsten genannten Ursachen für das Tempo beim Aufbau wurde der Mangel an Handwerkern genannt. 700 Befragte suchen weiter nach Facharbeitern für ihre Immobilie. Und erfreulich: „In den vergangene Wochen haben wir immer öfter gehört: Danke, wir sind fertig mit dem Wiederaufbau“, so Anika Schilling.

Bisher war die Aufsuchende Hilfe in der VG Altenahr Altenahr und seinen Ortsteilen, in Ahrbrück, Lierrs, Obliers, Rech und Mayschoß unterwegs. In der VG Adenau haben die Berater Antweiler, Eichenbach, Fuchshofen, Müsch, Insul und Schuld abgelaufen, in Bad Neuenahr-Ahrweiler wurden Heppingen, Heimersheim, Ahrweiler und Bad Neuenahr besucht, in der Weihnachtswoche sind die Teams in Sinzig und Bad Bodendorf unterwegs gewesen. Und das Echo der angetroffenen Menschen ist durchweg positiv. „Danke, dass Sie gekommen sind, das hilft mir in meiner Situation weiter“, haben 83 Prozent der Aufgesuchten am Ende des Gesprächs erklärt. In absoluten Zahlen sind das mehr als 3000 Bürger.

Und die Aufsuchende Hilfe macht sich auch im kommenden Jahr auf den Weg. Bis Jahresmitte 2023 will man in jedem Dorf, in jeder Stadt, an jedem Haus im Flutgebiet geklingelt haben und fragen: „Wie können wir Ihnen helfen?“

Pressemitteilung

des Verbindungsbüros

Wiederaufbau Ahr

Zweierteams vom Helfer-Stab und Maltesern gehen von Haus zu Haus und bieten Unterstützung an. Foto: privat

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