ThyssenKrupp kündigt Fusion mit indischem Unternehmen Tata Steel an
Andernacher Rasselsteiner fürchten um ihre Arbeitsplätze
Andernach. Der Stahlhersteller ThyssenKrupp will mit dem indischen Unternehmen Tata fusionieren. Die Zusammenlegung könnte auch Auswirkungen auf den das Andernacher Rasselstein-Werk haben. „Die Mitarbeiter sind schockiert und fürchten um ihre Arbeitsplätze“, sagt Betriebsratsvorsitzender Wilfried Stenz, während er in Klausur mit dem Konzernbetriebsrat sitzt. „Wir wussten seit etwa 18 Monaten, dass etwas in der Planung ist. Von den konkreten Plänen haben wir erst gestern erfahren“, ärgert sich Stenz über die Konzernleitung. ThyssenKrupp will mit der Fusion auf dem hart umkämpften Stahlmarkt konkurrenzfähig bleiben. Klar ist schon, dass in beiden Konzernen je 2000 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Stenz befürchtet, dass der Stellenabbau auch die 2400 Mitarbeiter im Andernacher Werk hart treffen werde. Denn Tata Steel habe noch mehrere Werke in England und den Niederlanden. „England ist aus vertraglicher Sicht außen vor“, weiß Stenz. Doch das Werk in der Nähe von Amsterdam sei ein Standort, der nicht nur von den Kennzahlen sehr gut sei. „Das Werk hat einen direkten Zugang zu einem Seehafen, sowie ein integriertes Hüttenwerk, so dass der Stahl gleich vor Ort produziert werden kann“, sagt der Betriebsratsvorsitzende. „Da können wir in Andernach nicht mithalten, da wir unser Rohmaterial aus Duisburg beziehen. Zudem brauche ein Konzern weder zwei Vertriebe, zwei Controllings, noch zwei Einkäufe für den Weißblechbereich. „Doch noch ist die Fusion nicht in trockenen Tüchern – der Aufsichtsrat muss erst mehrheitlich zustimmen“, so Stenz. „Wir bilden derzeit eine Kommission und arbeiten entsprechende Forderungen aus. Erst wenn diese erfüllt sind, werden wir einer Fusion zustimmen.“ Schwerpunkt werde dabei die Beschäftigungssicherung sein. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben rund 400 Mitarbeiter der Andernacher Weißblechhersteller am Freitag an einer Großdemonstration der Stahlkocher in Bochum teilgenommen.
„Der Vorstand des Andernacher Thyssen-Standorts werde sich nicht zu einer Entscheidung der Konzernspitze äußern“, so Pressesprecher Volker Lauterjung auf Anfrage von Blick-aktuell. „Wir wissen selbst erst seit einem Tag von der geplanten Fusion. „Es werden vermutlich noch Monate vergehen, bis wir eine klare Aussage treffen können.
