Tafel Koblenz: Ausgabestelle Nord in neuen Räumen in der Goldgrube
Angebot wurde verdoppelt
Koblenz. Die bedürftigen Menschen aus den Stadtteilen Metternich, Lützel, Wallersheim, Kesselheim und Neuendorf wurden bis vor Kurzem in der Ausgabestelle Bodelschwingh einmal wöchentlich mit Lebensmitteln versorgt.
Da der Gesetzgeber im Lebensmittelrecht keinen Unterschied zwischen professionellen Händlern und gemeinnützigen Hilfsorganisationen macht, muss beim Umgang mit Lebensmitten, speziell bei kühlpflichtiger Ware, die Kühlkette unbedingt eingehalten werden. In der Ausgabestelle Bodelschwingh konnte u.a. auch diese grundlegende Forderung nicht eingehalten werden, sodass eine entsprechende Veränderung unumgänglich war. Nicht zuletzt verfügt die Koblenzer Tafel über große Mengen der hochwertigen kühlpflichtigen Ware.
Wie Bernd Neitzert, der die inzwischen für zahlreiche bedürftige Menschen unverzichtbare Koblenzer Tafel gemeinsam mit dem 2. Vorsitzenden Peter Bäsch und weiteren Gleichgesinnten vor ca. 20 Jahren gründete, gegenüber „BLICK aktuell“ erläuterte, suchte die Tafel Koblenz seit über zwei Jahren einen neuen Standort für die nördlichen Stadtteile. „Vertreter aus Politik, Verbänden, Vereinen und Kirchen wurden in die Suche eingebunden, ohne Ergebnis. In der Goldgrube betreibt die Tafel eine Ausgabestelle für die Bedürftigen aus der Stadtmitte, Goldgrube, Rauental, Karthause, Stolzenfels und Lay. In diesen Räumen, einem ehemaligen Ladengeschäft, sind Kühltruhen, Kühlschränke und Lagermöglichkeiten in ausreichender Zahl vorhanden. Daher war es eine kurze Überlegung, die bedürftigen Menschen aus den nördlichen Stadtteilen wegen der räumlichen Nähe von hier aus zu versorgen. Da die meisten Abholer selbst fahren oder gefahren werden, können sie jetzt mit einem viel besseren Warensortiment versorgt werden. Sowohl die Menge als auch das Sortiment gewährleisten eine Grundversorgung des ohnehin benachteiligten Personenkreises“, so der Tafel-Gründer Bernd Neitzert.
Rückfragen bei den Bedürftigen bestätigten die Akzeptanz der Ausgabestelle und des Warensortiments. Immer wieder bedanken die Menschen sich bei den ausschließlich ehrenamtlichen Tafelhelfern. Mit einem neuen Team und der guten Ausstattung der Ausgabestelle konnte die Anzahl der Abholer innerhalb kürzester Zeit von sechsundvierzig auf sechzig erhöht werden. Laut Neitzert geht das Tafel-Team zum Jahreswechsel von einhundert zu versorgenden Bedarfsgemeinschaften aus.
2.500 bedürftige Menschen werden wöchentlich unterstützt
Die ausschließliche ehrenamtliche Arbeit aller in der Tafel Koblenz Tätigen ist in der „Tafellandschaft“ eine Seltenheit. Die Tafel Koblenz betreibt insgesamt acht Ausgabestellen. Drei versorgen die Stadt Koblenz. Dazu kommen die Ausgabestellen in Lahnstein, Vallendar, Bendorf, Mülheim-Kärlich und Güls. Insgesamt zweihundertfünfzig Tafelhelferinnen und Helfer sammeln die Ware ein und geben diese in den Ausgabestellen an die Bedürftigen aus. Dazu werden sieben Kühlfahrzeuge eingesetzt. Bei den Schönstätter Marienschwestern darf die Tafel Abstellflächen und Lagerräume nutzen. Das ist eine große, unentgeltliche Unterstützung. Die Lebensmittel erreichen so ca. 2.500 bedürftige Menschen wöchentlich. Menschen, die krankheitsbedingt nicht zur Ausgabestelle kommen können, bekommen die Lebensmittel nach Hause gebracht. Die Tafel Koblenz versorgt darüber hinaus mit überzähligen Lebensmitteln viele soziale Einrichtungen und viele Nachbartafeln.
„Durch die Seriosität, Pünktlichkeit und Freundlichkeit der Sammler spenden uns die Handelsunternehmen gerne ihre Ware. Viele Bürger, Banken und Firmen unterstützen die Tafel mit Geldspenden für die Fahrzeuge und die laufenden Kosten. Zwei Koblenzer Bürger haben uns sogar in ihrem Testament bedacht. So ist die Tafel auch finanziell gut ausgestattet“, so Bernd Neitzert, der unterstreicht: „Jeder Cent kommt bei den Bedürftigen an!“ Auf diese Weise kann der gemeinnützige e. V. Tafel Koblenz vollkommen unabhängig zum Wohl der Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, arbeiten. Die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen sind eine den Menschen zugewandte, lebensfrohe und in der christlichen Nächstenliebe vereinte Gemeinschaft.
Zum Abschluss des Gesprächs mit „BLICK aktuell“ weist der Tafelgründer noch auf die „Versteckten Engel“ hin, bei der es sich um eine Hilfseinrichtung der Tafel Koblenz für Kinder in Not handelt. Sollte die Tafel einen finanziellen Überschuss haben, fließt der sofort in das Hilfsprojekt. Mit den direkten Spenden für die Engel kann so jährlich bis zu vierhundert Kindern in Notlagen schnell und unbürokratisch geholfen werden.
Jeder, der das Tafel-Team in den Ausgaben oder im Sammelbetrieb unterstützen möchte, ist herzlich willkommen und findet alle Infos auf der Homepage: www.tafel-koblenz.info. FRE
