Gesellschaft für Soziale Eingliederung vor dem Neuanfang
Annehmen - angenommen sein
Rheinbach. Die Gesellschaft für Soziale Eingliederung e.V. (GSE) in Rheinbach möchte sich nach einigen Jahren des Stillstands wieder aktiv der Eingliederungs- und Präventionsarbeit Jugendlicher, verurteilter und haftentlassener Menschenwidmen. Mitte März diesen Jahres wird eine Mitgliederversammlung stattfinden, auf der ein neuer Vorstand gewählt werden soll, der den Verein in die Zukunft führt.
Es werden nun Menschen gesucht, die die Arbeit des Vereins den sozialen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten entsprechend anpassen, sinnvolle Projekte und Aktivitäten identifizieren und helfen wollen, diese zu planen und umzusetzen.
Die Ursprünge des Vereins
Die Gesellschaft für Soziale Eingliederung (GSE) wurde vor 45 Jahren in Rheinbach von den Eheleuten von Westerman gegründet. Insbesondere Frau von Westerman machte sich die Strafrechtsreform in den 70er Jahren zu eigen und engagierte sich als ehrenamtliche Betreuerin im Rheinbacher Gefängnis. Sie setzte sich für einen menschlicheren Strafvollzug ein, ging als erste Betreuerin in die Justizvollzugsanstalt an der Aachener Straße und führte Besuche und Gespräche durch. Sie organisierte aber auch Gruppen für Inhaftierte, aus denen später z.B. Gesprächsrunden, Glaubensgruppen, ein Malkreis und die AntiAlkoholiker entstanden.
Organisation
Der Verein wird satzungsgemäß von einem Vorstand aus zwei Vorsitzenden und einem/r Kassierer/in geleitet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 15,00 Euro /Jahr. Der Verein trägt sich insbesondere durch Auflagen von Zahlungen aus Jugendstrafsachen. Er ist gemeinnützig und im Vereinsregister eingetragen.
Es findet mindestens einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung statt. Darüber hinaus sollen in regelmäßigen Treffen aller interessierten Mitglieder Projekte, Aufgaben und Aktivitäten besprochen werden.
Die Mitglieder wohnen überwiegend in Rheinbach. Es spricht jedoch nichts dagegen, aus der näheren oder weiteren Umgebung zu kommen, sofern man bereit ist, auch auf digitalem oder elektronischem Weg (eMail, Videokonferenz u.ä.) zu kommunizieren. Besprechungen in Präsenz werden allen anderen Medien vorgezogen.
Aufgaben der GSE
Kernaufgaben der Gesellschaft für soziale Eingliederung ist die Organisation verschiedener Angebote (einzeln oder in Gruppen) und die Kontaktpflege bzw. Begleitung von Inhaftierten, die temporäre finanzielle Unterstützung oder Wohnraumangebote für Haftentlassene in besonders prekären Lebenssituationen sowie die Finanzierung von Sport-, Therapie- und Präventionskursen für Jugendliche, die aus einem schwierigen sozialen Umfeld kommen, zu Gewalt neigen oder Straftaten begangen haben.
Motivation
Es werden Menschen gesucht, die sich nachhaltig engagieren möchten und Ideen haben, wie man die dem Verein zur Verfügung stehenden Mittel verwaltet und für die vielfältige Eingliederungsarbeit sinnvoll einsetzen kann.
In der GSE mitzuarbeiten bedeutet nicht, immer direkten Kontakt zu straffällig gewordenen Jugendlichen, Inhaftierten oder Hafterfahrenen zu haben. Dennoch ist der Bedarf an Betreuung gerade von Gefangenen groß, und der Vorstand würde sich freuen, wenn sich auch Interessierte fänden, die bereit sind, nach entsprechender Begleitung und Anleitung Betreuer oder Betreuerin in der JVA zu werden.
Viele Ehrenamtliche in der Gefangenen-Betreuung und Eingliederungsarbeit erkennen für sich persönlich eine Bereicherung in der Tätigkeit. Dazu zählt die Erfahrung, gebraucht zu werden und helfen zu können, die Möglichkeit, Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen zu begegnen und ihnen Mut zu machen, sowie die Gelegenheit, gesellschaftliche Defizite, besonders in der Resozialisierung, zu erkennen und vor Ort und lebensnah zu Verbesserungen beizutragen.
Kontakt und weitere Infos bei den beiden derzeitigen Vorsitzenden der GSE, Herrn Linden oder Frau Rupprecht (gse-rheinbach@t-online.de).
