Vortrag von Manfred Luxen in Gillig’s Mühle
Antweiler im 16. und 17. Jahrhundert
Antweiler. Auf Einladung des Vereins zur Heimatpflege hielt Manfred Luxen in Gillig’s Mühle einen gut besuchten und sehr interessanten Vortrag über Antweiler im 16. und 17. Jahrhundert.
Im ersten Teil seines Referats beschrieb Luxen die Waffen, mit denen die Bevölkerung von Antweiler den Grafen von Arenberg in verschiedenen Kriegen zur Seite stehen musste. Die wehrfähigen Männer trugen Hellebarden, Morgensterne und zunehmend auch frühe Formen von Gewehren, die wahrscheinlich von Büchsenmachern auf der Ahrhütte und der Antweilerer Hütte hergestellt wurden. Bei regelmäßigen Musterungen wurde die Einsatzbereitschaft überprüft. Um die Treffsicherheit der Schützen war es offenbar jedoch nicht so gut bestellt, wie Luxen in einem Dokument über eine Schießübung auf der Burg Aremberg im Jahre 1577 entdeckte, dem zufolge kaum ein Schuss das Ziel traf.
Den Hauptteil seines kenntnisreichen Vortrags widmete Luxen der Hexenverfolgung in und um Antweiler. Entgegen früherer Annahmen konnte Luxen belegen, dass zwischen 1526 und 1630 zahlreiche Hexenprozesse stattfanden, die zur Hinrichtung von neun angeblichen Hexen allein aus Antweiler führten – angesichts der geringen Einwohnerzahl eine recht hohe Zahl an Opfern. Gerade in den Bistümern Trier und Köln wütete der Hexenwahn besonders grausam, und auch Margaretha von Arenberg, die ansonsten eine sehr positive Rolle für die Schulbildung von Kindern spielte, heizte die Stimmung während eines Ausbruchs der Pest im Arenberger Land im Jahre 1585 noch zusätzlich an. Luxen beschrieb in anschaulicher Weise den Ablauf zweier Hexenprozesse mit ihren aus heutiger Sicht absurden Vorwürfen, die nach grauenvollen Folterungen meist gestanden und mit dem Tod gesühnt wurden.
Im dritten Teil referierte Luxen Verordnungen durch den Landesherrn, die alle Bereiche des Alltags umfassten und beweisen, dass eine Flut von Vorschriften und Abgaben keine Erfindung der Gegenwart sind.
