Fünfte Auflage der Theaterwochen in Wormersdorf
Arbeitsloser Mann wird zur erfolgreichen Journalistin
Ausverkauftes Haus für die Theaterfreunde Dreigestirn mit ihrem Stück
Wormersdorf. Vor ausverkauftem Haus feierten die Theaterfreunde Dreigestirn Wormersdorf eine hervorragende Premiere ihres diesjährigen Theaterstücks, der Komödie „Agathe und ich“ von Frank Pinkus. Im voll besetzten Saal des Hauses Dahlem zeigt das Ensemble um Regisseur und Gesamtleiter Harald K. Lohmer an insgesamt sieben Abenden während der fünften „Theaterwochen in Wormersdorf“ dieses Stück auf einer dreigeteilten Bühne. Dabei kamen nicht nur die Theaterfreunde auf ihre Kosten, sondern auch die Senioren des Ortes: Die Theatergruppe übergab eine Spende in Höhe von 500 Euro für das „Freundschaftstreffen der Senioren“ an die Vorsitzende des Ortsausschusses, Martina Zavelberg-Pütz.
Dabei schockte die „Perle Anna“ (Monika Schäfer) schon vor Beginn der Vorführung das Publikum, denn sie wollte allesamt rausschmeißen und hatte einen der Theaterbesucher schon am Schlafittchen, bevor Spielleiter Lohmer sie darauf aufmerksam machte, dass sie ein Jahr zu spät sei. „Dein Stück haben wir im vergangenen Jahr gespielt, heute ist ein anderes dran“, schmunzelte er über die gelungene Reminiszenz an die vergangene Theatersaison. Schon seit Oktober war das diesmal recht kleine Ensemble dabei, dieses zweieinhalb Stunden dauernde Lustspiel in zwei Akten einzustudieren. Wegen einiger Krankheits- und Verhinderungsfälle standen nämlich lediglich vier Schauspieler auf der Bühne, was die Anforderungen an jeden Einzelnen doch deutlich erhöhte. Besonders Hauptdarsteller Jan Hoffmann hatte einen schweren Job, denn es stand fast ununterbrochen auf der Bühne, und das meistenteils in Frauenklamotten. Wobei ihm die Nylonstrumpfhosen besonders gut stehen.
In dem Theaterstück hat der arbeits- und erfolglose Journalist Emil Kästner (Jan Hoffmann) die Nase voll von Frauen. Seine große Liebe hat sich nämlich einen Anderen gesucht. Sein Bruder Wilhelm (Harald Lohmer) hat zwar selbst auch kein großes Glück mit den Frauen, die in allesamt nach kurzer Zeit schreiend verlassen und dabei mitunter auch noch ein Baby zurücklassen, versucht aber dennoch, Emil wieder für die Damenwelt zu interessieren. Doch zu allem Übel ist Emil auch noch arbeitslos. Dabei schreibt der Journalist sehr sensible Artikel, vor allem über Frauen. Doch Bruder Wilhelm hat schließlich die rettende Idee, er soll einfach seine Artikel unter einem weiblichen Pseudonym schreiben. Gesagt, getan, der Trick klappt auch zunächst eine Zeit lang.
Das mag zum Teil damit zusammenhängen, dass Chefredakteur Franz-Josef Posselt (Günter Grohs) an der Spitze des erfolgreichsten Frauenmagazins der Welt, „Agathe“, wahrlich keine Leuchte seines Faches ist und stets die guten Ratschläge seiner uralten Mutter in Anspruch nehmen muss. Doch die Probleme beginnen, als Posselt der vermeintlichen Dame „Emilia“ eine gut bezahlte Festanstellung anbietet. Was nun folgt, ist ein liebenswertes, komödiantisches Versteckspiel, in dem auch noch die Liebe alles viel schwerer macht, denn schließlich ist auch Fernsehstar Maja Recknagel (Mareike Lanzrath) mit im Spiel.
Für das Bühnenbild zeichnete Petra Zavelberg-Lohmer verantwortlich, die auf der kleinen Bühne gleich drei Schauplätze auf engem Raum untergebracht hat. Neben einem kleinen Wohnzimmer und einem Chefredakteurs-Büro gab es auch noch einen „neutralen Spielbereich“ in der Mitte. Dank moderner LED-Beleuchtung wurde dabei immer nur der Teil der Bühne ins Licht gesetzt, in dem gerade gespielt wurde. Darum kümmerten sich die beiden Techniker Dirk Lenders und Kai Dierkes. Als Souffleuse half Gudrun Wilcke den Darstellern im Falle des Falles auf die Sprünge.
Chefredakteur Franz-Josef Posselt (Günter Grohs) hat nicht so recht den Durchblick.
Filmstar Maya Recknagel (Mareike Lanzrath) und „Emilia“ (Jan Hoffmann) kommen sich langsam näher. Fotos: JOST
