Allgemeine Berichte | 01.09.2016

Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Koblenz–Mayen für August

Arbeitslosigkeit steigt vor dem Ferienende noch einmal leicht an

Deutliche Verbesserung zum Vorjahr und viele offene Stellen

Koblenz/Kreis Mayen-Koblenz. Zum Ende der Sommerferien blickt die Agentur für Arbeit noch einmal zurück auf die Zeit, die zumindest für die meisten Kinder und Jugendlichen die schönste des Jahres ist. Auf dem Arbeitsmarkt steigt die Zahl der arbeitslosen Menschen dagegen in den Sommermonaten regelmäßig an.

Arbeitslosenzahl im August leicht angestiegen

So waren im Landkreis Mayen-Koblenz im August mit 4.345 genau acht Menschen mehr arbeitslos gemeldet als vier Wochen zuvor. Diesem minimalen Anstieg steht allerdings eine günstige langfristige Entwicklung gegenüber: Vor einem Jahr zählten die Statistiker in der Region nämlich noch 788 arbeitslose Frauen und Männer mehr. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 3,8 Prozent gegenüber Juli unverändert, sinkt aber im Jahresvergleich um deutliche 0,7 Prozentpunkte ab.

In der Stadt Koblenz sind zum Monatsende 3.848 Menschen arbeitslos gemeldet – 141 mehr als im Vormonat und 106 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt von 6,2 auf 6,5 Prozent an. 2015 lag sie bei 6,7 Prozent.

Er sei zuversichtlich, dass der rein saisonbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit während der letzten Wochen nun wieder zurückgehen werde, betont Frank Schmidt, der Leiter der Agentur Koblenz-Mayen. „Spätestens im Oktober, wenn auch die künftigen Studenten aus der Statistik verschwunden sind, wird die im Bundes- und Landesvergleich ohnehin relativ geringe Arbeitslosigkeit in der Region noch einmal deutlich sinken.“ Dafür spricht auch die nach wie vor rege Fachkräftenachfrage. Trotz Ferien gingen in den letzten vier Wochen beim Arbeitsgeberservice 510 Stellenangebote aus dem Landkreis und 405 aus der Stadt ein. Insgesamt registriert die Arbeitsagentur damit in der Region 3.932 offene Stellen – 761 mehr als vor einem Jahr.

Ein Blick auf die beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB), die sich mit Arbeitslosigkeit befassen, zeigt regionale Unterschiede. So steigt die Arbeitslosigkeit im Landkreis Mayen-Koblenz im SGB III - also jene Menschen, die meist noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind und zur Gemeinschaft der Arbeitslosenversicherung gehören - zwar gegenüber Juli um 72 auf nun 2.020 Betroffene an. Im Rechtskreis SGB II - dem jene Arbeitslosen zugeordnet sind, die von den Jobcentern betreut wer-den und auf Grundsicherung angewiesen sind – verzeichnen die Statistiker dagegen einen Rückgang um 64 auf nun 2.325 arbeitslose Frauen und Männer. Im Vorjahr waren in beiden Rechtskreisen mehr Menschen arbeitslos gemeldet: Im SGB III waren es 148, im SGB II 640.

In Koblenz steigt die Zahl der Arbeitslosen im August um 61 auf 1.058 im SGB III und um 80 auf 2.790 im SGB II an. Vor einem Jahr waren im Rechtskreis SGB III 73 und im Rechtskreis SGB II 33 Menschen weniger arbeitslos gemeldet.

Noch 604 offene Ausbildungsstellen in der Region

Die Zahl der Betriebe, die noch offene Ausbildungsstellen beklagen, ist laut Statistik in der Region immerhin 604. Damit kommen statistisch betrachtet etwa zwei Stellen auf jeden Bewerber. „Das macht sehr deutlich, wie schwer es heute für Arbeitgeber ist, den gewünschten Nachwuchs zu finden.“ Ein Trend, der schon seit einigen Jahren zu beobachten sei und sich angesichts rückläufiger Schülerzahlen so schnell auch nicht umkehren lasse. „Wenn überhaupt.“ Umso wichtiger sei es, dass die Betriebe kompromissbereit seien, wenn es um die Ansprüche gehe, die sie an ihren Nachwuchs stellen. „Natürlich muss ein junger Mensch grundsätzlich überhaupt in der Lage sein, eine Ausbildung zu schaffen. Aber womöglich sind die Zeugnisse, die er vorweisen kann in dieser Hinsicht gar nicht so aussagekräftig. Mit ein wenig Unterstützung – vom Arbeitgeber, aber auch von uns – ist schon aus manchem mäßigen Schüler ein zuverlässiger Mitarbeiter geworden.“

In jedem Fall gehe die Vermittlung auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart Anfang September weiter. „Solange der Stoff der Berufsschule noch aufzuholen ist, bringen wir Jugendliche und Betriebe zusammen. Es lohnt sich also auch jetzt noch, mit unserer Hilfe nach einer Lehrstelle oder nach Auszubildenden zu suchen.“

Pressemitteilung der

Agentur für Arbeit Koblenz–Mayen

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