Neue Aktion der NaturRaum Steinen-Initiative
Artenreiche Lebendigkeit in Totholzhecken
Steinen.Gleich an zwei Samstagen fanden sich bei sonnigem Wetter Bewohnerinnen und Bewohner der Westerwälder Ortsgemeinde Steinen ein, um gemeinsam Totholzhecken anzulegen. Totholzhecken, auch als Benjes-Hecken bekannt, stellen nicht nur eine sinnvolle Nutzung des Gehölzschnittes dar, sondern verfügen über einige weitere Vorteile. Statt die Überbleibsel des jährlichen Baumbeschnittes einfach nur zu entsorgen, wird das Pflanzenmaterial hierbei wieder dem ökologischen Kreislauf zugeführt. Durch die Aufschichtung in Form einer Hecke stellt dieser Aufbau für Kleintiere einen Schutzwall vor der Witterung, eine Futterquelle und gleichzeitig sogar einen neu geschaffenen Lebensraum dar. Zusätzlich bietet insbesondere der lang gestreckte Verlauf der Hecke den Kleintieren die Möglichkeit, sich vor Fressfeinden geschützt über eine längere Strecke durch die Landschaft zu bewegen. Alternativ kann der Grünschnitt auch als Haufen aufgebaut werden und so, an mehreren Stellen platziert, Lebensraum- und Versteckinseln für die Tiere anbieten. Zusätzlich kann eine Totholzhecke auch als gestalterisches Element im heimischen Garten genutzt werden. Sie kann beispielsweise als naturnahe Begrenzung zum Nachbargrundstück dienen oder als sichtbare Abtrennung für einen separaten Bereich im eigenen Garten, der eher unberührt belassen werden soll, um der Natur dort einen eigenen Raum zu schenken. Weiterhin kann eine Totholzhecke auch als Blickfang im Garten eingesetzt werden, indem sie nicht gerade, sondern in einem geschwungenen Verlauf angelegt wird.
Was lebt denn da?
Auch wenn es widersprüchlich klingt, so siedelt sich in einer Totholzhecke eine Vielzahl von Lebewesen an. Hierzu zählen neben unterschiedlichen Pflanzenarten, die zum einen aus den aufgeschichteten Pflanzenteilen sprießen und zum anderen aus angeflogenen oder von Tieren eingetragenen Samen wachsen. Eine Totholzhecke begrünt sich also mit der Zeit selbst. Daneben nehmen auch die verschiedenartigsten Tierarten Benjes-Hecken gerne an. Als erste Besiedler dürfen Sechs- und Achtbeiner (Insekten und Spinnentiere) zu erwarten sein. Es folgen Vögel und Säugetiere wie Igel, Haselmaus und Mauswiesel. Abhängig vom Standort können auch Amphibien, Reptilien und Fledermäuse einwandern. Dadurch wird nicht nur die Artenvielfalt erhöht, sondern auch das ökologische Gleichgewicht unterstützt.
Mit dieser zweiten Aktion leistete die NaturRaum Steinen-Initiative einen weiteren Beitrag zur Erhaltung der regionalen Artenvielfalt.
Pressemitteilung
NaturRaum Steinen-Initiative
