Karnevalssitzung der Karnevalsfreunde Hilberath
Atemlos durch die Nacht mit Printemännern, Garden und Dorfsheriff
Letzter Saalkarneval der Session macht vielen Jecken in Rheinbacher Höhenorten Spaß
Hilberath. Wer ein letztes Mal in einer Session den Saalkarneval in seiner ursprünglichen Ausprägung erleben möchte, der kommt nicht um die traditionelle große Karnevalssitzung der Karnevalsfreunde Hilberath herum. Die Höhenort-Jecken um ihren altgedienten Präsidenten Ewald Zimmermann freuten sich auch diesmal wieder über ein ausverkauftes Haus in der Eifeltorhalle am Faschingsfreitag. Der Präsident selbst erhielt eine ganz besondere Auszeichnung, denn Bürgermeister Stefan Raetz und sein Stellvertreter Kalle Kerstholt überreichten ihm den diesjährigen „Bürgermeister-Orden“ des Rheinbacher Bürgermeister-Dreigestirns, das in Abwesenheit von Claus Wehage an diesem Abend nur als Mafioso- und Piraten-Duo auftrat. Zimmermann habe sich über Jahrzehnte hinweg für das heimische Brauchtum eingesetzt, lobte ihn Raetz.
Souverän und mit viel Witz übernahm Sitzungspräsident Günther Bois von der ersten Minute an das Kommando und führte durch einen unterhaltsamen Abend mit einem abwechslungsreichen Programm, das gemäß der Tradition überwiegend von einheimischen Kräften bestritten wurde.
Nachwuchs-Karnevalisten hatten das erste Wort
Das erste Wort hatten die beiden Nachwuchs-Karnevalisten Lena Bois und Joshua Preuss mit ihrem Gedicht über den nun bevorstehenden „Flohzirkus“, genau die richtige Eröffnung für einen stimmungsvollen Abend. Nach dem Einmarsch der KG zeigten die Mini-Funken unter Leitung ihrer Trainerinnen Annika Kutsch, Daniela Müller, Michelle Boes und Vanessa Liedtke einen sehenswerten Gardetanz zum Stimmungslied der Saison, „Pirate“ der Gruppe Kassalla. Die süßen Mädels begeisterten kurz darauf mit ihrem sensationellen Showtanz als farbenfrohe Meeresbewohner in einer ausgefeilten Choreografie mit vielen lustigen Einfällen, für den sie zu recht stehende Ovationen des begeisterten Publikums entgegennahmen.
„Ich habe was, was du nicht hast“ von den Räubern war das Lied, auf das die großen Funken der Karnevalsfreunde ihren begeisternden Gardetanz hinlegten. Dem wollten natürlich die Chaos-Funken nicht nachstehen, die von Jessica Fröhner trainiert werden und zu „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer loslegten wie die berühmte Feuerwehr. Ihr Neunzigerjahre-Medley-Showtanz zu vorgerückter Stunde war einer der Glanzpunkt des Abends.
Printemänner in Höchstform
Einmal mehr sorgten die „Printemänner“ mit ihrem unnachahmlichen Auftritt für einen weiteren Höhepunkt des Programms, sie rissen in absoluter Hochform mit ihrer packenden Live-Musik einfach jeden Jecken im Saal vom Stuhl. Dirigent Bernd „Dille“ Klick animierte die Gäste immer wieder zum kräftigen Mitsingen und Mitschunkeln, und eigentlich wollte man die heimischen Musikanten gar nicht mehr von der Bühne lassen.
„Ne Husmeester“ erlebt so allerhand an Pleiten, Pech und Pannen, das konnte auch Büttenredner Philipp Sodoge aus Freisheim in seinem umjubelten Vortrag berichten. Die Stadtsoldaten aus Rheinbach marschierten in Kompaniestärke in den Saal ein, sie präsentierten ihren Gardetanz, sowie das Tanzpaar Markus Lenders und Bianca Krämer. Die „Burgstürmer“ aus Wormersdorf sorgten anschließend mit ihrer Stimmungsmusik für beste Laune, Karl Heinz Wendt und Dirk Zavelberg etablieren sich immer mehr zur festen Größe im Rheinbacher Karneval. Als „Ne Usjeflippte“ nahm Ralf Kuhn Alltagssituationen, aktuelle Ereignisse und nicht zuletzt sich selbst aufs Korn. Auch er wurde mit tosendem Applaus für seine gelungene Darbietung bedacht. Die Damentanzgruppe „Just for Fun“ verwandelte sich auf der Bühne in leuchtende Strichmännchen bei einem sehenswerten Knicklichtertanz, der von Trainerin Simone Holl einstudiert worden war. In seinem humorvollen Jahresrückblick erinnerte Erich Mosblech als „Dorfsheriff“ an so manche wunderliche Begebenheit im Ort und in der Umgebung, doch besonders schlecht kamen die Lieblingsnachbarn aus Meckenheim weg. Auch sonst gab es so einiges zu berichten, denn ein Jahr ohne kleinere und größere Schandtaten ist auch in Hilberath nicht vorstellbar. Zur Musik der Gruppe „Op Zack“ wurde anschließend bis in den frühen Morgen hinein gefeiert.
Bürgermeister Stefan Reitz und sein Stellvertreter Galekerstholt mit dem Präsidenten der Karnevalsfreunde Hilberath, Ewald Zimmerman.Fotos: JOST
