Hunnen-Horde Flerzheim feierte 25. Geburtstag
„Attila“ empfing seine Gäste auf dem Holzthron
Die 21 Mitglieder um Hans-Josef Huk hatten auf den Dorfplatz eingeladen
Flerzheim. 1988 hatten einige Flerzheimer Feuerwehrleute genug davon, jedes Jahr ein neues Karnevalskostüm für den Rosenmontagszug anfertigen zu lassen und wollte endlich eine „Dauerlösung“ haben, mit der man sich nie mehr Gedanken über das passende Outfit machen muss. Da man zufälligerweise einige Fell- und Lederreste zur Hand hatte, wurden kurzerhand ein paar „Hunnenpanzer“ hergestellt, die typische Bekleidung der Untertanen des berühmt-berüchtigten Hunnenkönigs Attila, der im vierten und fünften Jahrhundert Europa in Angst und Schrecken versetzte. Die Idee schlug ein wie eine Bombe und hat bis heute überlebt: Am Wochenende feierte die „Flerzheimer Hunnen-Horde“ ihr 25-jähriges Bestehen auf dem Dorfplatz. 21 Mitglieder zählt derzeit die Hunnen-Horde um ihren „Attila“ Hans-Josef Huk, zusammen mit seiner Frau Irmgard eines der Gründungsmitglieder des Vereins. Jeden ersten Donnerstag im Monat trifft man sich im „Hauptquartier“, dem inzwischen stilecht umgebauten Partykeller des Chefs, denn in diesem familiären Kreis fühlen sich alle pudelwohl. Dort werden die künftigen Aktivitäten geplant und Termine besprochen. Dazu gehören vor allem die Karnevalszüge in Flerzheim und Bonn-Buschdorf sowie die jährliche Pfingsttour. Seit 2003 haben sich einige Mitglieder darüber hinaus zum Kegelclub „Keen Ahnung“ zusammengeschlossen, der alle vier Wochen auf der Kegelbahn Schäfer die Kugel rollen lässt. In der Adventszeit endet das Jahr mit einer gemütlichen Weihnachtsfeier, und alle zwei Jahre veranstalten die Flerzheimer ein zweitägiges Hunnenlager.
Im Dorfgeschehen integriert
So ist die Flerzheimer Hunnen-Horde mittlerweile voll in das Dorfgeschehen integriert, was sich auch beim Zuspruch zum Jubiläumsfest bemerkbar machte. Dazu trug allerdings auch das attraktive Programm bei, das die imaginären Nachfahren des bekannten asiatischen Nomadenvolkes auf die Beine gestellt hatten. So war ein stilecht ausgestattetes Hunnenzelt samt „Attila-Thron“ aus Holz auf dem Dorfplatz aufgebaut, das Stammesoberhaupt selbst nahm dort in voller Hunnen-Montur die Huldigungen der Gäste schmunzelnd entgegen. Denn eine echte Hierarchie gibt es innerhalb der Gruppe nicht, hier hat jeder die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten. „Schließlich sind wir kein eingetragener Verein, sondern machen das Ganze nur aus Spaß an der Freude“, erläutert Vorstandsmitglied Felix Schmitt. Während die Damen sich im extra aufgebauten Nagelstudio eines Vereinsmitgliedes ihre Fingernägel verschönern ließen, war für die Herren der Schöpfung ein anderes „Nagelstudio“ aufgebaut, bei dem es galt, mit dem spitzen Ende des Zimmermannsbeils einen Nagel in einen Holzstamm zu klopfen. Die Kinder vergnügten sich derweil auf der Hüpfburg oder am Tischkicker, wenn sie nicht gerade beim Kinderschminken zum Löwen, Piraten oder zur Prinzessin umgestaltet wurden.
Sehenswert war auch der Auftritt von „La Luna“ aus Bonn mit einem bezaubernden orientalischen Tanz, bei dem unter anderem ein glänzender Säbel und magische „Isis-Wings“ - das sind Flügel aus Schleier - zum Einsatz kamen. Die Live-Band „Dream Team“ heizte zum Schluss mit Oldies und Rockmusik ordentlich ein, und an der Cocktailbar gab es frisch gemixt Longdrinks oder knallig rotes „Hunnenblut“.
