Allgemeine Berichte | 18.06.2018

50 Jahre Jugendfeuerwehr: Grandioses Jubiläum ließ keine Wünsch offen

Attraktive Show und Jugendfeuerwehr zum Anfassen

Ein gelungener Tag, an den man sich noch lange erinnern wird – Interview mit Wehrleiter Claus Hattenbach

Nach erfolgreich gelöschtem Brand bedankten sich dieJugendfeuerwehr und die beteiligten Schauspieler beim applaudierenden Publikum.

Höhr-Grenzhausen. Ein Jubiläumsfest, das der Wichtigkeit der Institution und dem großen Engagement der Ehrenamtlichen gerecht wird. Das wollte die Jugendfeuerwehr Höhr-Grenzhausen zu ihrem 50-jährigen Jubiläum auf die Beine stellen. Was lange vorbereitet, geplant und organisiert wurde, konnte vergangenen Samstag endlich den zahlreichen Besuchern und Gästen präsentiert werden.

Der Morgen startete mit einem Festkommers in der Aula der Realschule. Am frühen Nachmittag ging es dann über in das offizielle Programm für alle interessierten kleinen und großen Besucher sowie befreundeten Wehren aus dem Umkreis. Und das waren viele. Der obere Schulhof war gefüllt mit Feuerwehrmännern und -frauen und solchen, die es mal werden wollen.

Natürlich fanden auch viele Freude, Interessierte und Menschen, die die Arbeit und den ehrenamtlichen Einsatz der Organisation würdigen, den Weg dorthin, um sich von dem kurzweiligen und abwechslungsreichen Programm, das die Feuerwehr sich für diesen Tag ausgedacht hatte, überzeugen zu lassen. Auch Burkhard Bösch, der selbst einmal in der Höhr-Grenzhäuser Feuerwehr aktiv war, fuhr am frühen Morgen in seinem Heimat- und Dienstort Hamburg los, um die Initiative und Mühen der Kameraden aus dem Westerwald zu würdigen.

Spiel, Spaß und tolle Mitmachaktionen

Die Gäste konnten sich die Fahrzeuge anschauen, für die Kinder gab es als Attraktion Kistenstapeln und gegen Langeweile half unter anderem die Fahrzeugralley. Selbstverständlich fehlte auch die allseits begehrte Hüpfburg nicht und rundete mit dem Torwandschießen das bunte Programm ab. Absolutes Highlight war ein Schauspiel verbunden mit einer Löschübung. Situation war folgende: Mit viel Radau spielten Kinder auf der Straße. Den alten Miesepeter aus Haus Nummer 13, der von niemand geringerem als Jugendwart Frank Sellner gespielt wurde, störte dies und er beschimpfte die Kinder lautstark. Irgendwann hatte er die Nase voll, lief raus und verscheuchte die „Saupänz“.

Nachdem seine Aktion von Erfolg gekrönt war, lud seine Nachbarin ihn spontan ein. Aber o weh, er hatte vergessen, den Herd auszustellen und es passierte, was passieren musste, es fing an zu brennen. Dann rückte die Jugendfeuerwehr an und löschte gekonnt den Brand.

Da hatten sich die Organisatoren etwas wirklich Tolles einfallen lassen und für ihren Einsatz ernteten die Akteure großen Applaus des Publikums. Auch wenn durch das Feuer zwischenzeitlich dunkle Rauchschwaden über das Gelände zogen, so war die Stimmung aller Anwesenden doch bestens.

Jugendfeuerwehr macht Spaß, auch vor der Kamera

In den letzten beiden Jahren wurde die Jugendfeuerwehr von einem Filmteam begleitet. Daraus entstand ein Film, den man auf einem Stick an diesem Tag erwerben konnte. Anschauen lohnt sich! Die Frage, wie sie zur Jugendfeuerwehr gekommen sei und was ihr besonders gut gefalle, beantwortete Melina so: „Ich bin durch meine Schwester zur Jugendfeuerwehr gekommen und mir macht es sehr viel Spaß, mit den anderen Jugendlichen zusammen zu sein. Außerdem gefallen mir die Übungen sehr gut.“ Josie kam durch ihre Freundin dazu und auch ihr bereiten die Übungen sowie die Gruppenstunden große Freude.

So ging am Abend für alle ein fantastischer und aufregender Tag zu Ende, den die Mitglieder der Feuerwehr sowie alle Besucher sicherlich noch lange in Erinnerung behalten werden.

Jugendfeuerwehr: Keine Eintagsfliege

Weitere Informationen zur Jugendfeuerwehr und zum Jubiläumstag gab Wehrleiter Claus Hattenbach im Interview mit BLICK aktuell.

BLICK aktuell: Herr Hattenbach, wer hat die Jugendfeuerwehr hier gegründet? Wer hat das Ganze in Höhr-Grenzhausen ins Leben gerufen?

Claus Hattenbach: Das waren damals 1967 Mitglieder der Feuerwehr Höhr-Grenzhausen, federführend Hans Schmidt, der das ins Leben gerufen hat. Dann wurde eine Kommission gegründet, die die Jugendfeuerwehr gründete. Dabei waren auch treibende Kräfte Karl-Heinz Schmidt, Wolfgang Schröder, Burkhard Bösch und Edgar Barbarnus. Natürlich waren damals auch kritische Stimmen zu hören, aber 50 Jahre später müssen wir einfach sagen, eine Eintagsfliege ist die Jugendfeuerwehr ganz gewiss nicht – jetzt ist sie 50 Jahre alt.

BLICK aktuell: Mit wie vielen Jugendmitgliedern sind Sie damals gestartet und wie viele sind es heute?

Claus Hattenbach: Das fing in der Größenordnung von 20 Jugendlichen an. Die Anzahl hat sich natürlich im Laufe der Jahre immer mal verändert, mal waren es mehr, mal waren es weniger. Heute haben wir 16 Kinder und Jugendliche, acht Mädchen und acht Jungs. Da sind wir ganz stolz drauf, denn die Feuerwehr ist schon lange kein Jungsjob mehr.

BLICK aktuell: Was machen Sie mit den jungen Menschen? Wie werden diese in die Feuerwehr integriert?

Eine starke Gemeinschaft

Claus Hattenbach: Während der Grundausbildung in der Jugendfeuerwehr von 10 bis 16 Jahren bekommen die Jugendlichen sehr viel beigebracht. Sie werden von den aktiven Kameraden geführt und gestützt und sie machen eine Ausbildung in den Dingen, die später für den aktiven Dienst wichtig sind. Aber Spiel und Spaß dürfen dabei nicht fehlen, sodass hier gewisse Freizeitaktivitäten durchgeführt werden, wie zum Beispiel Schwimmen und Zeltlager und vieles mehr, alles was für die Gemeinschaft gut ist.

BLICK aktuell: Wie kommen die Kinder und Jugendlichen zur Freiwilligen Feuerwehr Höhr-Grenzhausen?

Claus Hattenbach: Das ist unterschiedlich. Es kommen viele durch Mundpropaganda. Sie hören, dass jemand in der Feuerwehr ist, beispielsweise von Schulkameraden oder Freunden. Das zieht den ein oder anderen zu uns. Aber natürlich auch die Kinder der Eltern, die in der Feuerwehr waren oder sind. Da haben wir ein großes Potenzial, dass diese bei uns in der Feuerwehr tätig werden, beziehungsweise es schon sind.

18 Monate Vorbereitung auf das große Fest

BLICK aktuell: Herr Hattenbach, kommen wir zu dem heutigen Fest. Wann haben Sie mir der Planung für den großen Tag begonnen?

Claus Hattenbach: Mit der Planung haben wir bereits vor eineinhalb Jahren begonnen. Damals waren es erste Besprechungen und wir haben uns Gedanken darüber gemacht, was wir wollen, wie wir es machen wollen – und es musste ein Termin gefunden werden. Diese 18 Monate haben uns vollkommen auf Trab gehalten. Hauptthema Nummer eins war die heutige Veranstaltung und wenn man sieht, was wir für den heutigen Tag auf die Beine gestellt haben mit dem Festkommers und dem Außenprogramm, können wir stolz darauf, was wir geleistet haben.

BLICK aktuell: Da geben Sie bereits das nächste Stichwort. Was haben Sie heute alles für die Besucher und Zuschauer auf dem Programm?

Claus Hattenbach: Zum einen muss ich sagen, was sehr erfreulich ist: Die Jugendfeuerwehrkapelle Koblenz-Lay unterstützt uns musikalisch. Wir haben gleich die große Showübung der Jugendfeuerwehr. Dabei werden wir draußen ein kleines Holzhaus anzünden, das die Jugendfeuerwehr dann ablöschen kann. Weiterhin bieten wir auf dem unteren Schulhof eine Ausstellung an Fahrzeugen. Beispielsweise haben wir den neuesten ELW 2 des Westerwaldkreises zur Besichtigung hier. Da gegenüber haben wir eine Ausstellung historischer Leitern, bei der man sehr sehen kann, was sich im Laufe der Zeit verändert hat. Außerdem stehen Kistenstapeln und eine Hüpfburg auf dem Programm und für das leibliche Wohl ist heute hier selbstverständlich bestens gesorgt.

BLICK aktuell: Sie haben im Vorfeld viel Werbung für den heutigen Aktionstag gemacht. Wie war die Resonanz darauf? Was haben Sie im Vorfeld an Feedback erhalten?

Claus Hattenbach: Das Feedback, das wir erhalten haben, war durchweg positiv. Wir haben in der Stadt viele Plakate ausgehangen und in den Medien geworben und darauf haben wir ganz positive Resonanz aus der Bevölkerung zurückbekommen. Die Menschen freuen sich mit uns und haben für heute Nachmittag ihren Besuch angekündigt. Außerdem haben wir weitere Jugendfeuerwehren eingeladen, die an einer Fahrzeugralley teilnehmen können. Auch auf Facebook haben wir viele Likes bekommen.

Junge Menschen für das Lebenretten begeistern

BLICK aktuell: Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft der Jugendfeuerwehr Höhr-Grenzhausen?

Claus Hattenbach: Der Nachwuchs in der aktiven Wehr kommt heute zu 80 bis 85% aus der Jugendfeuerwehr. Ein ganz großes Anliegen von mir ist, dass wir die Jugendfeuerwehr weiter fördern und da auch dementsprechend Jugendliche für die Jugendfeuerwehr gewinnen. Das sichert uns den Nachwuchs für die aktive Wehr und natürlich die Sicherheit der Bevölkerung der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausens. Es ist nicht einfach, weil es mittlerweile ganz viele Organisationen gibt, die Jugendarbeit leisten und zur Jugendfeuerwehr gehört auch eine entsprechende Ausbildung, die man absolvieren muss. Letztendlich geht es ja darum, Menschenleben zu retten. Das sind unser Ziel und unsere Aufgabe und ich werbe dafür, dass wir viele Jugendliche für die Feuerwehr begeistern können. Mein Wunsch ist es, dass wir dieses Ziel auch in Zukunft erreichen und weiterhin für die Bevölkerung gut aufgestellt sind.

BLICK aktuell dankt dem Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Höhr-Grenzhausen, Claus Hattenbach, dass er sich an einem ereignisreichen Tag die Zeit für das freundliche und ausführliche Interview genommen hat und den Lesern damit einen Einblick in die Jugendarbeit der Feuerwehr Höhr-Grenzhausen sowie deren Aktivitäten und des Festtagsprogramms gegeben hat.

Das Haus brennt und die Feuerwehr rückt an –tolle Vorführung der Jugendfeuerwehr für die Gäste.

Das Haus brennt und die Feuerwehr rückt an – tolle Vorführung der Jugendfeuerwehr für die Gäste.

Wehrleiter Claus Hattenbach (re.) und JugendwartFrank Sellner freuten sich über den gelungenen Tag.

Wehrleiter Claus Hattenbach (re.) und Jugendwart Frank Sellner freuten sich über den gelungenen Tag.

Das Strahlrohr wird zu zweit bedient, das wissendie Nachwuchs-Brandschuützer.

Das Strahlrohr wird zu zweit bedient, das wissen die Nachwuchs-Brandschuützer.

Attraktive Show und Jugendfeuerwehr zum Anfassen

Bei der Übung der Jugendlichen galt es, das lichterloh brennende Haus zu löschen.

Bei der Übung der Jugendlichen galt es, das lichterloh brennende Haus zu löschen.

Völlig begeistert verfolgten die zahlreich erschienenen Besucher die Vorführung der Jugendfeuerwehr.

Völlig begeistert verfolgten die zahlreich erschienenen Besucher die Vorführung der Jugendfeuerwehr.

Wehrführer Frank Kauert sagte die Übung der Jugendfeuerwehr an.

Wehrführer Frank Kauert sagte die Übung der Jugendfeuerwehr an.

Loren hatte die Übung voll im Blick und war für die Wasserversorgung zuständig.

Loren hatte die Übung voll im Blick und war für die Wasserversorgung zuständig.

Fast geschafft – kurze Zeit später war der Brand gelöscht.

Fast geschafft – kurze Zeit später war der Brand gelöscht.

Mit Unterstützung des THW konnten alle Kletterwilligen sich im Kistenstapeln versuchen.

Mit Unterstützung des THW konnten alle Kletterwilligen sich im Kistenstapeln versuchen.

Begleitet wurde die Festivität von der Jugendfeuerwehrkapelle Koblenz-Lay.

Begleitet wurde die Festivität von der Jugendfeuerwehrkapelle Koblenz-Lay.

Nach erfolgreich gelöschtem Brand bedankten sich die Jugendfeuerwehr und die beteiligten Schauspieler beim applaudierenden Publikum.

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