Allgemeine Berichte | 21.04.2020, 13:13 Uhr

Ehrenamtsbörse Wachtberg ist nun ein gemeinnütziger Verein

Auch das Finanzamt signalisiert seine Zustimmung

Satzung wurde beschlossen und das obligatorische Gründungsprotokoll online gefertigt

Gemeinde Wachtberg. Es ist ein Novum in der Gründungsphase von Vereinen: Am 15. April trafen sich virtuell genau sieben Wachtberger Bürgerinnen und Bürger - ein jeder zu Hause vor seinem Computer - um über eine gesicherte Videokonferenz-Plattform den gemeinnützigen Verein „Ehrenamtsbörse Wachtberg e.V.“ mit dem Slogan „Wachtberg hilft – die Ehrenamtsbörse im Ländchen“ zu gründen.

Dazu wurde in dem zugrunde liegenden Satzungsentwurf eigens ein Passus eingestellt, der solche Online-Zusammenkünfte ausdrücklich ermöglicht.

„Dieser gewisse Umstand war leider notwendig“, so erläutert Theo Hüffel als einer der beiden neuen Vorsitzenden die virtuelle Zusammenkunft, „weil wir aufgrund des öffentlichen Versammlungsverbots keine offizielle Sitzung mit einer größeren Personenzahl haben machen dürfen.“ So wurden über die Wachtberger Ortschaften hinweg die Satzung beschlossen und das obligatorische Gründungsprotokoll online gefertigt. Auch die Abstimmungen für die einzelnen Funktionen innerhalb des Vereins wurden ordnungsgemäß „per gesichertem Mausklick“ vollzogen, wie es in der Pressemitteilung heißt. „Etwas konservativ-analoges haben wir dennoch beibehalten“ fügte Michael Turley , der als gleichberechtigter Co-Vorsitzender gewählt wurde, hinzu „das Protokoll der Gründungsversammlung und die beschlossene Satzung haben dann alle am nächsten Tag persönlich an der jeweiligen Haustür handschriftlich bestätigt.“

Die Satzung entspricht den Vorgaben des Finanzamtes

Eine erfreuliche Nachricht kam bereits vom zuständigen Finanzamt Sankt Augustin, worüber sich die frisch gewählte Kassiererin des neuen Vereins, Christina Schubert-Fiebig, sehr freute: „Da der dem Finanzamt gesandte Satzungsentwurf den steuerlichen Voraussetzungen entspricht, können somit auch bald Spendenbescheinigungen durch die Ehrenamtsbörse ausgestellt werden.“

Und dass Spenden seitens des Vereins gerne gesehen werden, zeigt das Programm, dass die Ehrenamtsbörsianer sich für die nächste Zeit vorgenommen haben:

- So soll der Ausbau der Nachbarschaftshilfe auch nach der Coronazeit weiter gefestigt werden.

- Hinzu kommen Aktivitäten, die derzeit leider nicht umzusetzen sind, wie die Vermittlung von „Vorlesepaten“, „Leihomas“ und „Leihopas“ für Kinder, die Mithilfe und die Unterstützung bei der Kinderbetreuung in engen Situationen, eine Unterstützung bei Haustierbetreuungen und Ähnliches.

- Aber auch eine Art Lernplattform zur Unterstützung von Schülern bei der Aufgabenbetreuung steht auf der zukunftsorientierten Agenda. - Auch soll der Bundesfreiwilligendienst in Wachtberg einen weiteren Ansprechpartner bekommen. Hierzu werden demnächst Gespräche mit dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben erfolgen.

- Ein weiterer Aspekt der Ehrenamtsbörse Wachtberg wird die Integration der internationalen Beziehungen des europäischen Instituts für das Ehrenamt in Europa (EiNS) in die örtliche Ehrenamtsarbeit in Wachtberg sein.

Fachkompetente Unterstützung erfährt der Verein mit den ebenfalls gewählten Beisitzerfunktionen für Andrea Schmickler und Stephan Blicker. Dass alles ordnungsgemäß verbucht wird, erfolgt durch die Kassenprüfung, die Silke Gestrich obliegt.

„Gerade auch das internationale Zusammenarbeiten im Ehrenamt unterstützt sicher auch die Freundschaften Wachtbergs mit den Partnergemeinden in Frankreich und Italien, La Villedieu du Clain und Bernareggio,“ freut sich der Verein auf die zukünftigen Aufgaben im Sinne der Bürgerinnen und Bürger Wachtbergs.

Für das Ehrenamt gibt es kein Monopol

Der Verein sieht sich in Wachtberg in einer Reihe mit allen, die ehrenamtlich tätig sind. Ob es die freiwillige Feuerwehr ist, die Helfer des Bonner Technischen Hilfswerks, die nach der Hochwasserkatastrophe zahlreiche Brücken in Wachtberg bauten, das Deutsche Rote Kreuz oder die vielen ehrenamtlichen Aufgaben der beiden Kirchen – alle gehören zu den 30 Prozent der Bevölkerung, die sich in ihrer Freizeit für die Gemeinschaft einsetzen. „Gegenseitige Unterstützung und der Dienst am Nächsten und der Gemeinschaft kennt kein Monopol und begründet keinen hoheitlichen Anspruch“, bestätigt der neue Vorstand in einer Pressemitteilung. „Anlässlich des Bürgerfestes des Bundespräsidenten in Berlin sind nur ehrenamtlich engagierte Mitbürger*innen eingeladen, die in ihren Gemeinden hervorragende Arbeit leisten, und nicht ihre bezahlten Bürgermeister*innen.“ Aber damit hält sich der Verein nicht auf: Unmittelbar nach den Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, die durch den Coronavirus bedingt sind, wird die Ehrenamtsbörse Wachtberg ein öffentliches Colloquium zum Thema „Der Wert des Ehrenamtes in der Gesellschaft“ mit hochrangigen Referenten der Landesregierung Düsseldorf durchführen. Eingeladen werden dazu die Hilfsorganisationen und die fachspezifischen Funktionsträger*innen der Gemeindeverwaltung. „Die Referenten und einige Organisationen sind schon vorinformiert und freuen sich auf den Termin - einzig das Datum ist noch offen“, bereitet sich die Ehrenamtsbörse auf eine zukunftsweisende Richtung des Ehrenamts in Wachtberg vor, indem schon seit längerem ein Leitbild für das Ehrenamt entworfen wirf, das dann zur Diskussion gestellt werden wird.

Pressemitteilung

Ehrenamtsbörse Wachtberg

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