Künstlerforum Remagen e.V. präsentiert:
Auch ohne „Frau H. Heros“ eine beeindruckende Schau
Ausstellung # 4 eröffnet
Remagen. Obwohl die angefragte „Frau H. Heros“ nicht persönlich zur Eröffnung der Ausstellung # 4 erschienen war, traf die Schau von vier KünstlerInnen im Küfo Remagen auf ein volles Haus mit begeistertem Kunst-Publikum. Bei seinem Grußwort ließ Rolf Plewa (1. Beigeordneter der Stadt Remagen) Worte des Dankes vom neuen Bürgermeister und dem Landrat übermitteln, welche beide das Engagement der Remagener Künstlerschaft lobten.
Im Anschluss stellte Andreas Reichel, selbst ausstellend und sonst als Dozent an der Alanus Hochschule tätig, die künstlerischen Positionen seiner Kollegen vor: Zunächst einmal handelt es sich bei der erwähnten Frau Hannelore Heros um eine fiktive Person, zu welcher die Künstler eine Story als Verbindung zu ihrer Ausstellung ersannen. Ausgangs-Idee war, alle beteiligten Künstler einzuladen, sich mit dem „ehemaligen Wohnhaus der Familie Heros“ künstlerisch auseinanderzusetzen. Folgerichtig wurde die Schau auch Frau H. Heros gewidmet.
Gold als Ausgangspunkt
Für Johannes Hess ist das Material Gold mit seinen speziellen Eigenschaften Ausgangspunkt für seine grafische Arbeit. Mit dieser verfolgt das er Ziel, das Gold inhaltlich wie formal in seinen besonderen Qualitäten zum Ausdruck zu bringen. Die Wärme, das Licht, die Tiefe, das Strahlen wie auch die Verletzlichkeit des dünnen Blattgoldes werden in seiner Arbeit sichtbar.
Anne von Hoyningen-Huene bleibt dagegen dem klassischen Medium der Malerei treu. In der Villa Heros zeigt sie abstrakte, eher flächig angelegte Farbkompositionen, die immer wieder Bekanntes und Erinnertes berühren sollen, ihre Bezüge dabei jedoch nicht offenbaren. Im Zentrum stehen entweder geometrische Grundformen wie in der Arbeit „Pentagon“ oder auch abstrakte Farbwirbel, die sich zu bewegen scheinen.
In einem der hinteren Räume der Villa Heros überrascht Euncheol Choi mit seiner überbordenden, raumgreifenden Installation aus Zucker, Beton-Schalen und Zuckerguss, die sicher zu den Highlights der Ausstellung gehört. Mit seiner Arbeit bezieht sich der Künstler auf das geologisch-klimatische Phänomen der Salzpfannen-Bildung, wie sie zum Beispiel heute noch in Bolivien zu finden ist. Die Salar de Uyuni ist die größte Salzpfanne der Erde, die vor circa 10.000 Jahren ausgetrocknet ist. „Wenn die Salzpfanne nach Regenfällen mit einer Wasserschicht bedeckt ist, wird sie zu einem der größten natürlichen Spiegel der Welt. Und dies ist weithin ein merkwürdiges Ereignis, wo man keine Grenze zwischen Erde und Himmel mehr finden kann“, kommentiert Euncheol Choi seine Arbeit.
Zu guter Letzt gab Andreas Reichel noch erklärende Worte zu seiner eigenen Installation ab, die er zu Ehren der Familie Heros in Remagen präsentiert: „die erdblume / die madeingermani / der schneemann“ lautet der Titel seiner Installation, die er im Wesentlichen in der Grundfarbe Rot gestaltet hat. Hierzu Reichel: „Großes Rot auf Papier, eine lose Wandtapete wie eine Augenweide, augen-weit nichts als rote Punkte, wie eine innere Vermessung, eine Landnahme. Aus der Erdscholle die Knolle. Die Frucht in die Hand gewonnen und ausgebreitet, aufgerichtet wie ein Möbel in der alten Villa Heros. Ganz vermessen das große Rot: ganz Rote Bete.“
Die Hintergründe rund um die Geschichte von Frau H. Heros können Besucher im Eingangsbereich der Ausstellung erfahren, der mit Info-Tafeln und einer Art „Gedenk-Altar“ zu Ehren von Frau Heros für die Zeit der Ausstellung installiert ist.
Die Ausstellung # 4 mit den Arbeiten von Euncheol Choi, Johannes Hess, Anne von Hoyningen-Huene und Andreas Reichel läuft bis einschließlich 23. September und ist an den Wochenenden von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Weitere Informationen unter: www.kuefo-remagen.de. Villa Heros, Kirchstraße 3, 53424 Remagen.
Andreas Reichel erläutert Besuchern seine Raumgrafik.
Johannes Hess vor einer seiner Goldarbeiten.
Bodeninstallation von Euncheol Choi.
