Der Verein „Gemeinsam für Vielfalt“ in Unkel bereitet weitere Schritte vor
Auf dem Weg zu einem Bürgerpark
Unkel. Kurz nach der Mitgliederversammlung Anfang März trafen die Konsequenzen der Corona-Pandemie den neuen Vorstand und alle Aktiven rund um ihn mit voller Wucht. Wichtige Treffen zur weiteren Planung wurden unmöglich. Dennoch ging die Arbeit mit unverminderter Energie weiter.
Wie stellt der Verein sich den Bürgerpark vor?
Die Ziele des Vereins werden in der erweiterten Vereinssatzung umschrieben, die bei der Mitgliederversammlung in großer Einmütigkeit verabschiedet worden ist. Zwei Leitlinien werden darin hervorgehoben:
Ein Ort für alle
Der Bürgerpark soll mehr werden als ein beliebiger Ort zur Freizeitgestaltung. Das Miteinander – Kontakt und Austausch zwischen Menschen in der Vielfalt, wie wir sie in Unkel und den Nachbarorten vorfinden, soll dort im Mittelpunkt stehen. Und er soll ein Ort werden, an dem der Aufenthalt und das Mitmachen wenig oder überhaupt nichts kostet. Nicht jeder nennt einen Garten sein Eigen oder kann sich Besuche im Café leisten. Angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie ist ein solcher Ort wichtiger denn je geworden. Finanzielle Sicherheiten gingen bereits für viele verloren, gewohnte Besitzstände müssen vielleicht aufgegeben werden. Da ist es wichtig, einen Ort zu haben, an dem man sich ohne Kaufzwang auf Augenhöhe begegnen, zwanglosen Kontakt haben, gemeinsamen Aktivitäten, die Spaß machen und gut tun, nachgehen kann.
Ein Ort, den alle mitgestalten sollen
Der Verein sieht sich nicht als alleiniger Gestalter des Bürgerparks. Neben eigenen Angeboten wie der Fahrradwerkstatt, dem „grünen Klassenzimmer“ für Kindergärten und Schulen oder einem Veranstaltungsprogramm sieht er sich in einer initiierenden und koordinierenden Rolle. Vielfalt auf dem Gelände kann nur gelingen, wenn die ortsansässigen Vereine und Initiativen dort aktiv werden, so wie dies die Initiative „Unkel Tomorrow“ mit dem geplanten Gemeinschafts-Garten tun will. Weitere Vereine, zum Beispiel aus dem Sport-Bereich, haben Interesse angemeldet, dort mitzumachen, wenn der Rat der Stadt Unkel dem Verein grünes Licht gibt.
Dies alles und viel mehr wurde in den letzten Wochen in einem Konzept beschrieben, das nun hoffentlich bald dem Rat der Stadt Unkel vorgestellt werden kann.
Für sachverständige Unterstützung des Vereins ist gesorgt
Es will gut überlegt sein, was es bedeutet, wenn der Bürgerpark Wirklichkeit werden sollte, denn die Gebäude stehen seit langer Zeit leer. Da sind mehr als nur Schönheitsreparaturen fällig, so das Ergebnis der Bestandsaufnahme mit dem Architekten Daniel Schmitz, der dem Verein in diesen Fragen zur Seite steht. Schon allein die dringend notwendige Sanierung der Dächer mit Asbestanteilen wird eine ordentliche Stange Geld kosten.
Um ein so komplexes Vorhaben wie den Bürgerpark stemmen zu können, wird Sachverstand gebraucht. Der ist bei den Vereinsmitgliedern vorhanden. Juristisch wird Professor Dr. Klaus Riekenbrauk den Verein unterstützen. Clemens von Weichs und weitere Mitglieder werden sich um die Akquise von Fördergeldern kümmern. Für die mediale Präsenz des Vereins werden andere Mitglieder Verantwortung übernehmen.
Bezahltes Personal reibt die Arbeit voran
Dank der Spende des JDC, der führenden globalen humanitären jüdischen Organisation, können zwei Kräfte auf 450 Euro Basis bis zur Winterpause und darüber hinaus auch im kommenden Jahr beschäftigt werden. Anja Rihm, die Vorsitzende des Vereins ist eine von ihnen und hat ihre Arbeit bereits Anfang April begonnen. Auch ohne die Öffnung des Geländes hat sie mehr als genug zu tun und die bezahlten Stunden reichen bei weitem nicht aus. Riad Alhamad wird mit der Arbeit beginnen, sobald die Corona-Beschränkungen dies zulassen. Und viele andere Mitglieder stehen bereit, beim jährlichen Großreinemachen anzupacken, wenn das Gelände wieder geöffnet werden darf.
Was kann noch in diesem Jahr passieren?
Das bereits beackerte Gelände für den künftigen Gemeinschaftsgarten wird nun so bearbeitet, dass dort jederzeit der Startschuss für seine künftige Bestimmung gegeben werden kann. In diesem Jahr soll ein Schaugarten mit alten Gemüsesorten angelegt werden. Die Ernte soll, wenn möglich, bei einem „green dinner“ im Bürgerpark verzehrt werden.
Gerd Faßbender arbeitet bereits in der Fahrradwerkstatt und hat dort vier Fahrräder für die Ordensschwestern des Christinenstifts fahrbereit gemacht. Diese werden demnächst übergeben. Corona-bedingt ist derzeit kein freier Zutritt zur Fahrradwerkstatt und wenn, dann nur einzeln und mit Mund-Nasen-Schutz. Man kann telefonisch oder per SMS unter (01 51) 18 66 83 34 oder per Email: Gerd.fassbender@gfv-unkel.de einen Termin vereinbaren.
Nach Lockerung der Corona-Einschränkungen plus einem klaren ja des Rats der Stadt Unkel zur Arbeit des Vereins könnten sehr schnell attraktive Freizeitmöglichkeiten auf dem Gelände entstehen. Der Verein verfügt über die notwendigen Mittel, um mehrere Grillplätze mit Sitzgelegenheiten sowie eine „Chill-Zone“ mit Hängematten für Ruhebedürftige einzurichten und Möglichkeiten für Spiel und Sport sowie Kreativ-Workshops anzubieten. In diesem Jahr könnte auch einen Boule-Platz entstehen. Die Neu-Anlage des Basketball-Terrains steht ebenfalls auf der Wunschliste des Vereins. Dies wäre jedoch ein langfristigeres Projekt.
Verein braucht Sicherheit und Rückhalt der Kommunalpolitik
Für all dies und noch mehr braucht der Verein eine verlässliche vertragliche Basis. Ohne diese können die bereits vorhandenen Gelder nicht eingesetzt, keine Spenden in größerem Stil beschafft, keine Förderanträge gestellt werden. Die liegen teilweise schon fertig in der Schublade. Ohne die offizielle Zustimmung der Stadt kann der Verein keine Kooperationsvereinbarungen mit Vereinen und Institutionen abschließen. So lange auf der Stelle treten zu müssen, war und ist für die Aktiven frustrierend und sie freuen sich darauf, dem Rat nun bald ihrer Vorstellungen vom Bürgerpark präsentieren zu können.
Pressemitteilung
Gemeinsam für Vielfalt e.V.
