Historischer Stadtrundgang in Rheinbach
Auf den Spuren der Römer
Lorenz Euskirchen vom „Freundeskreis Römerkanal“ gibt interessante Einblicke
Rheinbach. „Wenn man eine Kegelkugel über die römische Wasserleitung laufen gelassen hätte“, erläutert Lorenz Euskirchen vom Freundeskreis Römerkanal, „dann wäre sie aus der Eifel bis nach Köln gerollt.“ Die 20 Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c der Tomburg-Realschule Rheinbach staunen nicht schlecht. Auf einem historischen Stadtrundgang erkundeten sie gemeinsam mit ihrem Geschichte-Lehrer Martin Lehnert und der Elternvertreterin Petra Schulz-Dentzer die römische Vergangenheit der Glasstadt. Treffpunkt des Stadtrundgangs war an den Überresten des Römerkanals am Kreisel an der Aachener Straße. Dort erklärte Euskirchen den Schülern, dass die Römer immer die Baumaterialien verwendet hatten, die vor Ort verfügbar waren. Die Gruppe folgte schließlich dem Verlauf der Eifelwasserleitung entlang der Bahnhofstraße und der Kriegerstraße.
Wichtigster Beweis
Dort konnten die Schüler in kleinen Gruppen einen Kellerraum besichtigten, in dem ein denkmalgeschützter Teil der Wasserleitung freigelegt ist. „Das ist unser wichtigster Beweis für den Verlauf der Wasserleitung quer durch Rheinbach“, sagte Euskirchen. Über die rund 95 Kilometer lange Strecke von Nettersheim nach Köln wurden damals 20 Millionen Liter Wasser pro Tag transportiert. Fast 200 Jahre war der als reine Gefälleleitung konzipierte Kanal in Betrieb. Höhenunterschiede wurden durch aufwändige Aquädukte überwunden, unter anderem gab es ein 1,4 Kilometer langes Aquädukt zwischen Rheinbach und Lüftelberg, das bis zu elf Meter hoch war. Heute finden sich viele zurückgebaute Überreste der Wasserleitung in späteren Bauwerken wieder, so zum Beispiel an der ehemaligen Rheinbacher Burg, dem „Hexenturm“ an der Bachstraße. Dort endete die spannende Reise in die Vergangenheit für die Klasse 6c, die sich mit einem Applaus bei Lorenz Euskirchen und Petra Schulz-Dentzer bedankte. „Für die Tomburg-Realschule ist und bleibt der Kontakt zu den örtlichen Vereinen sehr wichtig“, sagte Martin Lehnert zum Abschluss der Veranstaltung. Weitere Informationen zur „Eifelwasserleitung“ www.freundeskreis-roemerkanal.de
