Das Christentum in Äthiopien - Dia-Vortrag von Franz-Josef Muschiol in Rheinbach
Auf den Spuren der legendären Königin von Saba
Rheinbach. Die Katholische Kirchengemeinde St. Martin in Rheinbach lud zu einem interessanten Dia-Vortrag in das Pfarrzentrum am Lindenplatz ein. Für Franz-Josef Muschiol und seine Frau Doris war es nicht die erste Reise in die Partnerschaftsstadt Kiruhura in Ruanda. Im November und Dezember 2013 besuchte das Ehepaar Muschiol, beide Mitglieder im Pfarrausschuss „Mission-Entwicklung-Frieden“ (MEF) erneut die Partnerstadt. Ein wichtiger Grund war die Schuleinweihung in Gashoba, Pfarrei Kiruhura. Der Neubau der Primarschule wurde auch von Rheinbacher Spendengeldern mitfinanziert. Als ehemaliger Schulleiter war Muschiol besonders stolz, den Festlichkeiten beizuwohnen. Nach dem Aufenthalt in Ruanda beschloss das Ehepaar Muschiol, noch einen Abstecher nach Äthiopien zu unternehmen.
Ein Abstecher nach Äthiopien
In Äthiopien gibt es etwa 37.000 Kirchen. „Die Menschen dort sind christlich-orthodox und für unsere Verhältnisse sehr fromm und konservativ“, so Franz-Josef Muschiol. Um den etwa 40 Anwesenden im Pfarrzentrum auf seinen Dia-Vortrag vorzubereiten machte Muschiol einen kleinen Ausflug in die Geschichte des Landes. Im 10. Jahrhundert besuchte die legendäre Königin von Saba, die wahrscheinlich im Jemen oder Axum in Äthiopien beheimatet war, den König Salomon in Israel. Der weise König war von ihrer Schönheit angetan und wollte sie in Jerusalem behalten. Nach der Überlieferung gewährte die Königin ihm aber nur eine Nacht und kehrte dann in ihre Heimat zurück. Aus dieser Verbindung ging der Sohn Menilek hervor. Im Alter von 22 Jahren besuchte Menilek seinen Vater Salomon. Aber auch er kam dem Wunsch des Vaters, in Jerusalem zu bleiben, nicht nach und kehrte in seine Heimat nach Äthiopien zurück. Ohne sein Wissen sollen seine Begleiter die Bundeslade mit den Steintafeln der zehn Gebote von Jerusalem nach Axum mitgenommen haben. Sie soll heute, ebenfalls nach einer Überlieferung dort in einer Kirche aufbewahrt sein, niemand hat sie da bisher zu Gesicht bekommen.
Kirchen in Felsen gehauen
Fast alle christlichen Kirchen haben eine Nachbildung dieser Bundeslade, die an Feiertagen durch den Ort getragen wird. Seit der Zeit Menileks behaupten alle Könige Äthiopiens, bis hin zu Kaiser Haile Selassy, Nachfolger dieser sehr alten Dynastie zu sein und führen ihren Ursprung auf Salomon und dessen Vater David zurück. Im Laufe der Geschichte waren die Äthiopier gezwungen, eigene Wallfahrtsorte in ihrem Land zu gründen, wie beispielsweise die heilige Stadt Lalibela, die vom Ehepaar Muschiol aufgesucht wurde. Weitere Orte ihres Interesses während des Abstechers waren Gondar und Axum. Die beeindruckenden Dia-Bilder zeigen zahlreiche sehenswerte Kirchen von innen und außen mit ihren schönen Gemälden. Die Kirchen sind buchstäblich in Felsen gehauen oder stehen in einer Vertiefung, alles Vorsichtsmaßnahmen, feindliche Übergriffe abzuwehren. Weiterhin fotografierte Muschiol landestypische bunte Märkte mit vielen Menschen, beeindruckende Landschaften und etliche Felsengräber.
Die Wiege der Menschheit
Immerhin handelt es sich nach derzeitigen Erkenntnissen bei dieser Gegend um die Wiege der Menschheit. Die Besucher nahmen an diesem Abend auch einen kleinen Eindruck von der Geburtsstunde menschlichen Daseins mit nach Hause und bedankten sich bei Franz-Josef Muschiol für den sehenswerten Vortrag. Vielleicht wird der eine oder andere überlegen, diese historisch interessante Gegend selbst einmal zu erkunden.
Franz-Josef Muschiol erzählte in einem Dia-Vortrag im Pfarrzentrum von seinen Eindrücken über einen Abstecher nach Äthiopien während seiner Reise nach Ruanda.
Solche beeindruckende Gemälde dieser Art findet man in vielen äthiopischen christlichen Kirchen.
