Franziskus Gymnasium Nonnenwerth
Auf den Spuren des heiligen Franziskus
Gemischte Gruppe aus Schülerinnen und Schülern des Inselgymnasiums besuchte Assisi
Assisi. In diesem Jahr war es endlich wieder so weit. Eine Gruppe von Nonnenwerthern trat die beliebte Fahrt nach Assisi im italienischen Umbrien an. Wie auch in den vergangenen Jahren war die Fahrt ein voller Erfolg und eine unvergessliche Erfahrung für alle Schülerinnen und Schüler und die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer. Neben den Orchestermitgliedern hatten diesmal auch neun weitere Interessenten die Möglichkeit, die Gruppe zu begleiten. Der Schwerpunkt der Fahrt war eine Reise auf den Spuren des dort gebürtigen Franziskus, bei der den Teilnehmern das Leben, das Wirken und der Tod des Heiligen in Assisi sehr anschaulich nahegebracht wurden. So erklärte in Assisi unter anderem die Sießener Schwester Anke in San Damiano viel Wissenswertes über die Berufung des Franziskus und die Lebensweise der heiligen Klara. Auch Andrea Monreal, Schulleiterin des Inselgymnasiums, wusste viel über den Heiligen und die Stadt Assisi zu berichten und begleitete die Schüler auf den Führungen.
Bei all ihren Streifzügen und Wanderungen auf den Spuren des Franziskus erstaunte die teilnehmenden Schüler immer wieder, wie ähnlich sie als heutige Jugendliche mit all ihren Fragen diesem Heiligen doch sind. Sie erfuhren, wie anders das Leben vor 700 Jahren im Vergleich zu heute gewesen ist. Aber trotz aller Verschiedenheit hatte Franziskus auch Probleme, die Jugendliche im 21. Jahrhundert ebenso kennen. So stehen auch sie ständig vor schwierigen Entscheidungen, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen. Alleine die Frage „Was möchtest du später einmal werden?“, bereitet den Schülerinnen und Schülern oft Kopfzerbrechen. Franziskus stellte sich diese Frage bereits im zwölften Jahrhundert, doch er tat erstaunlicherweise genau das, was sich viele heute nicht trauen: loslassen, neue Wege einschlagen und den eigenen Träumen und Wünschen nachgehen.
Bruder Thomas Freidel führte die Gruppe durch die Basilika San Francesco, eine der beeindruckendsten Kirchen in ganz Assisi. Über dem Grab des Franziskus errichtet, besteht sie genau genommen aus zwei übereinander gebauten Kirchen: Der Unterkirche, in der unter anderem das berühmte Bild mit der Vogelpredigt und das einzige Porträt des Franziskus zu sehen sind, und der Oberkirche, die Giotto di Bondone nach 1296 mit fantastischen Fresken schmückte.
Anstrengung wird belohnt
Nach einer anstrengenden Wanderung noch am Nachmittag desselben Tages zu den Einsiedeleien, auch Carceri genannt, wurden die Nonnenwerther mit einer sensationellen Aussicht und einer wiederum sehr aufschlussreichen Besichtigung der Höhlen, in denen auch Franziskus einige Zeit hauste (und in denen die Schüler auch mal probeliegen durften), belohnt. Einer der größten Höhepunkte des Aufenthalts war aber die Wanderung durch die Olivenhaine hinunter zur Kirche „Santa Maria degli Angeli“, einer gewaltigen Kirche, die seltsamerweise über einer kleinen Kapelle, der „Portiuncula“ errichtet wurde. Diese Kapelle spielte im Leben des Franziskus eine ganz besondere Rolle; so baute er die damals fast vollständig zerstörte kleinere Kirche, in der er auch sterben sollte, auf eigene Faust wieder auf.
Doch auch die Proben mit dem Orchester unter der Leitung von Natalia Kazakova als Vorbereitung auf ein Konzert waren fester Bestandteil des Tagesablaufs.
Nicht alle Proben fanden, wie die Nonnenwerther Musiker das sonst gewohnt sind, in einem Proberaum statt, sondern auch draußen unter freiem Himmel, wo vor langer Zeit vielleicht einmal Franziskus von Assisi nach San Damiano unterwegs war. Die Anstrengungen fanden ihren verdienten Lohn in einem Abschlusskonzert am letzten Tag vor der Abreise.
In der Kirche „Santa Maria Maggiore“, die schon eine der Lieblingskirchen des Franziskus war, spielten die Camerata Nonnenwerth und das Celloquartett Werke von Bach, Händel, Vivaldi und Goltermann. Großer Applaus und „standing ovations“ eines begeisterten Publikums waren der verdiente Lohn für eine tolle Leistung. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sparten nach dieser Fahrt nicht mit Lob. Die Tage in Assisi haben ihnen neben viel Spaß auch ein tieferes Verständnis ihrer Selbst ermöglicht. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Leben und Wirken des heiligen Franziskus, des Namenspatrons ihrer Schule, ist alles andere als veraltet und verstaubt.
Bastian Langenbach
und Mark Braun (9a)
