Interessante VHS Studienfahrt
Auf den Spuren von Rosamunde Pilcher
Studienfahrt der VHS führte nach Südengland und Cornwall
Remagen. Die achttägige Studienreise der VHS Remagen führte in diesem Jahr unter Leitung von Wolfgang Proft und Helmut Pakusa nach Südengland, wo man sich teilweise auf die Spuren von Rosamunde Pilcher begab. Mit einem komfortablen Reisebus begaben sich morgens um 3 Uhr die 46 Teilnehmer auf den Weg nach Dünkirchen/Calais. Dort erfolgte die Überfahrt mit der Fähre nach Dover in England. Schon von weitem sah man die beeindruckenden Felsen vom Wasser aus. An Land wurde die Gruppe von der örtlichen Reiseleiterin Barbara, die die Gruppe während der gesamten Reise begleitete, erwartet. Nun erfolgte die Weiterfahrt in das traditionelle Seebad Brighton. Es blieb noch etwas Zeit für einen ersten Stadtrundgang und einen Bummel in diesem schönen Seebad, bevor man im Hotel eincheckte.
Nach dem ersten reichhaltigen englischen Frühstück begann die Erkundungstour. Der Bus durchquerte den New Forest Nationalpark, ein 900 Jahre altes Jagdgebiet aus Heidelandschaften und uralten Wäldern, in denen sich heute noch wilde Ponys tummeln. Die Mittagszeit wurde im bekannten Seebad Bournemouth verbracht. Bournemouth liegt in der zeremoniellen Grafschaft Dorset im Südwesten Englands und ist mit seinem zehn Kilometer langen Sandstrand und einem Shopping-Paradies eines der populärsten Urlaubsziele an der Südküste. Im Anschluss führte die Reise dann nach Exeter, wo die mittelalterliche Altstadt und die gotische Kathedrale St. Peter besucht wurden. Beim Eintritt in die Kathedrale blickt man in das mit 105 Metern längste gotische Gewölbe der Welt. Die Westfassade ist ein Höhepunkt der hochgotischen Architektur in England. Die frühe Hauptstadt Cornwalls besticht mit vielen kulturellen und architektonischen Besonderheiten.
Herrenhaus und Burg
Am Vormittag des dritten Tages stand die Besichtigung eines der schönsten Herrenhäuser in Cornwall, dem Lanhydrock House & Gardens an. Das viktorianische Anwesen beherbergt eine wertvolle Sammlung an alten Gemälden und Meißner Porzellan. Im Garten wurden die vielen seltenen Pflanzen bewundert. Rhododendren und Magnolien stehen hier in Fülle. Danach ging es weiter zum Küstenort Boscastle, ein steiler, in einer Felsbucht verborgener Fischerhafen, wo Zeit zur freien Verfügung blieb. Am Nachmittag wurde die sagenumwobenen Geburtsstätte König Artus Tintagel Castle besichtigt. Die Burg liegt auf einer Halbinsel an der Westküste Cornwalls, nicht weit vom Dorf Tintagel entfernt und ist nur durch eine schmale Landzunge mit dem Festland verbunden. Von der Burgruine genossen alle den tollen Ausblick.
Nach dem gemütlichen Frühstück im Hotel in Newquay führte der Ausflug durch den äußersten Südwesten Englands. Der erste Fotostopp war an der historischen Burg St. Michael’s Mount, die in der Bucht vor Penzance auf einem Felsen liegt. Die Burg gleicht stark Mont San-Michel in der Normandie. Sie wurde im Jahre 1090 nach der normannischen Eroberung als Kloster den Benediktinern von St. San-Michel als Dependance zugeteilt. Anschließend stand das malerisch gelegene Freilufttheater Minack Theatre zum Besuch an, wo auch heute noch in den Sommermonaten Vorstellungen stattfinden. Eine beinah märchenhafte Szenerie entsteht durch die Kulisse von Steinen und Säulen vor dem offenen Meer, wenn die Dämmerung hereinsinkt. Weiter ging die Fahrt nach Lands End, dem westlichsten Punkt Großbritanniens mit einer eindrucksvollen Steilküste. Zum Abschluss des Tages besuchten die VHS'ler den Künstler- und Küstenort St. Ives mit seinem malerischen Hafen, wo Zeit zur freien Verfügung gegeben wurde. Die Stadt ist ein beliebter Ferienort, nicht zuletzt deshalb, weil sich hier diverse Strände befinden. Etwas Besonderes ist in diesem Ort das Licht. Gleich von drei Seiten wird es vom Wasser reflektiert und verleiht der Bucht und den Hügeln ihr eigenartiges Leuchten. Man fühlte sich wie in einem Badeort an der Riviera.
Viele interessante Eindrücke
Auch am nächsten Tag erwartete die Mitreisenden wieder ein spannender Tag mit vielen neuen Eindrücken. Der Weg nach Bath führte sie durch den Dartmoor Nationalpark. Dartmoor ist eine Hügellandschaft auf einem großen Granitmassiv in der Grafschaft Devon gelegen. Die wildromantische Landschaft ist von den typischen Granitfelsen - auch „Tors“ genannt - geprägt. Etwa 500 Ponys bevölkern die Hochebene. Bei einem kleinen Spaziergang traf man hautnah auf kleinere Wildpferd-Herden. In der Region befinden sich zahlreiche Fundamente prähistorischer Wohnstätten, Straßen und Steinkreise. Erbaulich war ein Rundgang durch das reizvolle Dorf Widecombe-in-the-Moor.
Im Anschluss hieran erwartete die Remagener eine kleine Überraschung, es wurde der berühmte Creme-Tea serviert. Danach wurde die Studienfahrt fortgesetzt in den berühmten Kurort Bath, bekannt für seine römischen Bäder, die die hier lebenden Römer bereits 43 n. Chr. aus den hiesigen warmen Quellen entwickelt haben. Die Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Schon seit der Regentschaft von Elisabeth I. gilt Bath als Kurort der wohlhabenden Bevölkerung. Bei einem Stadtrundgang erfuhr man mehr über das älteste Heilbad Englands und seine sehr interessante Architektur. Bestechend sind die halbrunden Häuserreihen mit gleichförmigen Fassaden. Der kostspielige Bath-Stein blieb auch zu Zeiten, als der rote Reihenhaus-Ziegel seinen Siegeszug antrat, das Pflichtmaterial für die Fassaden. So ist es heute noch. Einfaches Mauerwerk wird mit einer dünnen Schicht des kostbaren gelben Karlsteins verblendet.
Am nächsten Morgen ging es weiter in die beliebte Universitätsstadt Oxford. Oxford ist bekannt für seine honiggoldenen Gebäude, traumhafte Turmspitzen und seine Flusslage. Hier gab es viel zu entdecken. Der Reiseleiter zeigte und erläuterte während eines Stadtspaziergangs die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Oxford ist auch bekannt als „City of dreaming spires“ (Stadt der verträumten Turmspitzen), ein Begriff, den der englische Dichter Matthew Arnold aufgrund der harmonischen Architektur der Universitätsgebäude prägte. Es gab Zeit zur freien Verfügung bevor es weiterging zum nächsten Ziel, Blenheim Palace. Eingebettet in eine 850 Hektar große Parklandschaft, ist der gepflegte Barockpalast umgeben von einer ausgedehnten Parkanlage, architektonischen Gärten und einem herrlichen See. Erbaut wurde er einst von Königin Anne für John Churchill, den 1. Duke of Marlborough, als Belohnung für seine militärischen Erfolge im Spanischen Erbfolgekrieg. Alle Mitreisenden genossen die pittoreske Situation, in die das Schloss gebettet ist.
Cambridge und Leeds Castle zum Abschluss der Reise
Am vorletzten Reisetag wurde die berühmte Universitätsstadt Cambridge mit ihren alten Gemäuern besucht. Dass die Römer hier zugegen waren, deutet schon auf eine lange Geschichte hin. Die Reiseleiterin berichtete, dass die ersten Siedlungen hier bereits lange vorher existierten. Der früheste Nachweis für eine Besiedlung - eine Sammlung von Jagdwaffen - stammt aus der späten Bronzezeit. Nach einem Stadtrundgang durch diese historische und spannende Stadt wurde eine einstündige Bootsfahrt auf dem River Cam, der durch die Innenstadt führt, unternommen. In der Freizeit hatte man die Gelegenheit das St. John`s College zu besichtigen. Am Nachmittag erreichte der Bus die Grafschaft Kent, den Garten Englands. Hier wurde Leeds Castle besichtigt. Das über 1000 Jahre alte Schloss liegt idyllisch von einem See umgeben und gilt als eines der schönsten Schlösser Englands.
Am achten Reisetag hieß es leider schon Abschied nehmen, mit vielen Erlebnissen und neuen Erfahrungen im Gepäck. Insgesamt wurden 2800 Kilometer mit dem Bus und 80 Kilometer mit dem Schiff über den Ärmelkanal zurückgelegt.
