Ausflug des Kirchenchors Cäcilia
Auf historischen Spuren
Rhein-Mosel. Der Kirchenchor Cäcilia Oberfell hatte sich für den diesjährigen Jahresausflug ein geschichtlich interessantes aber auch bedrückendes Ziel gewählt: Die NS-Ordensburg Vogelsang, in der Nordeifel bei Schleiden gelegen, mitten im Nationalpark Eifel, mit Blick auf den Urftsee.
Mit 100 Hektar Fläche ist die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang eine der größten Hinterlassenschaften der Nazis und wurde in den 1930er Jahren gebaut. Hier sollten junge Männer für den Führungsnachwuchs der NSDAP erzogen werden. Sie sollten dem Idealbild eines „neuen deutschen Menschen“ nahekommen und als „Herrenmenschen“ auftreten. Der Volksgemeinschaft gegenüber nannten sie sich „Ordensjunker“. Vor allem durch das Fach „Rassenlehre“ wurde das Bild der eigenen Überlegenheit ständig verstärkt. Es war wie eine Ersatzreligion mit Riten und ausdrucksvollen Feiern, die die Ordensjunker glauben ließen, Anteil zu haben an der Schaffung eines „Neuen Menschen“ der Zukunft.
Nach einer neunzigminütigen Führung war eine längere Sprachlosigkeit zu spüren. So ein Größenwahn ist einfach unvorstellbar. Eine Abwechslung tat nun gut. Diese Abwechslung suchten und fanden die Chormitglieder im Anschluss bei „Waldi`s Eifel Antik“ .
Bei Walter Lehnertz, einem der Stars in der Fernsehserie „Bares für Rares“ konnte nach Herzenslust in Antiquitäten und Trödel gestöbert werden. Nach einem herzhaften Gedeck mit Kaffee und Kuchen verabschiedeten sich die Sänger mit einem Ständchen von Waldi. Mit viel neuem Wissen im Gepäck ging es zurück an die Mosel.
