Allgemeine Berichte | 28.01.2022

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz

Auf vielfältige Weise begangen

Bei einer Kranzniederlegung am Gedenkstein für die durch die Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma gedachten unter anderem Koblenzer Bürger und Politiker am Peter-Altmeier-Ufer der NS-Opfer.  Foto: Django Reinhardt Music Friends e.V.

Koblenz. 77 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz gedachte Koblenz am 27. Januar, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, in einer bewegenden Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus. Oberbürgermeister David Langner verlas bei einer Statio am Mahnmal am Reichenspergerplatz die Namen von 15 Schicksalen, Einzelpersonen und Familien. Die Gedenkstunde fand in diesem Jahr im kleinen Kreis statt. Vertreter der ausrichtenden Vereine, der Kirchen und der Stadtverwaltung nahmen an der Veranstaltung teil, die anschließend in der Citykirche ihre Fortsetzung fand.

Langner appellierte in seiner Ansprache an die Verantwortung aller gesellschaftlichen Bereiche, in Politik, Verwaltung und bei jedem Einzelnen. Es reiche nicht aus, an diesem einen Tag zusammenzukommen und der Opfer zu gedenken. Neben der Trauer über die Toten und das Leid der Angehörigen müsse immer wieder das Bewusstsein dafür geschärft werden, welche Verantwortung und welche Schuld damals Koblenzer Bürgerinnen und Bürger auf sich geladen hätten. Es sei daher die Verantwortung der heutigen Generationen, das Erinnern aufrechtzuhalten und gleichzeitig dafür einzustehen, ein Miteinander der Gesellschaft ohne Diskriminierung für die kommenden Generationen zu sichern. Sein Dank galt daher im Besonderen den Schülerinnen und Schülern, die die Gedenkstunde auch in diesem Jahr begleiteten. Die Jugendlichen der Hans-Zulliger und der Diesterweg-Schule brachten am Mahnmal Rosen und Informationen zu den verlesenen Opfern an.

Die Feierstunde an der Statio und in der Citykirche wurde veranstaltet durch den Förderverein Mahnmal, vertreten durch Dr. Jürgen Schumacher, die Christlich jüdische Gesellschaft Koblenz, vertreten durch Pfarrer Wolfgang Hüllstrung, den Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva, vertreten durch Hilde Arens und die Stadt Koblenz, vertreten durch den Oberbürgermeister und die Dezernentin für Bildung und Kultur, PD Dr. Margit Theis-Scholz.

Die Gedenkfeier in der Citykirche (bit.ly/nsopfer22) und die Ansprache von Oberbürgermeister David Langner am Mahnmal am Reichenspergerplatz (bit.ly/statioko22) sind online abrufbar.

Gedenken an die Opfer der Sinti und Roma

Am Nachmittag hatte bereits eine Gedenkstunde des Django Reinhardt Music Friends e.V. zum Erinnern an die deportierten und ermordeten Sinti und Roma stattgefunden. Am Gedenkstein unweit des Deutschen Ecks wurde im Beisein der Dezernentin für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz sowie von Michael Weiss vom Landesrat der Sinti und Roma ein Kranz niedergelegt. In ihrer Ansprache ging Theis-Scholz auf die lokale Historie der Gräueltaten an den in Koblenz lebenden Sinti und Roma ein. Pressemitteilung der

Stadt Koblenz

Schülerinnen und Schüler der Hans-Zulliger-Schule sowie der Diesterweg-Schule gedachten mit mit Lebensläufen und Rosen am Mahnmal am Reichenspergerplatz an die Opfer des Nationalsozialismus.  Fotos: Stadt Koblenz/Egenolf

Schülerinnen und Schüler der Hans-Zulliger-Schule sowie der Diesterweg-Schule gedachten mit mit Lebensläufen und Rosen am Mahnmal am Reichenspergerplatz an die Opfer des Nationalsozialismus. Fotos: Stadt Koblenz/Egenolf

Auf vielfältige Weise begangen

Bei einer Kranzniederlegung am Gedenkstein für die durch die Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma gedachten unter anderem Koblenzer Bürger und Politiker am Peter-Altmeier-Ufer der NS-Opfer. Foto: Django Reinhardt Music Friends e.V.

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