Allgemeine Berichte | 17.03.2023

Doppeljubiläum : 160 Jahre Waldbreitbacher Franziskanerinnen und 120 Jahre Marienhaus GmbH

Aufbruch in die Zukunft

Waldbreitbach. Mit einem feierlichen Pontifikalamt, dem der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann vorstand, und einem Podiumsgespräch im Forum Antoniuskirche auf dem Waldbreitbacher Klosterberg feierten die Waldbreitbacher Franziskanerinnen und die Marienhaus-Gruppe ihr Doppeljubiläum. Am 13. März 1863 gründete Margaretha Flesch, die den Ordensnamen Mutter M. Rosa annahm, in der Kreuzkapelle an der Wied die Gemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Vor 120 Jahren, am 19. Januar 1903, gehörten die Franziskanerinnen zu den ersten Frauen in Deutschland, die ihre Tätigkeiten in der juristischen Gesellschaftsform einer GmbH bündelten. In den vorangegangenen 40 Jahren hatte sich die Gemeinschaft mit großer Dynamik entwickelt. Die Zahl der Schwestern und Filialen wuchs rasch. Deshalb war die Gründung der Marienhaus GmbH für die Ordensleitung damals ein notwendiger juristischer Akt. Die ordenseigenen Einrichtungen wurden so rechtlich auf ein sicheres und dauerhaftes Fundament gestellt.

„Die Gründung der Marienhaus-Stiftung 2011 war ein weiterer zukunftsweisender Schritt“, sagte Dr. Heinz-Jürgen Scheid, der Vorstandsvorsitzende der Marienhaus-Stiftung. Weil die Zahl der Schwestern kontinuierlich abnahm, überführte der Orden seine Einrichtungen mit rund 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in die zu diesem Zweck gegründete Stiftung. Die Waldbreitbacher Franziskanerinnen übertrugen mit diesem Schritt die Gesellschafterverantwortung auf den Stiftungsvorstand. Die Einrichtungen der Marienhaus-Gruppe werden unter dem Dach der Stiftung aber weiterhin im Sinne und in den Intentionen des Ordens und seiner Gründerin als christliche Einrichtungen gestaltet und entwickelt.

Die Geschichte der Waldbreitbacher Franziskanerinnen und der Marienhaus GmbH ist geprägt von Aufbrüchen. Immer wieder war es notwendig, auf aktuelle Veränderungen und Situationen zu reagieren. Das Gespräch, das Prof. Dr. Claudia Nothelle, Professorin für Fernsehjournalismus und Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, mit zahlreichen Interviewpartnerinnen und -partner führte, stand deshalb unter der Gesamtüberschrift Aufbruch. Auch die Krisen in der heutigen Zeit machen Aufbrüche notwendig. „Krisen bereiten Veränderungen vor. Neue Wege, die zunächst aus der Not geboren werden, etablieren sich und das ist gut so“, sagte Bischof Dr. Stephan Ackermann.

Die Waldbreitbacher Franziskanerinnen haben so zum Beispiel in Trier mit Veronika Sauer die erste weltliche Oberin für einen Schwesternkonvent berufen. Damit übernimmt sie die weltliche und spirituelle Leitung der Ordensfrauen. „Das ist ein Aufbruch in eine andere Zeit, der viele neue positive Impulse setzt“, sagte Veronika Sauer. Sie freut sich sehr über das große Vertrauen, das die Ordensleitung und die Schwestern ihr entgegenbringen.

Inzwischen gibt es zahlreiche Krankenhäuser in der Trägerschaft, an die kein Schwesternkonvent mehr angegliedert ist. Damit sind die Schwestern im Klinikalltag nicht mehr präsent. „Es ist unsere Aufgabe, den christlich-franziskanischen Geist und das Vermächtnis der Ordensgründerin weiterhin lebendig zu erhalten“, sagten die beiden Krankenhausoberinnen Sabine Ruppert-Stahl, Marienhaus Klinikum Mainz, und Gaby Frömbgen, Marienhaus Klinikum Neuwied – Waldbreitbach. Auch hier ist der Orden schon vor Jahren neue Wege gegangen. Denn Krankenhausoberin war früher immer eine Ordensschwester. Heute fühlen sich weltliche Krankenhausoberinnen der Ordensgründerin und den Schwestern nach wie vor eng verbunden und haben die Menschen im Blick.

Es sei aber eine Gradwanderung den gesamten Auftrag zu erfüllen, sagte Joachim Schnieders, der Vorsitzende des Kuratoriums der Marienhaus Stiftung. „Als christlicher Träger wollen wir nahe bei den Menschen und ihren Sorgen sein. Gleichzeitig gehört aber auch die wirtschaftliche Führung der Einrichtungen dazu“, so Schnieders. Durch gemeinsames Arbeiten und gute Kooperationspartner könne die notwendige Zukunftssicherheit für die Einrichtungen geschaffen werden. Sonja Petit, Vorstandsmitglied der Marienhaus Stiftung, lenkte als ehemalige langjährige eGMAV-Vorsitzende der Marienhaus-Gruppe ebenfalls den Blick auf die wirtschaftliche Seite des Trägers. Sie sieht die Zukunft bei guten, engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie kompetenten Führungskräften. „Wenn es den Mitarbeitenden gut geht, dann geht es auch dem Unternehmen gut“, sagte sie.

Für stabile finanzielle Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser sprach sich Dr. Scheid aus. Es sei Aufgabe der Politik, gute Lösungen finden, um die Kliniken aus der Krise zu führen.

Landrat Achim Hallerbach betonte die enge Verbundenheit des Kreises Neuwied zur Marienhaus-Gruppe und den Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen seien elementar wichtig für die Region, es gebe keinen Ersatz. „Wir müssen im Gespräch bleiben und gemeinsam um Lösungen ringen“, so Hallerbach. Auch Schwester Edith-Maria Magar, die Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, betonte, dass es wichtig sei, Themen im Verbund anzugehen. Als Beispiel nannte sie die Diskussion über den assistierten Suizid. „Wir positionieren uns in diesen Fragen und wollen gemeinsam mit Kooperationspartnern den Menschen Angebote machen und heilvolle Alternativen schaffen“, sagte sie. Palliativstationen in den Krankenhäusern, ambulante hospizliche Begleitung und der Bau des neuen stationären Rhein Wied-Hospizes in Neuwied können für Betroffenen eine solche Alternative sein. Das ist ein Aufbruch ganz im Sinne der Ordensgründerin Mutter Rosa, die es sich zeitlebens zur Aufgabe gemacht hat, bedürftigen, armen und kranken Menschen zu helfen.

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