Allgemeine Berichte | 23.04.2019

Im Kampf gegen Gewalt fordert der Kinderschutzbund:

Aufmerksam sein und Kinder anhören

Am 30. April ist der „Tag der gewaltfreien Erziehung“

Höhr-Grenzhausen. Mehr Sensibilität und Aufmerksamkeit fordert der Deutsche Kinderschutzbund, um Gewalt gegen Kinder zu bekämpfen. Kinder jedes Alters müssen bei Anzeichen von Gewalt- und Missbrauchserfahrungen ernst genommen und angehört werden. Dazu ruft der Kreisverband Westerwald zum „Tag der gewaltfreien Erziehung“ am 30. April alle öffentlichen Stellen auf.

Dass selbst bei deutlichen Hinweisen nicht mit dem nötigen Nachdruck gehandelt und die Kinder nicht einbezogen werden, zeigt auf schreckliche Weise der jahrelange Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen. Auch im Westerwald erlebt schätzungsweise jedes vierte Kind im Laufe des Heranwachsens Gewalt – in unterschiedlicher Intensität und Dauer. „Das Problem sind die hohen Dunkelziffern“, sagt Joachim Türk aus Höhr-Grenzhausen, stellvertretender Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes. Denn „Gewalt hat viele Gesichter. Kinder und Jugendliche können körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt erleiden; eine neue, bereits verbreitete Form ist Mobbing per Smartphone, das den Erwachsenen oft lange verborgen bleibt“, so Türk.

Hier setzt der Kinderschutzbund gemeinsam mit den Kommunen an durch niedrigschwellige Angebote in den Schulen, die als „Mobile Sorgenbüros“ etabliert sind. Kinder können hier in vertrauensvoller Umgebung ihre Sorgen und Nöte erklären und bekommen sofort Hilfe. Besteht auch nach weiteren Schritten – u.a. Gesprächen mit den Eltern – der Verdacht auf zum Beispiel körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen, reagieren die Fachkräfte in Abstimmung mit Schule und Jugendamt.

Dabei zeigt sich, wie wichtig es ist, die Kinder einzubeziehen und dann mit Sensibilität und Nachdruck zu reagieren. Das gilt insbesondere für Jugendämter, Polizei und Staatsanwaltschaft. „Die Annahme, Kinder, vor allem kleine Kinder, könnten nicht befragt werden oder keine glaubwürdigen Aussagen treffen, ist nicht grundsätzlich stichhaltig. Kinder müssen in altersgemäßer Form gehört werden. Die Frage, ob die Situation des Kindes überprüft oder Ermittlungen aufgenommen werden, darf nicht vom Alter des Kindes abhängig gemacht werden“, erklärt Heidi Ramb, Erste Vorsitzende im Ortsverband Höhr-Grenzhausen / Kreisverband Westerwald. Das Recht des Kindes auf Gehör und Meinungsäußerung ist auch in Gerichtsverfahren von maßgeblicher Bedeutung.

Der Kinderschutzbund im Westerwald ermutigt alle Eltern, ihr Ideal einer gewaltfreien Erziehung Wirklichkeit werden zu lassen. Hierzu bietet der Kreisverband vielfach Hilfestellung an, z.B. mit den Elternkursen „Starke Eltern – starke Kinder®“, die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz unterstützen. Weitere Angebote richten sich an Kitas und Grundschulen, darunter Präventions-Projekte wie „Kindergartenkinder stark machen ©“.

Pressemitteilung
Deutscher Kinderschutzbund e.V.
Kreisverband Westerwald /
Ortsverband Höhr-Grenzhausen

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