Allgemeine Berichte | 28.11.2025, 12:19 Uhr

Welturaufführung in der Stommel Stiftung Urbar

„Aufschrei der Stille“

Zusammen mit der Sopranistin Soa Kim inszenierte die Koreanerin in Anlehnung an die Oper Carmen eine musikalische Lebensgeschichte aus dem Rotlichtmilieu ohne Happyend. Foto: privat
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Urbar. „Kinder, schafft Neues“, lautete Mitte des 19. Jahrhunderts der ästhetische Imperativ eines Richard Wagner.

Auch jenseits des Bayreuther Meisters wirbelte es seinerzeit nur so vor Uraufführungen, das Publikum strömte in die Konzert- und Opernhäuser. Davon scheint die Musiktheaterszene der Gegenwart weit entfernt, steht doch die Reproduktion des kanonisierten Repertoires der Vergangenheit im Fokus des Interesses.

Ein Ansatz, das zu ändern, war jetzt in der Stommel Stiftung zur größten Überraschung des Publikums zu erleben. Was mit der Idee von Gernot Kallweit aus Vallendar begann, ein Benefizkonzert zugunsten des Projekts Schattentöchter e.V. im Gedenken an die vor zwei Jahren in Koblenz ermordete Zwangsprostituierte Ganga Vordanova zu veranstalten, entwickelte sich unter der Feder der Weltklasse Pianistin Hyelee Clara Chang mit zehn Eigenkompositionen zu einer Mono-Oper. Zusammen mit der Sopranistin Soa Kim inszenierte die Koreanerin in Anlehnung an die Oper Carmen eine musikalische Lebensgeschichte aus dem Rotlichtmilieu ohne Happyend. Eine Uraufführung, die bei allen Besuchern tiefe Emotionen weckte und viele der Anwesenden zu Tränen rührte. Nach Wunsch und Aussage von Kallweit war diese Premiere aber erste der Beginn einer Reise hin zu einem großen Opernwerk mit Orchester.

Denn Gewalt gegen Frauen ist ein riesiges gesellschaftliches Problem, dem man vielleicht gerade mit der Kraft der Musik begegnen kann, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und mit der sich einer Verstorbenen auf Dauer gedenken lässt. Unterstützt hat das Konzert der Zonta-Club Koblenz Rhein-Mosel und die Freunde der Stommel-Stiftung e.V. Urbar.

Zusammen mit der Sopranistin Soa Kim inszenierte die Koreanerin in Anlehnung an die Oper Carmen eine musikalische Lebensgeschichte aus dem Rotlichtmilieu ohne Happyend. Foto: privat

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