Allgemeine Berichte | 19.12.2018

„Miteinander Reden“ in Rheinbach

Auftaktveranstaltung war gut besucht

Die Moderatoren Daniel Kraft von der Bundeszentrale für politische Bildung und Janina Salden vom Deutschen Städte- und Gemeindebund.EICH

Rheinbach. „Für die aufsuchende politische Bildungsarbeit in den ländlichen Räumen müssen wir neue Wege gehen, um an dem Bedarf vor Ort anknüpfen zu können. Mit klassischen Seminarangeboten erreichen wir die Menschen nicht und die politische Bildung muss innovative Bildungsformate entwickeln“, lässt sich Hanne Wurzel, Initiatorin und Fachbereichsleiterin Extremismus der Bundeszentrale für politische Bildung zitieren.

Zu dem Thema „Miteinander Reden“ hatte Bürgermeister Stefan Raetz in Kooperation mit dem Städte- und Gemeindebund und der Bundeszentrale für politische Bildung zu der Auftaktveranstaltung in den Himmeroder Hof eingeladen.

Mails ersetzen kein Gespräch

„Es ist wichtig, dass die Menschen mehr miteinander reden als nur E-Mails zu schreiben. Erst der direkte Kontakt bringt die emotionale Auseinandersetzung. Sprache und die Auseinandersetzung mit andersdenkenden ist nur mit Respekt im direkten Gespräch möglich. Deshalb ist das Miteinander reden so wichtig“, konstatierte Raetz in seiner Begrüßungsrede.

„Die Angewohnheit, alles schlecht zu reden, anstatt die Fakten zu sehen, ist an der Tagesordnung. Es geht uns so gut wie nie. Anstatt auf das Licht im Tunnel zuzurennen, verlängern die Menschen einfach den Tunnel. Hier kann das miteinander reden auch negative vollen haben“, so Bürgermeister Raetz.

Information vor dem Reden wichtig

Unter dem Motto: „Mit Anstand und Sachlichkeit gemeinsam gegen Hass und Verdrossenheit“ trat der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Dr. Gerd Landsberg an das Rednerpult.

„Die Menschen meckern, bevor sie wissen, worum es geht. Die meisten glauben an eine Vollkasko Mentalität. Die Leute reden nicht miteinander, sondern übereinander. Ohne Kommunikation wird sich Glaube und Wirklichkeit nicht trennen lassen. Die ganze Kommunikation im Netz ersetzt nicht das persönliche Gespräch. Konflikte löst man nicht am PC. Weniger Mails, mehr Miteinander Reden ist die Formel des Miteinanders“, so Landsberg.

Über 450 Zuhörer waren der Einladung gefolgt und hatten sich im Himmeroder Hof eingefunden. Darunter auch Mitbürger verschiedener Konfessionen.

Weitere Vortragende waren der aus dem WDR 5-Hörfunk bekannte Publizist und Autor Jürgen Wiebicke, die Bürgermeisterin aus Pulsnitz (Landkreis Bautzen), und Klaus Lütkefedder von der Verbandgemeinde Wallmerod.

Wiebike referierte unter dem Motto „Miteinander Reden - Voneinander lernen. Warum Gespräche wichtig sind und was wir von den ländlichen Räumen lernen können“

Politische Bildung wichtig

Den Abschluss der Beiträge als Impuls und Ausblick gestalteten Herman Josef Abs, Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen, im Beirat der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Hanne Wurzel (bpb), Anja Ostermann und Anneli Starzinger vom Programmbüro „Miteinander Reden“ .

Die Veranstaltungsreihe soll in Zukunft bundesweit fortgesetzt werden mit unterschiedlichen Agitatoren und Gesprächskreisen.

Mit der Identifizierung und Förderung von 100 „Miteinander Reden“-Projekten bundesweit, möchten die Initiatoren und Unterstützer des Programms auch von und mit den Talenten und Ideen der Akteure vor Ort für die Weiterentwicklung Ihrer politischen Bildungs-Angebote lernen. Ein politisches Bildungsprojekt von Anfang bis Ende zu durchdenken und zu planen, erfordert Organisationstalent, Flexibilität, Kommunikations- und Projektmanagementfähigkeiten sowie eine wertschätzende Dialogkultur auf Augenhöhe, in der auch der Umgang mit und das Aushalten von Konflikten kontinuierlich neu ausgehandelt werden muss. Insbesondere in ländlichen Regionen stehen die Menschen durch strukturelle und demografische Umbrüche vor großen Herausforderungen und einer besonderen Verantwortung. Das Programm „Miteinander Reden“ zielt ab auf die Stärkung und Professionalisierung des eigenverantwortlichen Handelns der Akteure vor Ort bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Ideen und Vorhaben zu Themen aus Politik, Bildung, Medien, Kultur oder Gesellschaft, so die Protagonisten der Auftaktveranstaltung in ihrem Programm.

Interessenten, die zu dem Thema „Miteinander Reden“ weitere Informationen möchten oder sich aktiv beteiligen möchten, erhalten ausführliche Informationen zum Wettbewerb und zum Angebot von „Miteinander Reden“ unter www.miteinanderreden.net.

Bürgermeister Stefan Raetz eröffnet die Auftaktveranstaltung.

Bürgermeister Stefan Raetz eröffnet die Auftaktveranstaltung.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds Dr. Gerd Landsberg referierte zum Thema „Anstand und Sachlichkeit gemeinsam gegen Hass und Verdrossenheit.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds Dr. Gerd Landsberg referierte zum Thema „Anstand und Sachlichkeit gemeinsam gegen Hass und Verdrossenheit.

Die Moderatoren Daniel Kraft von der Bundeszentrale für politische Bildung und Janina Salden vom Deutschen Städte- und Gemeindebund. Fotos: EICH

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