Allgemeine Berichte | 31.05.2022

Pecher Tierscheune zieht um nach Heimerzheim

Aus der Pecher Tierscheune wird „Mein Ponyhof am Kottenforst“

Tina Wirfs (links) und Karin Kranz (rechts) versuchen gemeinsam, die Oldenburger-Studie Vita zum Einsteigen in den Pferdetransporter zu bewegen.  Fotos: Jost

Pech. Neunfache Mutter, ausgebildete Reittherapeutin und Reitlehrerin, Herrin über 22 Pferde und Ponys und fleißige Kleinunternehmerin in der Gesundheitsbranche – Kristina Wirfs ist keine ganz normale Frau. Die Chefin der „Pecher Tierscheune“ in der Pecher Wiesenau hat ihr Leben anderen Menschen verschrieben und Tiere gleich mit ins Herz geschlossen. Tatkräftig und voller Lebensfreude kümmert sich die 54-jährige um ein kleines bisschen mehr Lebensqualität für pferdebegeisterte Kinder und für Menschen mit Handicap und lässt sich dabei auch nicht von so manchen Widrigkeiten von ihrem Weg abbringen.

„Glückliche Kinder auf zufriedenen Ponys – gibt es etwas Schöneres?“, fragt sie. Deshalb möchte sie in der Pecher Tierscheune auch weiterhin die Freude am Reiten und den Umgang mit den Tieren fördern. Die wohltuende Wirkung der Pferde für Körper, Geist und Seele werde schon seit Jahrhunderten geschätzt, und auch auf therapeutischem Gebiet sei es oft so: „Was uns Menschen nicht gelingt, schaffen Tiere manchmal in Sekundenschnelle: Sie bringen uns zum Lachen, geben neuen Lebensmut, sie schenken uns Freude und genießen unsere Nähe.“ Reittherapie sei schließlich ein Gesamtkonzept, bei dem versucht werde, über das Medium Pferd eine individuelle Förderung und günstige Entwicklung von Menschen zu erreichen.

Also machte sie Ausbildung zur Reittherapeutin und ist heute über diese Entscheidung überglücklich: „Für mich ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, aus meinem Hobby wurde mein Beruf, denn es gibt für mich nichts Schöneres, als mit Kindern und Ponys zu arbeiten.“ Zumal sie weiß, dass ihre Arbeit wichtig ist und mittlerweile eine ganze Reihe von Menschen davon profitieren. Über ein Dutzend Klienten mit therapeutischem Hintergrund nehmen ihre Dienste in Anspruch, darunter verhaltensauffällige Kinder, Jugendliche mit körperlichen und geistigen Behinderungen sowie Erwachsene mit Multipler Sklerose.

Hinsichtlich des Standorts der „Pecher Tierscheune“ meint es das Schicksal allerdings nicht gut mit ihr, denn mittlerweile musste sie bereits dreimal umziehen, der dritte Umzug wurde jetzt am Wochenende nach Christi Himmelfahrt unter Dach und Fach gebracht. Vor gut drei Jahren erst war sie aus der Pecher Hauptstraße in die Wiesenau umgezogen in der Hoffnung, endlich eine dauerhafte Bleibe gefunden zu haben. Doch die Hoffnung währte nur kurz, denn im Zusammenhang mit den Planungen für ein Seniorenheim anstelle des bisherigen Ponyhotels „Wiesenau“ gab es Unstimmigkeiten bezüglich fehlender Baugenehmigungen für einige schon seit langem bestehende Anbauten. Das veranlasste die Eigentümer des Grundstücks letztlich dazu, der „Pecher Tierscheune“ die Kündigung zu schicken.

Fast hatte sie die Hoffnung auf eine neue Bleibe schon aufgegeben, als Isabella Schumacher bei ihr anrief und einen Teil ihres Reitstalls in der Breniger Straße in Heimerzheim anbot. Es handelt sich um 20 Boxen in einem Stall, der bislang ungenutzt waren. „Damit zieht wieder Leben in diesem Teil des Reiterhof sein“, freut sich Schumacher. Und Tina Wirfs ist der neue Standort ebenfalls sehr willkommen, zumal sie nun weniger Verantwortung für „das Drumherum“ hat und sich auf die eigentliche Arbeit als Pferdetherapeutin konzentrieren kann. Am Angebot will sie vorerst nichts verändern, nur der Name ist neu, „denn wir sind nun nicht mehr in Pech und auch nicht mehr in einer Tierscheune.“ Der neue Name lautet daher: „Mein Ponyhof am Kottenforst“. Am 1. Juni geht es damit offiziell los, und viele der bisherigen Kunden wollen ihr auf jeden Fall treu bleiben und auch am neuen Standort das etwas andere Reitangebot von Tina Wirfs wahrnehmen. Im Vordergrund soll weiterhin das Heranführen ans Reiten und der therapeutische Ansatz stehen, doch will sie den Fokus stärker auf die Reittherapie, die Traumatherapie und die Arbeit mit Demenzkranken legen.

Neben den drei Dutzend Kindern und Erwachsenen in Reittherapie kümmert sich das kleine Team der „Pecher Tierscheune“ um etwa 80 Kinder und Jugendliche im „normalen“ Reitunterricht, der anscheinend jede Menge Spaß macht. Denn hier ist das Miteinander entscheidend, alle helfen sich gegenseitig und jeder packt mit an, wenn etwas zu erledigen ist. So ist es auch beim Umzug von Pech noch Heimerzheim. Etwa zwei Dutzend Kinder, Jugendliche und Erwachsene wuseln über das Wiesenau-Gelände und packen alles zusammen, was nicht niet- und nagelfest ist. „Die Hilfsbereitschaft ist enorm, ich bin ziemlich gerührt, damit habe ich nicht gerechnet“, gibt die Chefin zu, die eigentlich gar keine Chefin sein will, sondern mehr auf Teamarbeit setzt: „Wir sehen uns als Reiterhof mit Kindern für Kinder.“

Teamarbeit ist auch gefragt, als es galt, die 22 Pferde in die Transportanhänger zu locken. Deren Kosten haben die Eltern gemeinsam als Geschenk zu Tina Wirfs Geburtstag übernommen – ein weiteres Zeichen der Verbundenheit. Doch nicht alle Vierhufer marschieren so anstandslos in die Anhänger wie die beiden Shetland-Ponies „Milly“ und „Jessy“. Die 19-jährige Oldenburger-Stute „Vita“ lässt sich weder durch gutes Zureden noch mit Unmengen von Leckerlis auf die Rampe locken, obwohl sie eigentlich schon eine Menge Erfahrung hat mit Pferdetransportern. Und das ängstliche Pony „Aaron“ bringt Tina Wirfs schier zu Verzweiflung, denn: „Er ist halt kein Draufgänger, vor ungewohnten Situationen hat er manchmal Angst.“ Reitkind-Mutter Karin Kranz schafft es schließlich doch noch mit wahrer Engelsgeduld und sanften Worten, die störrischen Pferde eins nach dem anderen an ihren Platz im Transporter zu bringen. „Das ist immer ein Vabanquespiel“, weiß sie, dass der Pferdetransport seine eigenen Gesetze hat.

Am Ende eines langen Tages hat aber dann doch alles einigermaßen gut geklappt, die Pferde stehen in ihren neuen Ställen und die alten Boxen in Pech sind bereits leergemistet. „Jetzt müssen wir noch jede Menge Therapie-Spielzeug, Sättel und Zaumzeug, aber auch Panels und Tore nach Heimerzheim transportieren“, sagt Tina Wirfs. Auf dem Gelände des neuen Reiterhof in Heimerzheim will sie einen Bereich abgrenzen, in dem ihre Pferde tagsüber im Freien sein können. Sie freut sich jedenfalls auf den neuen Standort, und auch die fleißigen Kinder zeigen sich begeistert. „Wird das gut hier?“, fragte Tina Wirfs zum Abschied. Die Antwort ist ein vielstimmiges, lautes und langgezogenes „Jaaaaa!“

Weitere Informationen unter www.mein-ponyhof.de. JOST

Gespannt verfolgen die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen beim Umzug der „Pecher Kirche“, wie es mit dem Einstieg in die Transportboxen klappt.

Gespannt verfolgen die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen beim Umzug der „Pecher Kirche“, wie es mit dem Einstieg in die Transportboxen klappt. Foto: Volker Jost

Kinder und Ponys in Harmonie sind typisch für die „Pecher Tierscheune“.

Kinder und Ponys in Harmonie sind typisch für die „Pecher Tierscheune“. Foto: Volker Jost

Tina Wirfs (links) und Karin Kranz (rechts) versuchen gemeinsam, die Oldenburger-Studie Vita zum Einsteigen in den Pferdetransporter zu bewegen. Fotos: Jost Foto: Volker Jost

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
  • Dirk Wershofen: Um Menschen die keine Hunde mögen, sollte man immer einen großen Bogen machen! Und liebe Redaktion, kommt doch mal in den Kaiser Wilhelm Park und schreibt einen Artikel darüber mit Fotos. Als ob es nichts wichtigeres gibt in dem Ort hier??
  • D. Schmidt: Angebracht wäre es, einmal nachzusehen, wer seine Hundesteuer bezahlt ?? Radfahrer?? müssen aber auch im angemessenen Tempo am Ufer entlang radeln ?? …da man schon eine „Anschwärze-Seite“ eingerichtet hat!????
  • Georg Püttmann: Was nützt eine Anleinpflicht wenn der Hundehalter/in zusieht wie der Haufen auf den Gehweg gemacht wird und sich dann schnell entfernt …. Ganz zu schweigen von den Pinkeleien an den Blumenkübeln sowohl...
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
Hausmeister, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Recht und Steuern
Ideen für ein schönes Osterfest
Ostern
Ostereierkibben Winningen 2026
Umbau u. Neueröffnung Blumen Meyer
Ostergrüße aus Wachtberg
Stellenausschreibung Justiziar
Empfohlene Artikel
V.l.n.r.: Justizamtsrat Bernd Rau, Direktor Ingo Steinhausen, Axel Zimmermann, Vorsitzenderdes BDS Hans-Jürgen Gross, Wolfgang Müller, Bürgermeister Sven Schür.
23

Puderbach. Ein bedeutendes Ehrenamt in Puderbach hat ein neues Gesicht. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Amtsgericht Neuwied wurde am 25.03.2026 Axel Zimmermann offiziell als neuer Schiedsmann für den Bezirk Puderbach I ernannt. Gleichzeitig verabschiedete der Direktor des Amtsgerichts Ingo Steinhausen dessen Vorgänger, Wolfgang Müller, der das Amt über 10 Jahre mit großer Hingabe und Geduld bekleidete.

Weiterlesen

Müllsammelaktion des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Raubach.  Foto: privat
20

Raubach.Trotz des regnerischen Wetters trafen sich am heutigen Samstag auf Einladung der Verkehrs- und Verschönerungsverein Raubach 1906 e. V. über ein Dutzend Freiwillige zum diesjährigen Frühjahrsputz in Raubauch. Ausgestattet mit Eimern, Müllsäcken und Greifern ging es an die Beseitigung des von achtlosen Zeitgenossen in Feld und Flur hinterlassenen Mülls.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Wird umgestaltet – der bislang zweispurige Verteilerkreis.  Foto: privat
8

Neue Nutzung in Diskussion. Bürgergespräch soll Planungen unterstützen.

Bad Neuenahr: Umgestaltung des Verteilerkreisels „An den Ulmen“

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Fokus steht die innere Spur des großen Verteilerkreisels. Sie soll im Herbst einer neuen Nutzung zugeführt werden, so war nun aus zuverlässiger Quelle des Verkehrsministeriums in Mainz zu vernehmen, das sich derzeit in Abstimmung mit den unteren kommunalen Behörden (Kreis und Stadt) befindet. „Die Deutschen sind Kreiselfahren nicht gewohnt“, so die kritische Äußerung eines Sachbearbeiters.

Weiterlesen

Planschen im Spätburgunder: Die ersten Text-Bader waren begeistert. Foto: privat
85

Histamin und Gerbstoffe sorgen für ein höchst luxuriöses Badevergnügen:

Ahrtaler Winzer präsentiert weltweit ersten Rotwein-Whirlpool

Ahrtal. Pünktlich zum Start in die neue Tourismussaison sorgt ein innovativer Winzer aus dem Ahrtal für Schlagzeilen: Er hat den weltweit ersten Rotwein-Whirlpool entwickelt. Statt gewöhnlichem Wasser sprudelt im luxuriösen Becken im hauseigenen Winzerbetrieb fein temperierter Ahrtaler Spätburgunder. Und das ist ein Erlebnis, das Entspannung und Gesundheit auf völlig neue Weise verbinden soll. Noch sei es aber wichtig, die Identität des Winzers geheim zu halten.

Weiterlesen

Pizza-Meister und Chefkoch Vesuvio Terremoto beim Probebacken: Besucher des Laacher Sees können sich ab sofort auf köstliche Erdbeben-Pizza freuen. Foto: pixabay.com
86

Magma-Hitze köstlich nutzen: Wenn die Erde bebt, wird der Ofen heiß!

Maria Laach: Erste „Erdbeben-Pizzeria“ in Planung

Maria Laach. Rund um den Laacher See könnte künftig die Energie kleiner Erdbeben genutzt werden – zumindest wenn es nach einem neuen Projektvorschlag aus der Region geht. Ziel ist es, seismische Aktivitäten technisch zu verwerten und in nutzbare Energie umzuwandeln.

Weiterlesen

Dienstleistungen
seniorengerechter Badausbau
Tourist-Info & Kassenpersonal (m/w/d)
Ideen für ein schönes Osterfest
SO 4 - Ostern im Blick   KW 13
Bachelor of Arts Engineering
Titelanzeige KW 13
Kostenfreie Anzeige wegen schlechter Verteilung KW11
Umbau u. Wiedereröffnung Blumen Meyer
Anzeige Ostermarsch und Ostergrüße
Stellenanzeige stellv. Betriebsstättenleitung
Wohnträume SU
Skoda
Umbau und Wiedereröffnung Floristik & Ambiente Meyer
Anzeige Gartenmöbel
Titelanzeige verkaufsoffener Sonntag