Allgemeine Berichte | 10.12.2025

Buch über die Mendiger Brauereigeschichte vorgestellt

„Aus einen kühlen Kellers Schacht“

Die Brauereigeschichte ist ein Bestandteil des Mendiger Anteils am Antrag zur Anerkennung des Mühlsteinreviers RheinEifel als UNESCO-Welterbe. Das Buch „Aus einen kühlen Kellers Schacht“ von Rolf Breil (Mitte) ist sozusagen eine Klammer zur Arbeitsgemeinschaft Mühlsteinrevier RheinEifel, deren Vertreter zur Buchvorstellung durch Gernot Mittler (3. v. r.) gekommen waren (von links): Corinna Behrendt, Ortsbürgermeisterin Kottenheim, Achim Grün, Stadtbürgermeister Mendig, Jörg Lempertz, Bürgermeister VG Mendig, Alexander Weber, Ortsbürgermeister Ettringen, und Alfred Schomisch, Bürgermeister VG Vordereifel. Foto: Stefan Pauly/VG-Verwaltung Mendig

Mendig. „Aus einen kühlen Kellers Schacht“ ist der Titel eines Buches von Rolf Breil über die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang der Niedermendiger Bierbrauertradition. Der Archivar der Stadt Mendig hat dabei anhand von Originaldokumenten ein einmaliges, historisches Buch geschaffen, dass im Eigenverlag des Mühlsteinreviers RheinEifel veröffentlicht wurde.

Für die Vorstellung des Buches hatte die Arbeitsgemeinschaft Mühlsteinrevier RheinEifel mit dem „Fasswichs“ der „Vulkan Brauerei“ einen Ort gewählt, der besser nicht hätte sein können. In der letzten der einst 24 Brauereien konnte Jörg Lempertz, Bürgermeister VG Mendig, zahlreiche Gäste begrüßen und folgende Frage in den Raum stellen, um sie selbst zu beantworten. „Wie war es möglich, dass der kleine Eifelort und der hier gebraute Gerstensaft in kurzer Zeit einen Bekanntheitsgrad erlangten, der sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus reichte? Die Antwort schlüsselt der Autor in seinem Werk auf. Faktenbasiert, eindrucksvoll, authentisch“, so Lempertz. Eine Einschätzung, die Staatsminister a.D. und Mendiger Ehrenbürger Gernot Mittler im Rahmen der Vorstellung des Buches uneingeschränkt teilte. Breil gehe bei seinen Betrachtungen zurück in die 30er-Jahre des 19. Jahrhunderts, als der Braumeister der Herrenhuther Brudergemeinde aus Neuwied, Josef Gieser, die Idee hatte, die 30 Meter unter der Erde liegenden Basaltkeller, ob einer durchgängigen Temperatur zwischen 5 und 9 Grad, zur ganzjährigen Lagerung des Bieres zu nutzen. Aber es blieb nicht bei der Lagerung, denn 1843 brauten die Herrenhuther auch ihr erstes Bier in Niedermendig. „In der Folgezeit kam es zur Ansiedlung einer beträchtlichen Anzahl von Brauereien; teils nur zu Lagerzwecken, teils als Produktionsstätten oder von beidem. Niedermendig entwickelte sich zu einem Mekka der Bierbrauer. Rolf Breil hat 24 Firmennamen identifiziert und katalogisiert“, so Gernot Mittler. In der Blütezeit um 1880 wurden, nach Berechnungen Breils, in Niedermendig rund 167.000 Hektoliter Bier gebraut. Mit der Erfindung der Kühlmaschine von Carl von Linde wurde der Niedergang der Niedermendiger Braugeschichte eingeleitet, der durch die Etablierung bayerischer und böhmischer Biere im Rheinland noch beschleunigt wurde. 1915 stellten zwei der noch vier verbliebenen Brauereien ihre Produktion ein; die vorletzte folgte 1932. Es blieb nur die Wölker Brauerei, die 1980 an die Wicküler-Brauerei verkauft wurde. 1988 übernahm der Mayener Getränkehändler Peter Weber das gesamte Areal, ehe 2011 Malte und Hannes Tack die Brauerei und das Brauhaus übernahmen und zu einem modernen Betrieb umbauten. „Die Tradition lebt dank der Familie Tack kraftvoll weiter“, stellte Jörg Lempertz abschließend gerne fest, der dazu auch dass seit 1973 alle zwei Jahre stattfindende Gambrinusfest zählte.

Noch einmal zurück zur Steinindustrie ohne die es in Niedermendig wohl auch keine Brauereigeschichte gegeben hätte. Die ist wegen der Nutzung der Lavakeller als Gär- und Bierlager ein Bestandteil des Mendiger Anteils am Antrag zur Anerkennung als UNESCO-Welterbe. Nachdem das „Mühlsteinrevier RheinEifel“ 2023 von der zuständigen Kultusministerkonferenz nicht auf die nationale Vorschlagsliste für die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt nominiert worden war, soll 2029 ein erneuter Anlauf unternommen werden, denn, so Bürgermeister Jörg Lempertz, sei das „Mühlsteinrevier RheinEifel“ ein besonderes und außergewöhnliches Zeugnis einer 7.000-jährigen kulturellen Tradition. „Es steht für Kontinuität und Wandel einer Technik, mit deren Hilfe es möglich war, Getreide zu Mehl zu mahlen. Eine Revolution für die Ernährung der Bevölkerung. Da die Welterbeliste bislang keine Stätte der Mühlsteinproduktion aufführt, würde mit der Aufnahme des Mühlsteinreviers RheinEifel eine Lücke im Bestand der UNESCO-Welterbestätten geschlossen werden. Grund genug einen zweiten Anlauf zu wagen, denn viele Vorarbeiten sind bereits erledigt, um ein starkes Stück Heimat national und international bekannter zu machen“, erklärte Lempertz.

Das Buch „Aus einen kühlen Kellers Schacht“ ist das Erste einer ganzen Buchreihe: Nach der Beteiligung an den Publikationen von Finsterlay und Sven von Loga ist es das Auftaktbuch des „Eigenverlags Mühlsteinrevier“. Es werden in der Folge – mit Themen aus allen Teilen des Mühlsteinreviers – weitere Bücher publiziert werden. Zurzeit ist der Arbeitskreis der Arbeitsgemeinschaft Mühlsteinrevier mit der Erstellung eines Kinderbuchs mit den Abenteuern vom Layerjungen „Juppi“ und der Fledermaus „Anton“ und einem Buch über die historische Raumanalyse des Mühlsteinreviers befasst.

Die Arbeitsgemeinschaft Mühlsteinrevier RheinEifel besteht aus dem Landkreis Mayen-Koblenz, den Städten Andernach, Mayen und Mendig, den Verbandsgemeinden Vordereifel und Mendig sowie den Ortsgemeinden Kottenheim und Ettringen.

Das Buch ist zum Preis von 19,80 Euro an folgenden Stellen erhältlich:

- Bürgerbüro der VG Mendig, Marktplatz 3

- Shop der „Vulkan Brauerei“ Mendig, Laacher See-Straße 2

- Vulkanpark Infozentrum, Plaidt, Rauschermühle 6,

- Waldecker Schreiben, Spiel & Schenken, Mendig, Poststraße 14.

Pressemitteilung der

VG-Verwaltung Mendig

Die Brauereigeschichte ist ein Bestandteil des Mendiger Anteils am Antrag zur Anerkennung des Mühlsteinreviers RheinEifel als UNESCO-Welterbe. Das Buch „Aus einen kühlen Kellers Schacht“ von Rolf Breil (Mitte) ist sozusagen eine Klammer zur Arbeitsgemeinschaft Mühlsteinrevier RheinEifel, deren Vertreter zur Buchvorstellung durch Gernot Mittler (3. v. r.) gekommen waren (von links): Corinna Behrendt, Ortsbürgermeisterin Kottenheim, Achim Grün, Stadtbürgermeister Mendig, Jörg Lempertz, Bürgermeister VG Mendig, Alexander Weber, Ortsbürgermeister Ettringen, und Alfred Schomisch, Bürgermeister VG Vordereifel. Foto: Stefan Pauly/VG-Verwaltung Mendig

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