Rauschende Premiere der Burgfestspiele mit außergewöhnlicher Zugabe
Aus was ihr wollt, wurde später, wenn ihr wollt
Mayen. Die Mayener Burgfestspiele stehen in dem Ruf immer für eine Überraschung gut zu sein. Eine Bestätigung hierfür gab es am vergangenen Samstag. Im Anschluss an die furiose Premiere des Shakespeare-Klassikers „Was ihr wollt“, gaben sich Schauspieler Jakob Maria Fecht und Regieassistentin Lea Jurowski auf der Bühne vor der Herz-Jesu-Kirche das Ja-Wort. Als Standesbeamter fungierte Oberbürgermeister Dirk Meid höchstpersönlich.
Bevor Jakob Maria Fecht im echten Leben vor den Standesbeamten trat, wirbelte er mit seinen Mitspieler/innen durch eine furiose Inszenierung von Shakespeares „Was ihr wollt“. Matze Vogel hat den Klassiker für die Mayener Bühne mit viel Witz, überraschenden Ideen sowie Tempo inszeniert und das Stück damit gekonnt für unsere Zeit in Szene gesetzt. Dabei gelang es Vogel und dem Ensemble exakt die Linie zu finden, die den Publikumsnerv trifft. Trotz mancher skurril wirkenden Einlage gleiten diese nie in Albernheiten ab, sondern setzen immer wieder überraschende Akzente, halten so das Publikum bei Laune und in Atem. Und vor allem das Timing passt
Perfektes Timing
Auf den Punkt beherrschen die Mimen das Spiel mit den drehbaren Elementen im Bühnenbild, die den schnellen Wechsel von einer Szene zur anderen und zwischen den Spieler/innen ermöglichen. In der Mayener Inszenierung retten sich die Schiffbrüchigen mit einer Musikbox an die Küste Illyriens und diese Box wird zum imaginären Mitspieler und Überraschungsmoment der Aufführung.
Aber auch das Ensemble, bestehend aus Franziska Beyer, Maria Sommer, Jakob Maria Fecht, Giovanni Rupp, Christian Miedreich und Sebastian Muskalla, verschmelzen mit den Charakteren und lassen so, diese „Ode an die Verwandlung und an die Liebe“, wie es im Programmheft der Burgfestspiele heißt, zum einem außergewöhnlichen Theaterabend werden. Wortwitz und temporeiche Spielfreude sorgen dafür, dass das Publikum dem Geschehen, den Irrungen und Wirrungen dieser Verwechslungskomödie, gebannt folgt.
Publikum ist begeistert
Nachvollziehbar, dass es nach dem Schlussakkord kein Halten mehr im Publikum gab. Auch wenn nicht alle Plätze der Premiere besetzt waren, waren Dauer und Intensität des Schlussbeifalls überragend. Für Spieler/innen, Regisseur, Intendanz und die zahlreichen unterstützenden Akteure im Hintergrund ein unschlagbarer Beweis, dass scheinbar ein großer Wurf gelungen ist.
Die wunderbare Atmosphäre vor der Herz-Jesu-Kirche lädt in den nächsten Tagen zu weiteren Aufführungen ein. Theaterfreunde sollten sich dieses Vergnügen nicht entgehen lassen, denn diese Inszenierung dürfte das sein, was ihr wollt. Und das, auch wenn es wohl nicht jeden Abend am Ende noch eine Trauung zu bestaunen gibt.
BLA
Es gab viel zum Lachen für die begeisterten Zuschauer. Foto: wamfo.de
Das Enseble hatte totz der heißen Themperaturen viel Spaß an den Darstellungen. Foto: wamfo.de
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