Allgemeine Berichte | 24.10.2016, 08:47 Uhr

Pilotprojekt startet

Ausbildung zum Trainer für Interkulturelle Kompetenz

Gemeinsames Fortbildungsangebot – Bewerbungen bis 10. November

Ausbildung zum Trainer für Interkulturelle Kompetenz
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Region. Verstehen fremder und Vermittlung eigener Kultur, also eine Brücke zwischen den vielen unterschiedlichen Kulturen schlagen, so kann man ein besonderes Projekt kurz umschreiben, das von einem Experten-Netzwerk betreut und ab November 2016 für die Region angeboten wird.

Viele Menschen in unserem Land setzen bei Kontakten mit anderen Menschen wie selbstverständlich voraus, dass ihr gesellschaftspolitisches Weltbild von ihrem Gegenüber akzeptiert wird und sind jetzt in Anbetracht der Zuwanderung bei Begegnungen mit Flüchtlingen und Migranten aus den unterschiedlichsten Kulturen irritiert und verunsichert, weil sie das fremde Verhalten nicht verstehen. Es fehlt ihnen die interkulturelle Kompetenz. Sie müssen lernen, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte, sein eigenes Leben, und daher auch seine eigene Kultur beziehungsweise seine kulturelle Zugehörigkeit oder Identität hat.

Ein Angebot für alle, die interkulturelle Begegnungen betreuen

Interkulturelle Kompetenz bedeutet, in einem Lernprozess die Fähigkeit zu erwerben, im direkten oder auch mittelbaren Umgang mit Menschen anderer Kulturen einen höchstmöglichen Grad an Verständigung und Austausch in der Kommunikation zu erreichen und ermöglicht dadurch professionelle Lösungen, die Menschen verbinden.

Dieser Lernprozess ist das Ziel des berufsbegleitenden Pilotprojekts „Ausbildung zum Trainer für interkulturelle Kompetenz“, das letzte Woche von Projektleiterin Anke Hollatz von „Familie & Beruf“ und Barbara Schäfgen, Regionalleiterin der IHK-Akademie in Vallendar vorgestellt wurde. Das Projekt vermittelt eine fundierte Qualifikation zur Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung privater Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft. Es richtet sich in erster Linie an personalverantwortliche Multiplikatoren in Unternehmen und Organisationen, die als Schlüsselqualifikation interkulturelle Kompetenz im Bereich Human Resources integrieren möchten; an Bildungsreferenten sowie Angestellte der Städte, Kommunen, Kammern oder Verbände, die durch Methodenkompetenz zu qualifizierten Multiplikatoren werden; an Lehrer, die Schule als Ort der Begegnung verstehen und für Schüler die Weichen für interkulturelle Kompetenzen stellen; an Studierende aller Fachrichtungen, die diese Führungspersönlichkeit erwerben möchten und nicht zuletzt an Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die sich verstärkt den Herausforderungen im Umgang mit den unterschiedlichsten Kulturen, Sprachen und Religionen stellen.

Neu und einzigartig an dem Programm ist der ethnologische Ansatz. Ethnologen haben persönliche Fremdheitserfahrungen, sind Kultur-Dolmetscher sowie professionelle Fachvermittler interkultureller Handlungsstrategien und wissen, wo die Grenzen der Verständigung liegen. Das angebotene spezielle Konzept wurde von Ethnologen entwickelt, die führende Ethnologin Frau Dr. Ursula Bertels vom Institut für Ethnologie in Münster hat die inhaltliche Leitung und bildet mit Fachkollegen auch persönlich aus. Dozenten anderer Fachrichtungen runden in interdisziplinärer Zusammenarbeit (Erwachsenenbildung, Personalentwicklung, Politik, Psychologie und Gesundheit) das Ausbildungsprogramm ab.

Die Teilnehmer des Projekts werden unter anderem in die Lage versetzt, mit ungewohnten Verhaltensweisen besonnen und souverän umzugehen, anstatt hektisch nach Lösungen zu suchen. Ein weiteres Ziel ist es, dass der ausgebildete Personenkreis hinterher selbst interkulturelle Trainings durchführen kann. Anke Hollatz: „Es geht auch darum, denjenigen die zu uns kommen zu vermitteln, wie Deutschland funktioniert. Wie denken wir und was gilt es hier zu beachten.“

Ausbildungsbeginn im November 2016

Die Ausbildung zum Trainer für Interkulturelle Kompetenz erfolgt in einem spannenden Methoden-Mix aus theoretischen Grundlagen und praxisorientierten Übungssequenzen, wodurch die Fähigkeit vermittelt wird, in multikulturellen Teams sozial intelligent zu agieren. „Fakultativ kann auf Wunsch im Rahmen dieser Ausbildung eine Prüfung zum „Trainer für Interkulturelle Kompetenz IHK“ mit entsprechendem Zertifikat abgelegt werden“, wies Barbara Schäfgen ausdrücklich hin. „Wir sind von dem Konzept so vollständig überzeugt, dass wir sowohl die Qualität der Ausbildung als auch die der Trainer und Dozenten nach außen mit unserem Gütesiegel auszeichnen können.“

Das Projekt wird angeboten von der Ethnologischen Beratungspraxis IDEALE-Personalentwicklung Vallendar unter der Leitung der Ethnologin Anke Hollatz in Kooperation mit der ethnologischen Fachstelle ESE Münster, der BIAK Flach & Schifano Gbr. Bildung aktiv Montabaur, der IHK-Akademie Koblenz e.V. und Familie & Beruf Vallendar, von der die Ausbildung durch ein breites Arbeitsmarkt-Netzwerk gefördert wird. Dort werden auch die Auswahlgespräche geführt. Als Zuschuss zu den Kosten können die Ausbildungsanwärter Fördermittel der öffentlichen Hand erhalten, zum Beispiel halten die Länder Qualifizierungs-Schecks bereit, der Bund bietet die Bildungsprämie an.

Die Ausbildung beginnt am 24. November 2016. Die Trainingseinheiten finden an sechs Wochenenden in den Räumen der „IDEALE“ in Montabaur statt, während die Einzelcoachingstunden in Vallendar erteilt werden. Darüber hinaus sind Praxiserprobungen vor Ort vorgesehen, und zwar in den Unternehmen, in denen die Teilnehmer ihr Betätigungsfeld haben. Die Teilnahme ist auf zehn Personen begrenzt, Anmeldeschluss ist der 10. November.

Für nähere Informationen steht die Projektleiterin Anke Hollatz in Vallendar unter Tel. (02 61) 96 37 62 47 und Tel. (01 51) 11 65 23 73 zur Verfügung. Infos gibt es auch im Internet auf der Seite www.ideale-berufsstrategie.de.

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