Allgemeine Berichte | 16.07.2025

Ausstellung „Jan Bontjes van Beek“ im Keramikmuseum

Eröffnung am 25. Juli – Begleitprogramm mit weiteren Highlights

Westerwaldkreis. Mit einer Tanzperformance von Diana Treder eröffnet am 25. Juli um 19 Uhr eine neue Ausstellung im Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen. Gezeigt werden Werke von Jan Bontjes van Beek, der wie kein anderer die Körperlichkeit in der Form und die Dynamik in der Farbe betonte.

In bewegten Zeiten suchte er nach dem Maß für seine Gefäße und letztlich für sich selbst. Zudem zeigen ausgestellte Werke von Christine Atmer de Reig, Antje Brüggemann, Volker Ellwanger, Martin Schlotz und Barbara Stehr, welchen maßgeblichen Einfluss Bontjes auf die deutsche Gefäßkeramik ausgeübt hat.

Das ergreifende Leben von Jan Bontjes van Beek (1899–1969) spiegelt die Tiefen und Höhen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts wider. Als „auffallend schöner (…) Matrose, der gut tanzte“, traf er 1919 in der Worpsweder Künstlerkolonie ein und fand bald ein Zuhause bei der Familie Breling in Fischerhude, die ihn mit der Keramik vertraut machte. Mit Unterstützung seiner zweiten Frau, der Architektin Rahel Weisbach, zog er 1933 nach Berlin, wo sein Atelier zu einem bekannten Treffpunkt für viele Künstler wurde. Er wurde von den Nationalsozialisten verhaftet, seine Tochter Cato im Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet. Nach Kriegsende entschied sich Jan Bontjes van Beek für eine Lehrtätigkeit an der Ost-Berliner Kunsthochschule Weißensee, konnte sich jedoch mit dem SED-Regime nicht arrangieren und wurde 1951 als Direktor entlassen. Er fasste dann mit der Lehre zunächst in West-Berlin und schließlich in Hamburg Fuß und führte seine keramischen Arbeiten fort, was dem Freigeist Halt bot.

Die Ausstellung, kuratiert von Sebastian Jacobi, ist bis zum 6. April 2026 zu sehen. Im Begleitprogramm sind unter anderem geplant:

• am 23. August und am 15. November, jeweils um 11 Uhr: kostenlose Führung mit Kurator Sebastian Jacobi (zzgl. Eintritt ins Keramikmuseum)

• am 12. September um 19 Uhr: Westerwälder Literaturtage 2025 – Hermann Vinke liest aus seiner Biografie zu Cato Bontjes van Beek: „Leben will ich, leben, leben“, https://ww-lit.de/hermann-vinke

Ein herzlicher Dank gilt Jans Enkelin Saskia Bontjes van Beek, die das Keramikmuseum mit zahlreichen Leihgaben und wertvollen Informationen unterstützt hat. Weitere Leihgaben erhielt es dankenswerterweise aus den Sammlungen von Bernhard Braumann, Sebastian Jacobi, Ludwig Rinn, Dr. Vehring und Familie Werner. Die Ausstellung wurde dank der finanziellen Unterstützung des Förderkreises sowie durch den Kultursommer Rheinland-Pfalz 2025 ermöglicht.

Pressemitteilung des

Westerwaldkreises

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