Allgemeine Berichte | 30.09.2019

Bilder eines heimischen Künstlers im CeraTechCenter

Ausstellung bisher nicht veröffent- lichter Werke von Anton Kellerhaus

Schicksal eines Malers im Zweiten Weltkrieg

Birgit Gilles (li) und Ulla Trees-Kellerhaus freuen sich über die Präsentation der Kunstwerke ihres Vaters und Großvaters.Fotos: MIH

Höhr-Grenzhausen. Anton Kellerhaus war Maler, genauer gesagt Kunstmaler. Geboren 1908 in Westfalen besuchte er nach seiner Ausbildung zum Maler und Anstreicher die Abteilung Dekorationsmaler der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Dortmund. Danach fand er eine Anstellung bei einem Spezialisten für Kunst- und Kirchenmalerei. Sein Beruf verschlug ihn nach Vallendar. Dort blieb er der Liebe wegen und heiratete. 1940 wurde Ursula Kellerhaus als seine erste Tochter geboren.

Dann kam der Krieg und Anton Kellerhaus wurde einberufen. Zunächst war er im deutsch besetzten Frankreich stationiert, wurde anschließend in polnisches Gebiet verlegt und letztlich an die Ostfront nach Russland. Während des Krieges schrieb er zahlreiche Briefe nach Hause zu seiner geliebten Frau. Den letzten Brief, den die Familie erhielt, ist datiert vom 15. August 1944. Danach gab es kein Lebenszeichen mehr von ihm. Lt. Recherchen von Dr. Pascal Trees kam er vermutlich Mitte August während der begonnenen sowjetischen Offensive gegen die in Rumänien verbliebenen deutschen und rumänischen Truppen ums Leben.

Kriegseindrücke durch das Auge eines Künstlers

Seiner Leidenschaft zum Malen folgte er auch während seiner Einsätze im Krieg, denn er malte das was er gesehen und erlebt hat, wie beispielsweise die Brücke in Bordeaux. Geprägt sind seine beeindruckenden Bilder und Zeichnungen von Menschen und deren Schicksalen in den Kriegsjahren, wie den Sowjetkindern. Was Anton Kellerhaus erlebt hat, können all diejenigen, die diesen Krieg nicht miterlebt haben, nur erahnen. Seine Bilder lassen jedoch einen Blick auf die Geschehnisse durch das Auge des Künstlers zu. Auf Initiative seiner Tochter Ulla Trees-Kellerhaus wurden die Werke nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In seiner Eröffnungsrede begrüßte Stadtbürgermeister Michael Thiesen diesen Entschluss sehr. Rührende Begrüßungsworte richtete Ulla Trees-Kellerhaus an die Gäste der Ausstellungseröffnung am 26. September. „Ich möchte mich ganz herzlich bedanken, dass Sie alle gekommen sind und Interesse an der Ausstellung zeigen. Auch möchte ich Ihnen sagen, wie wichtig mir persönlich die Ausstellung ist. Diese Bilder und auch 250 Briefe sind ein Teil meines Vaters. Durch dieses Vermächtnis habe ich ihn kennen und schätzen gelernt.

Viele Freunde und Bekannte, die die Bilder sahen, rieten mir immer wieder diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Als heranwachsender Mensch habe ich meinen Vater sehr vermisst. Meine Mutter hat nach 10 Jahren immer noch geglaubt, dass er nachhause kommt. Später wurde uns bewusst, dass er ein Repräsentant einer verlorenen Zeit ist.“, sagte die Malerstochter an diesem Abend.

Aufschlussreiche Recherchen

Einen detaillierten Überblick über das Leben und Wirken von Anton Kellerhaus, verbunden mit einem aufschlussreichen historischen Abriss gab Familienmitglied Dr. Pascal Trees (Koordination Deutsch-Ukrainische Historikerkommission, Ludwig Maximilians-Universität München), der eigens zur Ausstellungseröffnung aus München angereist war.

In intensiven Studien und Recherchen beschäftigte er sich mit dem Leben des Malers und konnte damit zumindest einige Lücken schließen. „Die Suche nach Antworten auf die Fragen, die sich aus den 250 Briefen und den Malereien ergeben, beschäftigt mich seit geraumer Zeit. Und der härteste Brocken war, etwas über den Menschen Anton Kellerhaus vor dem Krieg in Erfahrung zu bringen und die Geschichte der 1920er und 1930er Jahre um ihn herumzubauen. Mir schien es aber notwendig, um diesem Lebensschicksal einigermaßen gerecht zu werden, das stellvertretend für viele, viele andere steht, aber auch um mir ein Bild von dem Mann hinter diesen Bildern machen zu können. Dieses Bild will ich Ihnen heute als Einführung zu dieser kleinen Ausstellung gerne zeigen.“, so Trees.

Das Wirken und Werk des Malers ist in einer Auswahl von Bildern, Briefen und Postkarten in der Ausstellung im CeraTech Chenter vom 26. September. bis 26. Oktober 2019 zu sehen, die freitags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet hat.

Gespannt folgten die Beucher den Ausführungen von Dr. Pascal Trees über das Leben und Wirken des Malers.

Gespannt folgten die Beucher den Ausführungen von Dr. Pascal Trees über das Leben und Wirken des Malers.

Ulla Trees-Kellerhaus bedankte sich bei den Besuchern für ihr Kommen.

Ulla Trees-Kellerhaus bedankte sich bei den Besuchern für ihr Kommen.

Fast bis auf den letzten Platz gefüllt war das Foyer des CeraTechCenters anlässlich der Ausstellungseröffnung des Kunstmalers Anton Kellerhaus.

Fast bis auf den letzten Platz gefüllt war das Foyer des CeraTechCenters anlässlich der Ausstellungseröffnung des Kunstmalers Anton Kellerhaus.

Dr. Pascal Trees auf der Suche nach dem Mann hinter den Bildern.

Dr. Pascal Trees auf der Suche nach dem Mann hinter den Bildern.

Birgit Gilles (li) und Ulla Trees-Kellerhaus freuen sich über die Präsentation der Kunstwerke ihres Vaters und Großvaters.Fotos: MIH

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