Allgemeine Berichte | 16.03.2016

Berkumer Krimi-Autor Herbert Reichelt las aus seinem Debüt-Roman

Ausverkaufte „Marktscheune“ bei gelungener Krimi-Lesung

Herbert Reichelt liest aus seinem Krimi Roman „Bochumer Mörderwoche“.Privat

Wachtberg-Berkum. Hatte der Büchereiverbund Wachtberg bisher in regelmäßigen Abständen zu Lesungen von lokalen und regionalen Autoren in das Kulturzentrum Köllenhof in Ließem geladen, so wagte er sich mit dem Berkumer Krimi-Autor Herbert Reichelt erstmals auf ungewohntes, ja ungewöhnliches Terrain: in die „Marktscheune“ im Einkaufszentrum in Berkum. Aber nicht nur für den Büchereiverbund und die „Marktscheune“ war dieser Abend eine mehr als gelungene Premiere, auch der Autor Reichelt feierte hier in diesem wunderbaren Ambiente vor mehr als sechzig gespannten Zuhörerinnen und Zuhörern eine mehr als erfolgreiche „Uraufführung“: Zum ersten Mal konnte er, der bisher „nur“ als Lyriker in Erscheinung getreten war und „Komische Gedichte“ veröffentlicht hatte, seinen Debütroman „Bochumer Mörderwoche“ präsentieren – und tat dies auf höchst amüsante und souveräne Art und Weise.

Die Story

Schon der Titel des Romans „Bochumer Mörderwoche“ verrate einiges: Ort und Zeit der Handlung! Gleich zu Beginn betonte Reichelt aber, dass sein Roman, der in der Pharma-Industrie und in der Arzneimittelforschung angesiedelt ist, zwar überwiegend in Bochum spielt, aber mit einem lokalen Ruhrpott-Krimi im herkömmlichen Sinne wenig zu tun habe, vielmehr könnten sich die üblen Machenschaften und skrupellosen Intrigen und die - übrigens höchst brutalen – Morde überall in Deutschland abspielen. Und innerhalb einer einzigen Woche gebe es insgesamt fünf Leichen, und am Ende sei dann – vielleicht (!) – alles aufgeklärt – ein geschickter Kunstgriff, der ihn aber beim Schreiben von Anfang an zu höchster Konzentration im Handlungsaufbau gezwungen habe. Ungemein witzig auch, wie Reichelt die Namensfindung seines Protagonisten, eines Hauptkriminalkommissars, beschreibt. Klar, polnisch müsste der schon klingen, da Ruhrpott: Schimanski und Tilkowski und Szymaniak seien ja leider schon besetzt, Lewandowski und Szepan und Libuda auch, Podolski sowieso! Aber zumindest echt müsste er sein! Nicht verzagen, Google fragen! Und sofort bot sich kein anderer Name als Jan Kolosky an! Dieser ist dann auch, genau wie sein realer Erfinder, ein Kleidermuffel, der nichts so sehr verabscheut, wie an einem schönen Samstagmorgen in die Stadt zu fahren, einen Parkplatz zu suchen und shoppen zu gehen und Hosen und Hemden zu kaufen und stattdessen am liebsten den nächsten Mordfall aufklären möchte. Genau in diesem Augenblick läutet in der Tat das Telefon ... und eine ungemein spannende Mörderwoche beginnt, die den Leser immer mehr in Atem hält. Dem ersten Opfer, einem Forschungsteamleiter der ortsansässigen Pharmafirma, der sich aber schon bald selbst als dubios und wahrscheinlich sogar kriminell entpuppt, wird bei lebendigem Leib eine Hand abgehackt, bevor er das Zeitliche segnen kann, dem zweiten Opfer fehlt sodann ein Fuß, dem dritten gar .... Und alles wird zuvor mit Gedichten bei einer großen Boulevardzeitung angekündigt. Die ominösen lyrischen An-Deutungen lassen allerdings nicht nur den Hauptkommissar und sein sympathisches Team, sondern auch den Leser vor einigen scheinbar unlösbaren Rätseln stehen. Reichelt gelang es bei seiner Lesung, mit ausgewählten, spannenden Textstellen, die er stets mit locker formulierten Überleitungen miteinander verband, sein Publikum von Anfang bis Ende zu fesseln. In der eingelegten Pause konnte man sich stärken und die mörderische „Kost“ im Gespräch mit dem Autor leicht verdauen, bis dann im Anschluss das nächste Opfer dem Hauptkommissar Jan Kolosky und seiner ihm inzwischen an die Seite gestellten Kollegin Martina Rendeck und dem Publikum lustvoll präsentiert wurde. Eine insgesamt höchst gelungene Premiere einer dichten Dichterlesung für alle Beteiligten. Dieser Erfolg macht Lust auf mehr und ruft nach einer Fortsetzung der Vorlesereihe in der „Marktscheune“, wie Frau Deichmann, die Leiterin der „Marktscheune“, resümierte. Dem konnte sich der Leiter des Büchereiverbundes Dieter Dresen nur anschließen und sich beim gesamten Team der „Marktscheune“ für die räumlich liebevoll gestaltete, aber auch kulinarische Gastfreundschaft bedanken. Im Anschluss an die Lesung beantwortete Herbert Reichelt noch ausführlich Fragen aus dem Publikum und gab den potenziellen Autoren und Autorinnen im Publikum, die vielleicht ebenfalls sich ans mörderische Hand-Werk begeben und auch einen Krimi - oder ein Buch - schreiben wollen, den Rat, sich einfach hinzusetzen und anzufangen und einfach drauflos zu schreiben! Das Ergebnis werde man dann ja schon sehen! Sein „Ergebnis“ konnte man am Ende sogar kaufen und Schwarz auf Weiß mit nach Hause nehmen, mit der Widmung des stolzen Autors natürlich! (Büchereiverbund Wachtberg, Dieter Dresen) Herbert Reichelt: Bochumer Mörderwoche, cmz-Verlag, Rheinbach, ISBN: 978-3-87062-165-0; mehr dazu auch unter: www.herbert-reichelt.de.

Herbert Reichelt liest aus seinem Krimi Roman „Bochumer Mörderwoche“.Foto: Privat

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