Ausverkauftes Haus bei den Ahrweiler Möhnen
Ahrweiler. Pünktlich um 14:11 Uhr war es soweit: 14 gutgelaunte Ahrweiler Möhnen marschierten ins schon seit Wochen ausverkaufte Bürgerzentrum, um 370 jecke Wiever bestens zu unterhalten. Nachdem Obermöhn Iris Söller-Münch die Sitzung eröffnet hatte, gab es gleich etwas für Herz und Augen: Die kleinen Funken der AKG brachten mit ihrem Tanz die im Saal anwesenden Mamas, Omas und Tanten dazu, die erste Rakete des Tages zu zünden. Im Anschluss daran outete sich Resi Weber als sportliche Frau, nur dass sie manche Position im Yoga missverstand und z. B. zum sog. Sonnengriß herzlich mit zwei Sonnenblumen ins Publikum grüßte. Dafür erntete sie viel Beifall, umso mehr, als sie für 15 Jahre aktive Mitgliedschaft bei den Möhnen geehrt wurde. Danach wurde es royal: Prinzessin Maria I. kam ohne ihren Prinzen Kai I., aber mit den Prinzessinnen aus vergangenen Sessionen, um der Weibersitzung laut ihrem Paragraphen beizuwohnen. Sie alle wurden herzlich begrüßt.
Zwei Möhnenküken auf der Bühne
Mit Dinah Deneffe und Natalia Schwabe tanzten jetzt zwei Neumöhnen auf der Bühne im Sitzen, was ihrem Alter so gar nicht angemessen erschien, schließlich könnten sie getrost als „Möhnenküken“ bezeichnet werden. Für ihre Premiere erhielten die beiden Nachwuchsmöhnen vom mittanzenden Publikum viel Applaus und von der Obermöhn ihren verdienten Möhnenorden! Weiter so! Dann erschien unter großem Gelächter im Saal der Nikolaus! Uschi Stark schien sich in dieser Rolle mit ihrem vollbepackten Bollerwagen doch leicht verspätet zu haben. Nach dem gemeinsamen Absingen einiger Weihnachtslieder wurde der mitgebrachte Weihnachtsbaum dann kurzerhand mit Luftschlangen und Ostereiern umdekoriert. So geht Nachhaltigkeit. Eine wunderbare Rede in Reimform! Die Bachemer Merle brachten jetzt als Kellner und Kellnerinnen verkleidet mit ihrem Showtanz „Et kölsche Diner“ viel Schwung und Akrobatik ins Programm und wurden mit einer Rakete belohnt. An einer Bushaltestelle trafen sich Trude und Lisbeth alias Stephanie Jerga und Martina Krupp. Die beiden so verschiedenen Frauen erzählten sie sich auf den Bus wartend allerlei Geschichten über ihre Ehemänner und beschlossen am Ende, erst einmal shoppen zu gehen. Diese urkomische Darstellung wurde von den mitfühlenden Zuschauerinnen mit viel Applaus und einer Rakete bedacht. Zum Abschluss der ersten Halbzeit wurde es dann musikalisch. Die jecken Höhner alias Iris Söller-Münch, Gaby Fabritius und Doris Schwertel brachten mit den Hits der Klüngelköpp den Saal zum Kochen. Nach der Pause änderte sich die Stimmung schlagartig: Weinend und schwarz gekleidet zogen die Möhnen zu Chopins Trauermarsch in den Saal und verkündeten „Wir sind wieder zu haben“. Uschi Stark, Petra Ulrich, Gaby Fabritius und Stephanie Jerga erklärten dann singend, wie ihre Ehemänner mit ihrer Hilfe ums Leben gekommen waren. Eine köstliche Darbietung der gesamten Truppe! Und als Neuzugang erhielt auch Petra Ulrich jetzt ihren verdienten Möhnenorden. Fürs Auge folge jetzt das Walbeze Männerballett mit dem Titel „Peter Pan und die Trinkerbells“, die in ihren bunten Elfenkostümen die Besucherinnen mit ihrem Tanz begeisterten. Zu einer streng geheimen Vorstandssitzung der Möhnen luden dann Christine Leifeld, Kirsten Sebastian, Martina Krupp, Stephanie Jerga und Melanie Koch. Leider aber verstand keine der Anwesenden die Bedeutung von „geheim“, sodass sich die genervte Obermöhn schließlich verquatschte und vor der lauernden Presse das Geheimnis preisgab: Michi Groß wird der nächste Burgunderich und Claudia Diewald Bürgerschützenkönigin! Das Gelächter der Damen im Saal war riesengroß! Die letzte Einzelrede des Tages kam von Doris Schwertel in ihrer Paraderolle als Lisbeth Kreienkamp mit ihrem Rollator. Sie berichtete von ihren Problemen mit Smartphones, Selbstscannerkassen, Service-Hotlines und den neuen Parkautomaten des Stadtgebiets.
Beifall und „Standing Ovations“
Das Publikum konnte all das nachempfinden, sparte nicht mit Beifall und am Ende gab es „Standing Ovations“ und eine Rakete für die Rednerin, die auch für 30 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt wurde. Der letzte Sketch gehörte wieder einmal den Stewardessen Gaby Fabritius und Renate Fischer, die als Lore und Maria im Nebenjob eine Sexhotline betrieben. Einfach köstlich, wie Fesselspiele mit dem Wickeln von Rouladen verglichen wurden. Die Frauen im Publikum hatten ihren Spaß! Dann hieß es „Erheben Sie sich von Ihren Plätzen!“ und die AKG marschierte mit großem Aufgebot in den Saal. Prinz Kai I. hatte alle Tanzgruppen mitgebracht und ein wahres Tanzfeuerwerk aus Funkenmariechen und Gardisten prasselte auf das Publikum nieder. Den Abschluss dieser fulminanten Sitzung bildetet der Tanz aller Aktiven, diesmal ein Line-Dance zu „Nine to five“, bei dem alle Möhnen als Bauarbeiter die Bühne bevölkerten. Obermöhn Iris Söller-Münch, die souverän durch die Sitzung geleitet hatte, gab dann noch das möhneneigene Motto für den Rosenmontagszug bekannt: „Straßen auf, Umweg hier - Fastelovend feiern wir!“ Sie lud alle Damen ein, beim Umzug dabei zu sein und beendete so eine Sitzung, die im Kreis ihresgleichen sucht
