Kohleprotest in Koblenz
BUND-Protest gegen Kohle- politik in der Rhein-Mosel-Halle
Koblenz. Das Bau- und Energie-Netzwerk BEN Mittelrhein feierte Geburtstag und hat zu seinen Alt-/Neubautagen in die Rhein-Mosel-Halle geladen. Eine gut besuchte regionale Messe mit vielen hoffnungsvollen Ansätzen zur Energiewende sowie hohen Gästen: Umweltministerin Ulrike Höfken und Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung legten die Fakten zur Klimakrise dar. Mit der Kohlepolitik in Berlin und auch mit der städtischen Klimapolitik, vertreten von einem „eher wachsweichen“ Oberbürgermeister David Langner, zeigte sich der BUND Koblenz überhaupt nicht einverstanden. Mit einem großen Plakat mit dem Text: „Dieser sog. Kohle-„Kompromiss“ freut vor allem die Konzerne. Wo bleibt der Klimaschutz?“ protestierten zwei Vorständler und unterbrachen kurzfristig die Veranstaltung. Dafür ernteten sie breiten Beifall der Zuschauer*innen.
Werner Huffer-Kilian kämpft schon viele Jahre gegen Kohlekonzerne, auch in Südamerika oder auf Aktionärsversammlungen im Ruhrgebiet. Er beklagt: „Immer wieder verletzen Großkonzerne fundamentale Menschenrechte, z.B. die von indigenen Bevölkerungen in Kolumbien. Jetzt wird mit dem Steinkohlekraftwerk Datteln 4 noch ein neues Kraftwerk in Betrieb gehen, gespeist von Importkohle aus Russland oder Kolumbien. Dafür sollte sich Herr Altmeier schämen.“
Egbert Bialk vermisst die Beteiligung der Umweltverbände an dem neuen Kohle-Plan: „Vom damals hart ausgehandelten Kompromiss ist kaum noch etwas übrig. Die deutschen Energiekonzerne erhalten stattdessen milliardenschwere Steuergelder für die Stilllegung ihrer Dino-Technologie. Wir fordern darum die Koblenzer Abgeordneten und die Landesregierung auf, diesem klimafeindlichen und unsozialen Kohlegesetz in Bundestag und Bundesrat nicht zuzustimmen.“
Sehr enttäuscht zeigten sich viele Zuhörer von der sehr allgemein gehaltenen Rede des Oberbürgermeisters David Langner: „Unser OB hat offenbar immer noch nicht verstanden, dass die Klimakrise auch schon bei uns große Schäden an Gesundheit und Natur anrichtet. Gehen Sie doch mal im Stadtwald spazieren, da stolpern Sie drüber und die Stadt zögert weiter mit wirksamen Maßnahmen“, so ein Zuhörer im Gespräch mit dem BUND. Ein zwölfjähriger Schüler auf der Bühne „habe mehr kapiert als die Politiker.“ In den nächsten Monaten werden Klimaschutzaktionen weiter im Mittelpunkt des BUND stehen. Nähere Infos im BUND-Büro, Tel. (02 61) 94 24 96 38.
Pressemitteilung BUND Koblenz
