Vier Tage beste Stimmung beim 54. Wein- und Heimatfest in Hatzenport
Bacchus und Weinkönigin sorgten für eine Überraschung
Vater und Tochter repräsentieren ihre Heimat Hand in Hand
Hatzenport. Laut johlend, angestrahlt von bengalischem Feuer und mit Böllerschüssen angekündigt, erreichte das voll besetzte Boot das Moselufer. Spektakulär der Anblick des Weingottes Bacchus, seinen Jüngern, den Legionären und einmalig in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel. Dieses Schauspiel lockt Jahr für Jahr zahlreiche Gäste aus nah und fern nach Hatzenport. Auch in diesem Jahr waren sie zur Eröffnung des Weinfestes gekommen, um zu feiern und die Krönung der neuen Weinmajestäten zu erleben. Angeführt von der Stadtkapelle Münstermaifeld, marschierten Vertreter der Dorfgemeinschaft und der Politik, unter ihnen der neue Ortsbürgermeister Herbert Menzel und Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld, die „Lehmer Razejunge“, sowie viele Schaulustige an die Mosel, um den Weingott in Empfang zu nehmen und ihn anschließend zum Festplatz zu geleiten. Die „Römer“ waren in Weinlaune und bester Stimmung. Peter Kranz, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft als Ausrichter des Festes, begrüßte die Gäste. Dann übernahmen Weinkönigin Katharina und ihre Prinzessinnen Lisa und Anna das Wort, bedauerten das Ende eines besonderen Lebensabschnittes. Jetzt nach zwei Jahren ihrer Regentschaft musste die Krone ein neues Haupt schmücken.
Ein Novum der Krone
Waren die scheidenden Weinmajestäten für eine Überraschung gut, weil sie Geschwister sind, so sorgten auch Bacchus und die neue Weinkönigin für eine Überraschung. Als Vater und Tochter repräsentieren Eva und Thomas Fink ihren Heimatort und den Wein. „Weinkönigin werde ich nur, wenn mein Vater gleichzeitig in die Rolle des Bacchus schlüpft“, lautete die Aussage Evas. Und damit konnte sie sich durchsetzen. Ein Novum in der Historie des Wein- und Heimatfestes in Hatzenport. Beide sind Moselaner mit Leib und Seele, lieben den Wein und die Kulturlandschaft der Terrassenmosel. Thomas Fink war dem Weinfest schon immer zugetan, involviert beim Bau der Festwagen und als Bacchusjünger jahrelang eng mit der Figur des Weingottes verbunden. Im wahren Leben ist der 55-jährige Lüftungs- und Heizungsbauer. Ihm zur Seite stehen die Bacchusjünger Tom Gibbert und Jens Buschbaum. Auch seine Tochter ist eng mit dem Wein verbunden, absolviert zurzeit eine Winzerlehre in den Weingütern an der Mosel und am Mittelrhein. Die 21-jährige gelernte Hotelfachfrau hat Erfahrung in der Repräsentation als Weinmajestät. Denn sie fungierte 2015 bis 2017 als Weinprinzessin. Nun kann sie gemeinsam mit ihrer Prinzessin Franziska Busch diese Erfahrung in die Regentschaft einbringen. Spektakulär war das Anlanden des Weingottes, relativ unspektakulär wechselte die Krone ihren Platz, als Peter Kranz erklärte: „Hiermit ernenne ich dich zur neuen Weinkönigin Eva II.“ Nach weiteren Ansprachen wurde endlich kräftig gefeiert. Es war ein heißer Sommerabend und heiß waren auch die Rhythmen der „Sunshine Dance Band“, die für die musikalische Stimmung sorgte. Auch am nächsten Tag feierten alle in bester Laune, genossen den Wein und die Musik der „Party Animals“. Traditionell begann der Festsonntag mit einem Gottesdienst, dem sich ein Frühschoppen anschloss. Ein weiterer Höhepunkt des Hatzenporter Wein- und Heimatfestes ist der Festzug, der sich durch den Ort schlängelte, und an dem viele interessante Gruppen und Motivwagen teilnahmen, die alle das Thema Wein und Heimat aufgriffen. Mit musikalischer Unterstützung von „Hans-Werner Höfer“, neigte sich der dritte Festtag dem Ende zu. Einen Tag später nutzten die Gäste zum Abschluss die Gelegenheit zu einem geselligen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen. Für die Jüngsten hatte die Dorfgemeinschaft ein kleines Kinderprogramm zusammengestellt. Noch einmal sorgten Musiker für Stimmung, „Uli Lares und Band“ spielte, und das 54. Wein-und Heimatfest in Hatzenport neigte sich dem Ende zu.
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